Das Online-Profil von Kandidaten wird zu einem immer wichtigeren Auswahlkriterium im Bewerbungsprozess. Wer seine Profile nicht aktualisiert und Informationen und private Fotos leichtsinnig im Internet verbreitet, spielt mit dem Feuer. Denn der erste Eindruck zählt! Und den bekommen mittlerweile fast alle Personalberater durch die Online Recherche – gerade in Zeiten der Online-Bewerbung. Zwar bedeutet ein blütenweißes Online-Image nicht gleich die Anstellung als Vice President, doch eins ist sicher: ein schlechter Ruf im Netz kann bei der Bewerbung durchaus von Nachteil sein.
Der virtuelle Ruf und sein Markt
Inzwischen ist es gang und gäbe seine neuesten Erlebnisse in die virtuelle Welt zu übertragen. Meist macht man sich darüber wenig Gedanken, vor allem weil viele soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter von den meisten Nutzern als persönliche und private Plattform genutzt werden und weniger für berufliche Zwecke.
Doch auch wenn der Nutzer seine vermeintliche Privatsphäre auf Facebook und Co wahren möchte, machen ihm die Unternehmen allmählich einen Strich durch die Rechnung. Denn immer mehr Firmen haben selbst eine Online-Präsenz auf sozialen Netzwerken und nutzen diese sogar zu Recruiting-Zwecken.
Ob wir es wollen oder nicht, auch auf unserer virtuellen Spielwiese Facebook sollten wir uns so präsentieren, dass dadurch die Chancen bei einem Bewerbungsgespräch nicht plötzlich viel geringer ausfallen, vor allem wenn Sie sich auf eine Stelle im Senior Management bewerben.
Vergessen Sie nicht: Das Netz vergisst nichts! Und so hängt der virtuelle Ruf, auch Jahre nach Erstellen eines Profils, entscheidend davon ab was Suchmaschinen beim eigenen Namen zuerst auflisten.
Eine Studie von Microsoft zeigt warum höchste Zeit ist zu handeln. Laut Umfrageergebnisse prüfen 37% der Nutzer von sozialen Netzwerken ihre Online-Präsenz nie oder nur selten. Immerhin 15% der Befragten berichteten negative Konsequenzen aufgrund der frei zugänglichen Daten zu ihrer Person, die meist von der Online-Aktivität anderer schädigend beeinflusst wurden. 23% von diesem Prozentsatz waren der Meinung, dass dies sogar zu ihrer Entlassung führte und weitere 20%, dass sie aufgrund dieser Inhalte eine anvisierte Stelle nicht erhalten haben.
Sind die Fehler einmal gemacht hilft oft nur Schadensbegrenzung: 17% der Internetnutzer geben an, versehentlich Informationen im Netz veröffentlicht zu haben, welche eigentlich nur für den privaten Gebrauch gedacht waren. Dabei handelt es sich meist um Informationen über das Privatleben (56%) und persönliche Fotos (38%).
Was also tun? Wir haben ein paar praktische Tipps für Sie, wie Sie Ihr Online-Image im Netz pflegen können.
Absolute No-Go‘s:
Unpassende Kommentare oder Fotos, Bedenken bezüglich des Lebensstils und Falschangaben sind absolut tabu! Denn diese drei Dinge sind laut Studien die häufigsten Ursachen für das Ablehnen von Bewerbern. Achten Sie zudem ganz genau darauf welchen Gruppen Sie zum Beispiel bei Facebook beitreten.
Qualität statt Quantität
Registrieren Sie sich nicht wahllos in Foren und Netzwerke um möglichst oft von Suchmaschinen aufgespürt zu werden. Legen Sie besser ein/zwei gut gepflegte Profile bei einem Karrieredienst oder in einem Business-Netzwerk an. Haben Sie sich vor 3 Jahren einmal eine Konto bei Google+ angelegt, dass Sie jetzt nicht mehr nutzen? Dann bitte löschen.
Eigenrecherche
Wenn Sie gerade auf Stellensuche sind, sollten Sie mindestens einmal pro Monat den eigenen Namen in die großen Suchmaschinen eingeben. Probieren Sie verschiedene Schreibweisen Ihres Namens aus und weiten Sie die Suche auch auf Bilder und Videos aus. Denn nur wer seinen Online-Ruf kennt, kann ihn auch verbessern. Prüfen Sie auch, ob Sie Namensvetter im Netz haben und grenzen Sie sich wenn nötig klar ab.
Persönliches schützen
Was Sie in Ihrer Freizeit machen sollte nicht weltweit durchs Netz kursieren. Sie sollten dafür sorgen, dass privat bleibt, was privat ist. Wenn Sie nicht auf Facebook als Ihre persönliche Spielwiese verzichten wollen, dann nutzen Sie unbedingt die umfangreichen Einstellungen Ihrer Privatsphäre. Und wenn Sie mal kontroverse Meinungen in Foren vertreten, tun Sie das besser unter einem Pseudonym.
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