4 Führungstipps, die jeder Manager kennen sollte

4 Führungstipps, die jeder Manager kennen sollte

Liebe Manager, CEOs, Vice Presidents und Führungskräfte mit Mitarbeiterverantwortung,

heute möchte ich mit Ihnen einen kleinen Ausflug in die Sozialpsychologie machen. Keine Angst, Sie befinden sich hier in keiner Selbsthilfegruppe und es liegt mir fern, Sie trotz meiner Ausbildung analysieren zu wollen. Was ich machen möchte ist, mein Wissen mit Ihnen zu teilen und Ihnen Führungstipps zu geben, die Ihnen helfen können, Ihre Mitarbeiter langfristig zufriedenzustellen. Häufig liest man gut gemeinte Ratschläge und erhält selten eine Erklärung dafür, warum dieser Geheimtipp eigentlich funktionieren sollte. Lassen Sie mich Ihnen erklären, warum Ihnen eine Sozialtheorie in Ihrer Position als Manager helfen sollte und welche Tipps ich Ihnen noch gerne ans Herz legen würde, wenn es um die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter geht. Was, Sie haben einen hohen Durchsatz an jungen, motivierten Mitarbeitern, die Sie nach relativ kurzer Zeit verlassen? Die wollen sicher nur neue Erfahrungen für ihre Karriere sammeln, das hat nichts mit mir zu tun. Leider nicht ganz…

 

1. Vermeiden Sie Kontrollverlust – nicht bei Ihnen, sondern bei Ihren Mitarbeitern

Haben Sie schon einmal von der Theorie der kognizierten Kontrolle gehört? Sie unterstellt jedem Menschen die Motivation, Ereignisse vorhersehen, erklären und beeinflussen zu können. Erst wenn diese Bedingungen gegeben sind, finden wir Menschen uns mit Entscheidungen oder Ereignissen besser ab, ansonsten entsteht ein Kontrollverlust und auch wenn Sie es nicht zugeben wollen – jeder Mensch hat gerne Kontrolle, in einem gesunden Ausmaß versteht sich. Und so geht es auch Ihren Mitarbeitern. Nehmen wir ein banales Beispiel: Sie sagen Ihrem Mitarbeiter, dass er sich vor 10 Uhr keinen Kaffee holen darf – und das um 9:55 Uhr. Anweisung vom Chef. Klar, Regeln müssen sein und manchmal gibt es keine Zeit für Erklärung. Wenn Sie jedoch Ihrem Mitarbeiter dies am Abend zuvor gesagt hätten, Ihm kurz erklärt hätten, dass es aufgrund von Wartungsarbeiten zu diesen Unannehmlichkeiten kam und er sich gerne einen Kaffee vom anderen Stockwerk holen darf, wird Ihr Mitarbeiter locker mit der Situation umgehen und zufrieden und überzeugt an den Arbeitsplatz kommen. Falls nicht drohen Ihnen Unzufriedenheit, Unsicherheit oder sogar Autoritätsverlust. Sie finden, dieses Beispiel ist absurd und nicht relevant? Na dann übertragen Sie es mal auf Ihre tägliche Projekt- und Teamleitung und riskieren Sie eine Perspektivenübernahme. Sie werden überrascht sein!

 

2. Zum hundertsten Mal: Feedback und Wertschätzung sind wichtig

Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Persönlichkeit, keine Frage. Und jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse. Lassen Sie sich jedoch gesagt sein: Nur weil Sie jemand sind, der keine Bestätigung von außen braucht, sollten Sie nicht annehmen, dass für Ihre Mitarbeiter dasselbe gilt. Um ehrlich zu sein: Sie sind in dieser Hinsicht eine ziemliche Ausnahme. Menschen sind soziale Wesen und Wertschätzung und Lob sind Balsam für die Seele. Auch wenn Sie in Ihrer Führungsposition darauf verzichten müssen (geben Sie doch Ihrem Chef diesen Artikel mal zum Lesen), so haben Sie Mitarbeiter, die noch wachsen müssen und wollen und positive Verstärkung ist bereits seit Jahren ein anerkanntes Verfahren, um Menschen zu motivieren und zu Höchstleistungen anzuspornen. Achten Sie dabei besonders auf Mitarbeiter, die Ihnen alleine untergeben sind. Größere Teams können sich meist noch untereinander pushen, wenn Sie jedoch ein Einmannteam unter sich haben, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Gehilfe nicht unzufrieden wird…

 

3. Transparenz, Transparenz, Transparenz

Wissen Sie eigentlich, dass Ihr Chef ein Joint Venture mit einer amerikanischen Firma geplant hat und einer Ihrer besten Mitarbeiter dafür abgezogen wird? Und wissen Sie, dass diese Stelle baldmöglichst nachbesetzt werden muss? Nein? Wissen Sie, dass sich neue Teams gebildet haben, die an wichtigen Projekten arbeiten? Wieder nein? Dann würde ich sagen, dass Ihre Firma ein ernstzunehmendes Kommunikationsproblem hat. Ja, Kommunikation kann anstrengend sein, ist jedoch eine der wichtigsten Grundlagen für eine effektive Zusammenarbeit. Nur wenn Sie Ihren Mitarbeitern sagen, was auf Sie zukommt, können diese sich darauf einstellen und mit den Erwartungen arbeiten. Falls nicht entsteht Misstrauen und Sie laufen Gefahr als Führungskraft in Frage gestellt zu werden. Also, überlegen Sie es sich nochmal. Und noch ein Tipp beim Thema Kommunikation: Führen Sie Exit-Interviews durch externe Firmen durch. So hören Sie die Wahrheit über mögliche Fehlentwicklungen in der Abteilung oder im Unternehmen.

 

4. Verantwortung ist meine Macht

Falsch! Indem Sie Ihren Mitarbeitern jegliche Verantwortung entziehen, vermitteln Sie ihnen das Gefühl der Hilflosigkeit. Nicht Ihr Problem? Wieder falsch. Immerhin sind Sie nur so gut, weil Ihr Team derart gute Leistungen abliefert. Ich empfehle Ihnen nicht, sich für die Durchführung oder den Verantwortungsbereich von Projekten nicht mehr zuständig zu fühlen. Indem Sie jedoch versuchen, Ihre Mitarbeiter nicht mehr kontrollieren zu wollen, geben Sie ihnen die nötige Freiheit sich entfalten zu können – und machen ein motiviertes Zusammenarbeiten möglich.

 

Und, konnte ich Sie von der ein oder anderen Idee überzeugen? Versuchen Sie sich mit dem ein oder anderen Aspekt auseinanderzusetzen und verweilen Sie nicht in dem Glauben, dass Sie das alles nichts angeht. Denn Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Und zu einer erfolgreichen Karriere.



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