Bewerbungsfehler

Typische Bewerbungsfehler – die „all-time classics“

In unserem Gastartikel beschäftigt sich Leaderspoint-Geschäftsführer Dr. Thorsten Knobbe mit typischen Bewerbungsfehlern: Eine erfolgreiche Bewerbung zu erstellen, ist nicht einfach und erfordert viel Wissen und Geschick. Mit unseren Tipps geht es leichter von der Hand. Hier eine Auflistung typischer Bewerbungsfehler, die es zu vermeiden gilt:

Fehler 1: Im Anschreiben seine Vorzüge nicht individuell präsentieren

Vermeiden Sie Standardphrasen oder Schlagwörter. Dass Sie „kreativ“, „motiviert“, „leistungswillig“ und „teamorientiert“ sind, sollte zwar jeden Personalchef freuen. Aber er muss solche Phrasen sicherlich zigmal am Tag lesen, und ohne weitere Begründung wirken sie wenig überzeugend. Reichern Sie also diese Begriffe, Ihre relevanten Eigenschaften, mit zusätzlichen Informationen an: Warum haben Sie diese Eigenschaften, worin zeigen sie sich, wodurch untermauern Sie sie? Gerade als Führungskaft oder erfahrener Experte dürften Sie genügend Argumente zu bieten haben.

Fehler 2: Im Anschreiben keinen Bezug zur Stelle nehmen

Stellen Sie einen konkreten Bezug zum Unternehmen oder zumindest der in Frage kommenden Stelle, um die Sie sich bewerben, her. Jedoch: ‚Beten‘ Sie nicht den Wortlaut der Stellenanzeige herunter, greifen Sie lieber Schlüsselstellen der Anzeige auf und erläutern Sie Ihren persönlichen Beitrag dazu, zeigen sie, wie und wo Sie dem Arbeitgeber einen Wertzuwachs und eine Unterstützung liefern werden.

Fehler 3: Lebenslauf enthält zuviel banale Informationen

Vermeiden Sie unnötige Informationen. Dazu gehören Angaben zu Name, Geburtsdatum und dem Beruf Ihrer Eltern und Familienangehörigen (Ehemann, Ehefrau, Kinder). Das passt nicht zu einem Executive oder aufstrebendem Toptalent! Auch Angaben zu Religion, politische Parteizugehörigkeit, Gesundheitszustand oder Vermögensverhältnissen haben im Lebenslauf normalerweise nichts zu suchen. (Nur wenn Sie sich bei religiösen oder politischen Vereinigungen, Parteien oder Organisationen bewerben, mag die Sachlage anders aussehen). Hobbys sollte nur erwähnt werden, wenn sie sich gut in Einklang bringen lassen mit der Stelle, um die Sie sich bewerben, oder wenn sie Aufschluss über besondere Qualifikationen bzw. Kernkompetenzen geben.

Fehler 4: Dem Lebenslauf fehlt die Story

Klassische Bewerbungsratgeber konzentrieren sich meist auf The­men, wie Lücken im Lebenslauf, das Bewerbungsfoto oder die Frage, wie viele Seiten ein Lebenslauf umfassen soll. Natürlich sind diese Punkte wichtig, jedoch sind sie hinlänglich bekannt, lückenhafte Lebensläufe werden heute kaum noch verschickt. Mindestens genauso wichtig ist die richtige ‚Story‘ im Lebenslauf. Es reicht eben nicht, die einzelnen Stationen nur lückenlos und in der richtigen Reihenfolge aufzulisten. Gerade Bewerber um Managementposi­tionen und Topführungskräfte haben bisweilen eine sehr reichhaltige Vita mit vielen Stationen, Positionen und Erfahrungswerten vorzuweisen. Manche dieser Lebensläufe sind so prall gefüllt, dass selbst erfahrene Headhunter Schwierigkeiten haben, die Übersicht zu behalten. Damit verkehrt sich der eigentliche Vorteil des reichhaltigen Kompetenzprofils ins Gegenteil. Erfolgreiche Bewerber führen nicht einfach alle Tätigkeiten und Kompetenzen stur auf, sondern konzentrieren sich auf die logische und einleuchtende Darstellung der für die aktuelle Position relevanten Informationen.

Fehler 5: Der Bewerbung fehlt die klare Positionierung

Ein typischer Fehler bei Initiativbewerbungen, und auch erfahrene Führungskräft sind nicht vor ihm gefeit: Man stellt sich mit seinem ganzen Erfahrungsschatz und Portfolio dar, und der Personalreferent oder Personalberater kann sich selbst aussuchen, welche Informationen ihm wichtig sind und auf welche Position man passen mag. Das kann für den Bewerber recht bequem sein – man braucht die Mappe nicht anzupassen –, ist aber der falsche Weg zur erfolgreichen Bewerbung. Auch bei Initiativbewerbungen sollten Sie eine klare Zielposition oder zumindest ein bestimmtes Aufgabengebiet vor Augen haben und kommunizieren.

Fehler 6: Sich über oder unter Wert verkaufen

Eine mit zahlreichen Heldentaten übertrieben ausgeschmückte Vita ist unglaubwürdig und damit genauso schädlich wie der laffe Lebenslauf, der außer den brav aufgelisteten beruflichen Stationen kaum weitere Informationen enthält. Es gilt, das richtige Maß an Selbstmarketing zu finden und sich ins rechte Licht zu rücken. Faustregel: Angebenene Erfolge sollten immer belegt werden und Kenntnisse immer auch tatsächlich vorhanden sein. Peinlich der Manager, der etwa seine Englischkenntnisse mit sehr gut angibt und dann im Vorstellungsgespräch beim spontanen Test kläglich vor sich hin stammelt.

Fehler 7: Ein schlechtes Foto

Wenn Sie ein Foto einfügen, nehmen Sie ein professionell erstelltes Exemplar. Nichts zerstört den ersten Eindruck so nachhaltig wie ein billiges Foto aus dem Automaten. Es soll schon gestandene Executives gegeben haben, die hier am falschen Ende gespart haben… Bedenken Sie, dass das berühmte Bild mehr als tausend Worte sagt – Sympathie oder Antipathie auf den ersten Blick gibt es auch bei Personalentscheidern. Ob Sie ein Schwarzweiß- oder Farbfoto verwenden, ist meist unerheblich. Achten Sie darauf, dass Sie gediegen und nicht übertrieben leger (T-Shirt) bekleidet sind, selbst bei Bewerbungen in eher informellen Branchen wie IT oder Werbung. Das Bewerbungsfoto verliert übrigens an Bedeutung: Wer partout nicht fotogen ist, sollte das Foto lieber gleich weglassen, anstatt notgedrungen ein schlechtes Bild mitzuschicken.

Zum Autor: Thorsten Knobbe ist Geschäftsführer und Managing Partner von TK Management und der Leaderspoint GmbH.


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