Fallen auch Sie auf dieses Halbwissen herein?

5 verbreitete Annahmen über Headhunter, die grundfalsch sind

Ein Headhunter – er kontaktiert Sie und empfiehlt Ihnen eine Stelle. Hier hört das Wissen über Headhunter bei vielen auf. Dabei können gerade Headhunter Ihre Karriere entscheidend vorantreiben. Oder Ihrem Unternehmen dabei helfen, einen wertvollen Mitarbeiter zu gewinnen. Doch um das Potenzial eines Headhunters zu nutzen, sollten Sie diese weit verbreiteten Annahmen schleunigst in den Wind schlagen.

falsche Annahmen über Headhunter

Sucht Ihnen ein Headhunter einen Job? Oder coacht er Sie? Wir erklären, wie Headhunter wirklich arbeiten – und wie Sie davon profitieren.

1. „Ich will, dass mir der Headhunter einen Job sucht“, sagt der Kandidat

Ein großer Irrtum, dem viele aussitzen – ein Headhunter sucht in der Regel keine Stellen für einzelne Arbeitnehmer – er arbeitet meist für Unternehmen, von denen er (oft exklusiv) für die Besetzung einer Stelle beauftragt wurde. Nachdem er ein Mandat angenommen hat, macht sich der Headhunter in seinem Netzwerk und auf einschlägigen Karriere- und Businessportalen auf die Suche nach den besten Kandidaten für die betreffende Stelle. Dem Unternehmen legt der Headhunter nach intensiver Recherche erst eine Longlist an passenden Kandidaten vor. Nach dem Feedback der Firma wird daraus eine Shortlist. Die Entscheidung selbst – für oder gegen einen Kandidaten – liegt letztlich beim Unternehmen. Natürlich können Sie Headhuntern eine Initiativbewerbung schicken oder Ihren Lebenslauf bei Personalberatungen hinterlegen – doch ob der Headhunter gerade dann einen passenden Auftrag parat hat, ist fraglich.

Unser Tipp: Wenn Sie Ihr Karriere-Profil in Deutschlands führendem Headhunter-Netzwerk anlegen, können Personalberater Sie basierend auf Ihren Karrierezielen für passende Stellen kontaktieren.

2. „Wir können keinen Headhunter beauftragen – unser Business ist zu komplex“, sagt das Unternehmen

Headhunter Antonio Fernández Bravo

Headhunter Antonio Fernández Bravo hat mit vielen multinationalen Start-ups gearbeitet und weiß, dass diese Befürchtung bei vielen Unternehmen tief sitzt. Versteht der Headhunter überhaupt unser Geschäftsfeld? Doch bei (guten!) Headhuntern ist dieses Verständnis ein essentieller Bestandteil ihrer täglichen Arbeit. Denn um den richtigen Kandidaten für eine Stelle zu identifizieren, muss der Berater nicht nur die Branche des Kunden, sondern auch dessen individuelle Unternehmenskultur verstehen.

Ein guter Headhunter weiß, welche Qualifikationen in der Branche gefragt sind, welche Gehälter gezahlt werden. Er kennt deren spezifische HR-Praktiken und setzt sich intensiv mit den Werten im Unternehmen seines Mandanten auseinander, um den richtigen Fit für eine Stelle zu finden. Ein zu komplexes Geschäftsfeld kann es nicht geben.

3. „Headhunter helfen mir, meinen Karriereweg zu bestimmen“, sagt der Kandidat

Ein Headhunter ist nicht dasselbe wie ein Karriereberater (auch wenn es viele Personalberater gibt, die auch Coaching als Teil ihres Portfolios anbieten). Doch klassischerweise versucht ein Headhunter, der Sie kontaktiert hat, Sie als Kandidaten für die Stelle eines Kunden zu platzieren. Dafür wird der Headhunter Ihren Karriereweg, Ihre Arbeitserfahrung und Ihre Fähigkeiten genau unter die Lupe neben. Auch wenn er Ihnen für den Bewerbungsprozess wertvolle Tipps geben kann (immerhin kennt er die Unternehmenskultur und -werte und weiß, was das ausschreibende Unternehmen an einem Kandidaten schätzt), wird der Personalberater Sie nicht coachen. Wenn Sie zusätzlich Klarheit über Ihre nächsten beruflichen Schritte benötigen, sollten Sie sich überlegen, einen Karriereberater zu beauftragen.

4. „Personalvermittlungen sind effektiver und günstiger als Headhunter“, sagt das Unternehmen

Hinter einer Personalvermittlung steckt auf den ersten Blick mehr Manpower als hinter einer kleinen, spezialisierten Personalberatung. Doch das heißt nicht, dass die Personalvermittlung automatisch die richtige Wahl für Sie und Ihr Unternehmen ist. Personalvermittler kommen vorrangig zum Zug, wenn für eine offene Stelle ein großer Markt besteht, wenn es also viele Kandidaten gibt, die den geforderten Qualifikationen entsprechen. Ihre Suche ist breit angelegt (in Datenbanken und Stellenbörsen), sie vermitteln alle Hierarchiestufen, erhalten in der Regel kein exklusives Mandat von einem Unternehmen und werden auf Erfolgsbasis bezahlt.

Sobald ein Unternehmen jedoch eine „Nischenposition“ besetzen will, die besondere Qualifikationen verlangt oder auf einer höheren Hierarchieebene angesiedelt ist, stoßen Personalvermittler an ihre Grenzen. Ein Headhunter mit seiner Branchenkenntnis und seiner methodischen Vorgehensweise führt ein Unternehmen durch den gesamten Hiring-Prozess. Durch sein Wissen um die Unternehmenskultur und seine Fachexpertise kann er geeignete Kandidaten zielgerichtet auswählen. Da Werte und Kultur beim „Fit“ in ein Unternehmen eine wichtige Rolle spielen, ist die Gefahr einer Fehlbesetzung bei einer Platzierung durch den Headhunter meist gering.

5. „Ein Headhunter denkt doch nur an seine Provision“, sagt das Unternehmen

Alex Marchenko, Managing Director von Avalon Chase

Headhunter werden auf Provisionsbasis gezahlt und erhalten meist einen prozentualen Anteil, der sich am Gehalt des platzierten Kandidaten bemisst. Im Klartext heißt das: Je höher das Gehalt des Kandidaten, desto mehr Geld für den Headhunter. Professionelle Headhunter werden jedoch niemals nach diesem Prinzip handeln – sie wissen, dass diese Lockvogel-Taktik nur ein einziges mal funktioniert. Ist das Vertrauen seitens des Unternehmens erschüttert, wird es mit dem Headhunter zukünftig nicht mehr zusammenarbeiten.

„Die meisten Headhunter, denen ihr Ruf etwas bedeutet, würden eher den Kandidaten mit dem geringeren Gehaltswunsch platzieren – den Kandidaten, der das Potenzial hat zu wachsen und die Erwartungen des Unternehmens zu übertreffen“, Alex Marchenko, Headhunter bei Avalon Chase. „Das ist der beste Weg um den Kandidaten und das Unternehmen gleichermaßen zufriedenzustellen. Und der Headhunter profitiert auch: Er hat einen zufriedenen Klienten, der ihn womöglich weiterempfehlen oder erneut mit ihm arbeiten wird.“



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