Rendezvous mit dem Headhunter

Gute Vorbereitung ist alles

Headhunter-Gespräch: Machen auch Sie diese Fehler?

Ein Bewerbungsgespräch mit einem Headhunter ist so etwas wie ein Rendezvous – wenn auch beruflich und auf professioneller Ebene. Und wie bei einem privaten Tete-a-Tete ist auch hier der erste Eindruck wichtig. Worauf Sie achten sollten und warum die ersten 30 Sekunden so entscheidend sind, erklärt Rebecca Schween, Managing Director bei Worldkonnekt.

Rendezvous mit dem Headhunter

Es ist wie bei einem privaten Rendezvous: Äußerlichkeiten wie Körpersprache, Blick oder Kleidung sind anfangs auch bei einem Headhunter-Gespräch wichtig.

Der Executive Search-Profi sagt: “Verschiedene Studien haben herausgefunden, dass die Wahrnehmung einer Person zu 50 Prozent von deren Erscheinungsbild abhängt.” Deshalb achten viele Headhunter auf die kleinen Dinge bei einem Bewerber. Trägt der Kandidat Business-Kleidung? Sind die Schuhe poliert? Ist das Make-up angemessen oder der Schmuck passend? Der erste Eindruck entscheidet, also die ersten 30 Sekunden – in denen bereits viele hoffnungsvolle Bewerber durchs Raster fallen würden, so Schween. Gelingt es jedoch, diese Hürde zu überwinden, wartet bereits die nächste Herausforderung.

Achtung, Ihr Körper spricht!

Ein Punkt, über den sich Kandidaten im Vorfeld eines Headhunter-Gesprächs Gedanken machen sollten, sei die eigene Körpersprache. Sie liefert einen wichtigen Teil für das Puzzle “Bewerbungsgespräch” – und zwar ganz ohne Worte. Eine gerade Kopfhaltung, ein offener Gesichtsausdruck, der Aufmerksamkeit suggeriert, oder regelmäßiges Nicken im Gespräch – alles Dinge, die das Gegenüber positiv beeinflussen können. Bewerber, sagt Schween, sollten eine offene und positive Einstellung sowie genügend Motivation mitbringen. “Schließlich will der Headhunter sichergehen, dass sich der Kandidat beim jeweiligen Klienten dann ebenso positiv darstellt.”

Hier droht das Aus

Eine gründliche Vorbereitung ist die halbe Miete des dort anstehenden Gesprächs. Warum wollen Sie für uns arbeiten? – so lautet meist dessen Kernfrage, und der Kandidat sollte sie mehr als ausreichend beantworten können. Ansonsten droht das Aus. Das Gleiche gilt für die Werte, Ziele und Produkte des Unternehmens. “Im Interview kann er diese Informationen nutzen, um zu zeigen, wie dies mit seinen eigenen Karrierezielen zusammenpasst und sich dadurch für die Stelle qualifizieren”, sagt Schween. Für die Headhunterin ist es ebenfalls wichtig, dass der Bewerber die Unternehmenskultur kennt: “Arbeitsethos des Kandidaten und die Unternehmenskultur müssen zusammenpassen, wenn die Bewerbung bei der jeweiligen Firma erfolgreich sein soll.”

Lücken im Lebenslauf – und jetzt?

Ein entscheidender Punkt für den Bewerber sei auch, aktiv Fragen zu stellen. Neben den (aus seiner Sicht natürlich verständlichen) Standardfragen – zum Beispiel bezüglich Gehalt oder Urlaubstage – sollte das Interesse vor allem dem Job an sich gelten. Wie ist das Arbeitsumfeld? Wo steht die jeweilige Abteilung derzeit und welche konkreten Ziele verfolgt sie? Der Bewerber könne durch sein aktives Interesse das Gespräch lenken und somit unangenehme Fragen umschiffen, erklärt Schween.

Angst vor einer Lücke im Lebenslauf übrigens müsse man in der Regel nicht haben. Allerdings sollten Kandidaten eine plausible Erklärung dafür parat haben. Dann, so Schween, könne man eventuell sogar damit punkten – zum Beispiel, wenn der Bewerber sich im entsprechenden Zeitraum sozial engagiert hat.