So vermeiden Sie Fettnäpfchen

5 Sätze, mit denen Sie auf der Weihnachtsfeier Ihre Karriere ruinieren

Sie kommt jedes Jahr wieder, so sicher wie das Amen in der Kirche: die Weihnachtsfeier in Ihrer Firma. Mal mit exquisitem Diner, mal mit fettigem Fingerbuffet. Meistens mit Alkohol. Und einem wahren Fettnäpfchen-Parcours. Also aufgepasst und angeschnallt: Diese fünf Sätze sollten Sie sich unbedingt verkneifen denn die schaden Sie Ihrer Karriere ganz gewaltig.

Glühwein, Tanzen, ein bisschen Flirten – vieles ist auf der Weihnachtsfeier erlaubt. Gewisse Sätze sollten Sie sich trotzdem verkneifen.

„Wusstet ihr schon, der Dieter ist doch wirklich ’ne echt faule Socke…“

Das mag ja sein. Aber Kollegentratsch hat im Business nichts zu suchen. Und auf der Weihnachtsfeier schon mal gar nichts. Halten Sie Ihre Zunge im Zaum! Ihr Getratsche stellt Sie bei Kollegen und Chefs in die Schmuddelecke. Und womit? Mit Recht. Denn wer wie Sie so über Kollegen herzieht, dem vertraut man nur äußerst ungern wichtige Informationen an. Und die benötigen Sie garantiert für die nächsten Herausforderungen. Also, am Abend der Weihnachtsfeier sollten Sie lieber intelligenten Small Talk pflegen, Themen wie Politik und Religion rigoros ausklammern und den Dieter lieber mal unter vier Augen auf sein gepflegtes Nichtstun hinweisen.

„Uuups! Das Video mit dem BH hab’ ich schon gepostet.“

Sie bespielen die sozialen Netzwerke wie ein Profi. Zumindest beruflich. Dann sollten Sie die Weihnachtsfeier auch nicht als Aufforderung verstehen, hochnotpeinliche Videosequenzen von Kollegen und Kolleginnen zu posten, zu twittern oder pinnen. Versteht sich eigentlich von selbst, oder? Nehmen Sie sich stattdessen vor, die Weihnachtsfeier doch einmal bewusst zu erleben, sie also wahrzunehmen. Dazu gehört auch, das Smartphone einfach mal in der Tasche zu lassen. Und auch auf der Weihnachtsfeier Profi zu sein. Ihre Kollegen und ihre Karriere werden es Ihnen garantiert danken.

„Hmmpf…mampf….!“

Auch wenn es bei all den Köstlichkeiten verlockend ist, bitte kein Vordrängeln am Buffet, den Tafelspitz nicht mit dem Eierlöffel reinschaufeln und den Chateau Margaux möglichst weder auf dem eigenen Anzug noch auf der Seidenrobe Ihrer Tischnachbarin verteilen. Dass Sie beim Essen unpassende Geräusche gänzlich unterlassen, versteht sich von selbst… Apropos Benehmen: Checken Sie beim Smalltalk mit dem Boss nicht ostentativ Ihre letzten Mails, nur weil Sie glauben, er fände Ihr brandneues Wearable auch nur annähernd so spannend wie Sie. Schenken Sie Ihrem Gegenüber stattdessen doch mal Ihr schönstes Lächeln. Sie werden rasch merken, Ihre Mimik löst beim Gesprächspartner etwas Ähnliches aus. Und der wird sich am nächsten Morgen garantiert positiv an Sie erinnern.

„Immer betrunken ist auch ein geregeltes Leben!“

Dieser Satz freut vielleicht den Wirt. Aber nicht den Chef. Alkohol in rauen Mengen hat schon die eine oder andere Erfolg versprechende Karriere absaufen lassen. Der Abend beginnt mit einem Aperitif als flüssigem Begleiter zur ausufernde Rede des Vorstandsvorsitzenden. Zum Essen serviert man Ihnen erst den Weißen, dann den Roten und die Digestives in der Bar sind auch vom Allerfeinsten. Sie möchten auf der Weihnachtsfeier nicht abstinent bleiben? Dann sollten Sie eines beherzigen: harten Stoff auf jeden Fall vermeiden. Dass Alkohol die Zunge löst, ist kein Geheimnis. Und nicht immer zu Ihrem Vorteil, wenn Sie beim Brüderschaft-Trinken mit dem Vertriebschef vom Hocker kippen. Gut zu wissen: Alkohol schlägt sich nicht nur auf das Sprachzentrum, sondern beeinträchtigt Ihre Fähigkeit, die eigene Körpersprache und auch die der anderen wahrzunehmen! Daher ist ein klarer Kopf extrem wichtig für die nonverbale Kommunikation. Sie sollten wissen, wann Schluss ist. Das gilt auch dann, wenn Ihr Chef die zehnte Runde Schnaps schmeißt.

„Ich habe mir heute einen neuen Wecker gekauft. Willst Du ihn morgen früh mal klingeln hören?“

Autsch! Absolutes Tabu! Billige Anmachsprüche wie diese beschleunigen nur eines garantiert: Ihren Firmenabschied. Flirten an und für sich ist grundsätzlich ok. Möglichst auf der gleichen Hierarchieebene. Man scherzt miteinander und stürmt vielleicht gemeinsam die Tanzfläche. Aber wie beim Alkohol gilt auch hier die politisch korrekte Regel: Sie sollten die Grenzen kennen! Denn die Weihnachtsfeier ist eine betriebliche Veranstaltung. Ihr Fehlverhalten kann somit im schlimmsten Fall sogar zu einer Abmahnung führen. Bleiben Sie immer respektvoll und lassen Sie jedem Gesprächs- oder Tanzpartner stets seinen eigenen Raum lassen. Kommen Sie ihm oder ihr auf keinen Fall zu nah.

Und für den Tag danach gilt die goldene Regel: Wer feiern kann, kann auch arbeiten. Krankmeldungen nach der Weihnachtsfeier entziehen Ihnen nicht nur den Respekt Ihres Teams, sie verärgern auch die Kollegen. Und mit denen wollen Sie ja auch im nächsten Jahr wieder feiern.

Über den Autor

joergurbachJörg Peter Urbach ist Autor, Redakteur und Blogger aus Sprachleidenschaft. Seit mehr als 25 Jahren schreibt er. Für Print und Online. Konzepte. Geschichten. Fachartikel. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Literaturwissenschaft arbeitete Jörg Peter als Editorial Manager im klassischen Musikbusiness. Als langjähriger Chefredakteur des Portals wissen.de weiß er, wie man Leser begeistert und Themen findet.

Heute berät er Unternehmen zu den Themen Content Marketing und Digitale Kommunikation. Wenn der gebürtige Kieler nicht schreibt, durchwandert und fotografiert er die Alpen. Oder lauscht der Oper. Mit Achtsamkeit.



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