Profi-Tipps für die Tonne

3 Ratschläge für Ihre Karriere, die Sie unbedingt ignorieren sollten

Gute Ratschläge gibt es wie Sand am Meer. Aber Vorsicht! Einige sind eher Treibsand – und wenn Sie die befolgen, werden Sie untergehen. Wenn Sie also mit einer steilen Karriere liebäugeln, sollten Sie diese drei gut gemeinten Tipps lieber nicht befolgen.

Es gibt eine Menge – meist gut gemeinter – Karrieretipps, bei denen man lieber nein danke sagen sollte. Sie bewirken nämlich oft das Gegenteil.

1. „Dein Team soll Berufliches nicht mit Privatem vermischen.“

Die für allgemein gültig befundene Doktrin lautet: Du sollst Privates und Berufliches trennen. Also den Mann oder die Frau, die Ihre Mitarbeiter, Ihr Team, Ihr Chef kennen, die morgens in Meetings sitzt – soll nichts mit Ihnen als Privatperson oder Ihrem Privatleben zu tun haben. Die Devise lautet: Strikte Zweiteilung. Familienprobleme? Bleiben bitte daheim. Ärger mit den Kids? Interessiert hier nicht.

Natürlich, niemand sollte in der Arbeit ständig über familiäre Probleme klagen. Aber: Die Art, wie wir arbeiten, hat sich verändert. Und zwar gravierend. Moderne Unternehmen schätzen freundschaftliche Beziehungen zwischen Kollegen mehr als reine „Zweckgemeinschaften“. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Gallup belegt, dass Freunde besser, produktiver und erfolgreicher zusammenarbeiten.

2. „Fordere deine Autorität ein.“

Wer sich die Arbeitskultur in Japan oder Indien genauer ansieht, wird Folgendes feststellen: Trotz offener Bürokonzepte herrschen in vielen Unternehmen Hierarchie und Autorität. Und niemand verlässt das Büro, bevor der Chef nicht höchstpersönlich den Mantel vom Haken genommen hat. Man könnte ja schließlich den Eindruck von Faulheit erwecken. In vielen Ländern ist es Arbeitnehmern in Fleisch und Blut übergegangen: Sie hinterfragen die Autorität der höheren Hierarchieebenen nicht.

Doch wenn Ideen und Entscheidungen nie infrage gestellt werden, wie soll sich etwas entwickeln und verbessern? Vielleicht hat ein Junior einen Geistesblitz, der Ihre eigene Idee um Längen schlägt? Der Ihrer Marketing-Kampagne den entscheidenden Schwung gibt? Seien Sie offen für Feedback und sehen Sie den Input Ihres Teams nicht als Kritik oder als Untergrabung Ihrer Autorität an.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an Führungskräften bei BMW oder Bosch: Die fordern nämlich Feedback von allen Hierachieebenen ein – vom Junior Manager bis hin zum Fließbandarbeiter.

3. „Dein Lebenslauf ist die beste Visitenkarte.“

Dieser Mythos ist der hartnäckigste und der schlimmste. Denn er gaukelt Ihnen vor, dass wir noch immer im vorigen Jahrhundert leben. Der Tipp, dass Ihr Lebenslauf Ihr Bestseller ist, ist völlig überholt.

Heutzutage geht es um die Qualität und den Erfolg Ihrer Projekte. Zeigen Sie, was Sie erreicht haben, indem Sie Ihre Erfolgsgeschichte anhand beeindruckender Kampagnen, Strategien und Projekte erzählen. Zertifikate alleine reichen nicht mehr aus – sie müssen schon ein paar praktische Ergebnisse vorweisen können.

Eines Tages werden diese drei Karrieremythen als das anerkannt werden, was sie sind: völlig veraltet. Veränderungen in unserer Arbeitswelt sind nicht nur unausweichlich, sondern völlig normal. Lassen Sie das Alte also hinter sich – und lassen Sie sich davon nicht aufs Glatteis führen.


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