Headhunter souverän beeindrucken

7 knifflige Bewerbungsfragen – und die überraschenden Antworten darauf

Die Vorgehensweise ist klar: Mit kreativen, manchmal wirklich kniffligen Fragen wollen Headhunter mögliche Kandidaten auf die Probe stellen. Wie gehen sie mit dieser Aufgabe um – und vor allem: wie verhalten sie sich unter Druck? Mit ein paar klugen Sätzen manövriert es sich souverän auf die sichere Seite. 

Bewerbungsfragen

Keine Angst vor dem Gespräch beim Headhunter: Viele seiner Fragen mögen kreativ wirken – doch oft sind sie nur Klassiker in neuer Aufmachung.

„Erzählen Sie doch mal etwas über sich“

Diese Frage ist ein klassischer Eisbrecher für den Einstieg ins Gespräch und für zum Warm werden gedacht. Achten Sie darauf, Ihre Trümpfe nicht schon jetzt auszuspielen. Stattdessen sollten Sie sich an den Stationen Ihres Lebenslaufs entlang hangeln. Dinge wie Ausbildung, Positionen und Erfahrung. Ein bis zwei Minuten reichen für die Beantwortung locker aus.

„Was ist größte Angst?“

Gleiten Sie nicht zu allgemeine Antworten ab! Sinnvoller wäre es, in Ihre Erwiderung einen Bezug zur künftigen Jobposition einzubauen. So können Sie darauf eingehen, dass Sie mit Ihrer Führungsposition gewisse Ängste und damit auch Risiken verbinden. Aber: Genau darin sehen Sie eine spannende Herausforderung, um Ihre Karriere weiterzuentwickeln.

„Wie würden ihre Freunde Sie beschreiben?“

Hier fragt Ihr Gesprächspartner durch die Hintertür: Seine Frage zielt nur darauf ab, Ihre Stärken und Schwächen kennen zu lernen – immerhin eine elegante Variante. Bei Ihren Stärken sollten Sie selbstsicher und überzeugend auftreten ohne zu übertreiben. Und untermauern Sie Ihre Fähigkeiten mit ein oder zwei Beispielen aus Ihrer vorangegangenen Position. Hinsichtlich der Schwächen gilt: Wählen Sie eine Schwäche, die wirklich eine Schwäche ist. Sparen Sie sich die Klassiker wie „Ungeduld“ oder „Perfektionismus“, sondern vermitteln Sie Ihrem Gesprächspartner eine leichte Schwäche, an deren Lösung Sie bereits arbeiten. Ein Beispiel, wenn Sie ein kreativer Geist sind: „Mein Schreibtisch ist häufig unordentlich, denn ich brauche das kreative Chaos. Aber ich sortiere  jeden Freitag streng aus.“ Somit hat das Unternehmen kein Problem mit Ihrer Schwäche.

„Warum wollen Sie diese Stelle?“

Ebenfalls ein echter Klassiker: Bei der Antwort sollten Sie überzeugend darstellen, dass sich Ihre Interessen und Erfahrungen mit den Anforderungen an die neue Position im Unternehmen decken. Machen Sie deutlich, dass Sie in Ihrer Situation der beste Kandidat für genau diese Ausschreibung beim richtigen Unternehmen sind. Schließlich haben Sie sich aus diesem Grund beworben.

„Gegenüber Ihren bisherigen Arbeitserfahrungen scheinen die Anforderungen der ausgeschrieben Stelle eher gering. Wie ist Ihre Meinung dazu?“

Ihr Gesprächspartner sagt Ihnen klipp und klar: „Sie sind überqualifiziert.“ Darin ist impliziert, dass Sie als Kandidat „zu teuer“ sind oder Sie die nächste Gelegenheit am Schopf packen, wenn Sie etwas besseres finden. Hier müssen Sie überzeugen und die vorhandene Skepsis in das Gegenteil drehen: Zeigen Sie Ihrem Arbeitgeber, dass diese Vorurteile unberechtigt sind. Versichern Sie dem potenziellen Unternehmen Ihre Loyalität. Und stellen Sie die möglichen Herausforderungen der Position heraus. Vermitteln Sie einmal mehr, warum nur Sie für diesen Job in genau diesem Unternehmen in Frage kommen und welcher Zugewinn Sie für den neuen Arbeitgeber wären. Ihre Gehaltsvorstellung steht allerdings auch auf dem Prüfstand: Reduzieren Sie Ihre Gehaltsvorstellung um fünf bis zehn Prozent! Überlegen Sie stattdessen: Welche anderen unentgeltlichen Möglichkeiten könnte das Unternehmen Ihnen bieten?

„Was haben Sie in Ihrem vergangenen Job am wenigsten gemocht – und warum?“

Passen Sie auf! Auf keinen Fall sollten Sie persönliche Kritik an Ihrem ehemaligen Chef oder Kollegen vorbringen. So ein Verhalten wirft kein gutes Licht auf Sie. Vermitteln Sie eine andere Perspektive: Sie haben Ihren Job durchaus gerne gemacht, jedoch sehen Sie in der ausgeschriebenen Stelle die Chance zur Weiterentwicklung. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie beispielsweise bei der alten Stelle erworben haben, können Sie nun in die neue Stelle voll und ganz einbringen.

„Was werden Sie in den ersten vier Wochen in Ihrer neuen Position erreicht haben?“

Hier gilt es vor allem cool zu bleiben. Ihr Gesprächspartner will eindeutige Ziele genannt bekommen. Allerdings kennen Sie nicht die genaue Situation innerhalb des Unternehmens, nicht die Hierarchien, und Sie sind auch nicht mit den konkreten Tätigkeitsfeldern vertraut. Was nun? Sie können Ihrem Gesprächspartner klar machen, dass Sie innerhalb des ersten Monats genau diese Unsicherheiten in belastbares Wissen gewandelt haben. Am Ende des Zeitraums sind Sie sich dann darüber klar, welche präzisen Aufgaben und Ziele Sie erfüllen müssen.



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