Kann ich Sie als Referenz angeben

„Darf ich Sie als Referenz angeben?“ Was Manager bedenken sollten

Wenn ein Mitarbeiter Ihr Unternehmen verlässt, müssen viele Dinge erledigt werden. Das Hand-Over, eine neue Stellenbesetzung und vieles mehr. Doch Ihr zukünftiger Ex-Angestellter mag vielleicht noch etwas auf dem Herzen haben, bevor er die Firma verlässt. „Darf ich Sie als Referenz angeben?“ Wie Ihre berufliche Beziehung auch gewesen sein mag: Angestellte wissen, dass die meisten Personalverantwortlichen bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber durchklingeln werden, um sich über ihn zu erkundigen – egal, ob sie Sie als Referenz angegeben haben oder nicht.

Kann ich Sie als Referenz angeben

Wer schlau ist, versichert sich also bereits vor seinem Abgang, dass sich der Chef für seine Leistungen verbürgt. Genau das ist das Dilemma: Wollen Sie als Referenz dienen? Überlegen Sie genau, bevor Sie vorschnelle Versprechungen machen. So reagieren Sie auf die Frage „Darf ich Sie als Referenz angeben?“

Ist es vom Unternehmen genehmigt?

Um rechtliche Schritte von verärgerten Ex-Mitarbeitern auszuschließen, die mit Ihrer womöglich verhaltenen Referenz unzufrieden sind, untersagen einige Unternehmen Ihren Führungskräften, als Referenz zu dienen. Genauer gesagt ist es lediglich erlaubt, die Tätigkeit eines ehemaligen Mitarbeiters zu bestätigen und Auskunft über die Dauer der Beschäftigung zu geben. Denn wenn ein referenzgebender Manager lügt, versehentlich oder absichtlich Fehlinformationen gibt oder schlecht von einem Angestellten spricht, kann dieser das Unternehmen unter Umständen wegen übler Nachrede verklagen. Bevor Sie also enthusiastisch zusagen, sollten Sie die Vorgaben in Ihrem Unternehmen prüfen. Wenn Sie von einem Mitarbeiter nicht hundertprozentig überzeugt waren, kommen Sie noch einmal davon. Statt eine schlechte Referenz abzugeben – oder, schlimmer noch, zu lügen – , müssen Sie nur den Beschäftigungszeitraum des Mitarbeiters verifizieren. Einem Angestellten, den Sie nur schweren Herzens gehen lassen, können Sie dagegen Ihre Handynummer oder Emailadresse geben.

Waren Sie mit der Leistung des Mitarbeiters zufrieden?

Wenn Sie die rechtlichen Aspekte abgeklärt haben, müssen Sie sich fragen: Können Sie über den betreffenden Mitarbeiter Positives berichten? Als Referenz sollten Sie nämlich ehrlich antworten. Wenn Ihr Ex-Mitarbeiter nur gelegentlich mit der Einhaltung der ein oder anderen Frist Probleme hatte, können Sie das unter den Tisch fallen lassen – wenn es öfter vorkam, sollten Sie es erwähnen. Sprechen Sie dies vorab mit Ihrem Mitarbeiter ab. Hat der betreffende Mitarbeiter jedoch kontinuierlich schlechte Leistungen erbracht, so sollten Sie keine falschen Hoffnungen wecken und ihm ehrlich und offen sagen, dass Sie sich nicht für Ihn verbürgen können. Erklären Sie die Hintergründe: „Wolfgang, wir haben viel über deine Leistungen diskutiert – aus diesem Grund fühle ich mich nicht ganz wohl bei der Vorstellung, als Referenz für dich zu dienen.“ Wenngleich es für Ihren Angestellten hart sein mag, dies zu hören, letztlich tun Sie ihm damit einen Gefallen.

Sind Sie voreingenommen?

Im Idealfall arbeiten managen Führungskräfte keine Freunde oder Familienmitglieder. Doch manchmal ist es eben doch der Fall – dann arbeitet Ihre Schwägerin in einer anderen Abteilung oder der derzeitige Leiter der Marketingabteilung ist ein Studienfreund von Ihnen. Es ist wichtig, gute und stabile Beziehungen in der Arbeit aufzubauen, wenn diese jedoch über ein professionelles Niveau hinausgeht, sollte Ihr Mitarbeiter Sie nicht als Referenz angeben. Auch wenn Sie davon überzeugt sind, wird Ihr Urteil niemals objektiv ausfallen. Wenn Sie mit dem betreffenden Angestellten dagegen lediglich einen freundschaftlichen Umgang pflegen, ist es in Ordnung, sich als Referenz angeben zu lassen – solange Sie sich bei Ihren Ausführungen strikt auf dessen Pflichten und Leistungen innerhalb des Unternehmens konzentrieren.

Haben Sie die Kapazitäten?

Eine Stellensuche kann für alle beteiligten Parteien stressig sein. Wenn Ihr ehemaliger Kollege besonders motiviert nach einer neuen Karrierechance sucht, wird er seine Bewerbung sicherlich nicht nur bei einem Unternehmen einreichen und mehrere Vorstellungsgespräche haben. Folglich ist es gut möglich, dass Sie Emails und Anrufe von mehreren verschiedenen Personalverantwortlichen erhalten – und das vielleicht mehrmals hintereinander. Fragen Sie sich also: Habe ich die Kapazitäten – beruflich und privat, – um eine qualitativ hochwertige Referenz abzugeben? Bevor Sie Ihrem Mitarbeiter also Ihre Unterstützung zusichern, sollten Sie sich über Ihren eigenen Zeitplan klar werden. Wenn er Sie als Referenz angeben will, vertraut er darauf, dass Sie seine Fähigkeiten in einem guten Licht präsentieren. Versichern Sie sich also, ob Sie seine Erwartungen erfüllen können.



Experteer verwendet Cookies. Informationen zum Datenschutz
Verstanden