7 Hindernisse bei der Suche nach einer Führungsposition

Wie lange wird die Suche nach Ihrer nächsten Spitzenposition wohl dauern – einen Monat? Zwei? Sechs? Die meisten Führungskräfte investieren mehr Zeit in die Stellensuche als geplant. 51% davon haben länger als vier Monate gesucht, 10% hatten nach einem Jahr noch keine passende Position gefunden. Welchen Effekt diese zähe Suche auf Senior Manager hat? Nun ja, neben vorhersehbaren Dingen wie Stressbelastung ist es Fakt, dass Stellensuchende mit der Dauer ihrer Suche auch ihre Gehaltserwartungen nach unten korrigieren. Wir haben mit den Experten von Executive Connections aus Irland gesprochen: Das sind die Hindernisse bei der Suche nach einer Führungsposition.

7 Hindernisse bei der Suche nach einer Führungsposition

Warum dauert die Stellensuche von Senior Managern oft so lange? Eine aktuelle unabhängige Studie auf dem Senior Level Stellenmarkt wies erstaunliche Diskrepanzen zwischen dem nach, was Kandidaten als Hürden auf ihrer Stellensuche einschätzten und dem, was Recruiter über dasselbe Thema dachten.

1. Hoher Wettbewerb um die besten Stellen

Beginnen wir mit einer der am häufigsten geäußerten Beschwerden: Kandidaten glauben, dass es zu wenige passende Vakanzen auf dem Arbeitsmarkt gibt. „Das wiederum bedeutet, dass es ein großer Wettbewerb um diese Positionen besteht.“ Recruiter sehen das anders: Zu viele Kandidaten machen sich von Stellenausschreibungen abhängig, sagen sie.

Viele Stellensuchende erwarten, dass sie Spitzenpositionen ganz einfach selbst im Internet finden – das sei Teil des Problems. Statistiken belegen dies. Nur 37% der Stellensuchenden sind der Meinung, dass ihre nächste Spitzenposition nur auf dem verborgenen Stellenmarkt der Headhunter zu finden sei. In Wirklichkeit jedoch sind ganze 70% dieser Positionen ausschließlich über diesen Markt zugänglich.

Die Konsequenz: 63% aller Kandidaten kämpfen um 30% der Spitzenpositionen. Das Problem sei, dass viele Stellensuchenden sich ihrer Möglichkeiten gar nicht bewusst seien, sagen Recruiter. Sie wissen nicht, wie sie auf den verborgenen Stellenmarkt der Headhunter zugreifen können.

2. Keine Kompetenzen beim Netzwerken

Netzwerken ist hierbei ein unerlässlicher Faktor – eine überlebenswichtige Fähigkeit, wie Recruiter sagen. Wer eine Spitzenposition auf Senior Management Niveau oder höher anstrebt, sollte daher Online-Plattformen wie Experteer nutzen und sich nicht allein auf sein bestehendes Netzwerk verlassen. Viele Stellen auf dem verborgenen Stellenmarkt werden über die richtigen Beziehungen besetzt – daher ist es essentiell, dass Sie sich mit Recruitern, Fachkollegen und wichtigen Schlüsselpersonen in Ihrer Branche verbinden.

3. Schwierigkeiten, den eigenen Wert zu kommunizieren

Viele Stellensuchenenden bemängeln, dass die Anforderungsprofile von Führungspositionen zu spezifisch sind. Doch vielleicht können sie ihre Kompetenzen einfach nicht überzeugend genug vermitteln? Stimmt, gaben einige der Stellensuchenden zu. Auch Recruiter waren der Ansicht, viele Spitzenkräfte seien nicht in der Lage, ihre Leistungen anschaulich darzulegen. Das spiegle sich bereits in den Lebensläufen einiger Spitzenkräfte wider:

„Es ist merkwürdig – je höher die Hierarchieebene, desto schlimmer wird gelegentlich der Lebenslauf.“
„Manchmal verlangt man einen Lebenslauf und was man bekommt ist Krieg und Frieden.“

Als die Stellensuchenden gefragt wurden, was für sie die größte Hürde auf dem Weg zu ihrer nächsten Spitzenposition sei, gab nur ein Einziger an, dass die Gestaltung eines attraktiven Lebenslauf für ihn besonders schwierig sei. Dies legt nahe, dass die meisten Kandidaten sich der Tatsache nicht bewusst sind, dass ihre Lebensläufe nicht den Erwartungen der Recruiter entsprechen. Natürlich, ab einem bestimmten Karrierelevel benötigen Senior Professionals ihren Lebenslauf nur noch selten – oft werden sie von Recruitern direkt angesprochen. Wenn sie Ihren Lebenslauf allerdings doch brauchen, sollten sie ihn vorher gründlich entstauben.

4. Das Gefühl, diskriminiert zu werden

Zahlreiche Senior Professionals gaben als Hürden „Überqualifikation“ oder „Altersdiskriminierung“ an. „Ich habe das Gefühl, die Leute reagieren verschreckt auf meine über 30 Jahre Berufserfahrung.“

Tatsächlich hatten Führungskräfte aus dem oberen Management häufig das Gefühl, ihr umfangreicher Erfahrungsschatz sei bei der Suche nach einer neuen Karriereoption eher hinderlich. Vielleicht, weil von ihnen nach so vielen Jahren im Management bereits festgefahrene Verhaltensmuster erwartet wurden? Vielleicht auch deshalb, weil man ihnen nicht zutraut, sich noch einmal auf etwas Neues einzulassen?

Recruiter dagegen waren der Ansicht, dass weder Alter noch zu viel Erfahrung eine Hürde für Senior Professionals darstelle. Sie hoben sogar die Bedeutung eines breiten Erfahrungsspektrums hervor.

5. Probleme bei der Zusammenarbeit mit Personalberatungen

Es ist keine große Überraschung, dass einige Stellensuchende Personalberatungen selbst als Hindernis bei ihrer Suche nach Spitzenpositionen empfinden. Warum? Für sie scheint es, als blockiere diese den Weg zur nächsten Karrierechance. Mangelndes Feedback seitens der Beratung befeuert diese Wahrnehmung, der Stellensuchende fragt sich, „Warum werde ich nicht zurückgerufen?“

Entscheidend ist daher eine transparente Zusammenarbeit – wenn Sie Informationen benötigen (vielleicht haben Sie ja noch andere Stellenangebote an der Hand?), fordern Sie Feedback ein und vereinbaren Sie eine wöchentliche Rückmeldung über den Status Quo. Bleiben Sie jedoch realistisch. Die meisten Personalberater haben keine Kapazitäten, um Ihnen täglich ein Statusupdate zu geben.

6. Schlechte Vorbereitung

Wenn Sie eine neue Führungsposition anvisieren, sollten Sie sich gut vorbereiten. Vielleicht sind Sie überzeugt, bereits alle Voraussetzungen zu haben – doch Recruiter könnten da anderer Ansicht sein. Holen Sie sich also Feedback und decken Sie Bereiche auf, in denen Sie Ihre Expertise abrunden können. Das müssen nicht etwa Hard Skills sein – vielleicht üben Sie, wie Sie sich als Senior Manager am besten präsentieren können, vielleicht geben Sie Ihrem Lebenlauf den letzten Schliff, vielleicht lesen Sie einfach einige unserer Artikel über den Erstkontakt mit Headhuntern?

7. Der Schlüssel zum beruflichen Erfolg

Ein Großteil aller Stellensuchenden schreibt seine Erfolglosigkeit bei der Suche nach der passenden Senior Level Position externen Faktoren zu, die nicht in ihrer Hand liegen – z.B. mangelnde Stellenangebote, Diskriminierung etc. Die Lösung heißt Proaktivität. Die größten Hindernisse, die zwischen Spitzenkräften und der richtigen Karrierechance stehen, hängen direkt mit deren Fähigkeiten zusammen – und zwar nicht mit ihren Qualifikationen, sondern ihren Fähigkeiten bei der Stellensuche.

Wenn Sie sich also über Ihre Möglichkeiten informieren, wissen, wie und wo Sie suchen können und wer Ihnen mit professioneller Beratung zur Seite steht, steht Ihrem nächsten Karriereschritt nichts mehr im Wege.



Experteer verwendet Cookies. Informationen zum Datenschutz
Verstanden