Oktoberfest Networking

Networking auf dem Oktoberfest

In 7 Schritten zum Maßkrug-Deal

Netzwerken ist eine Kunst. Insbesondere dann, wenn die Kulissen aus Bierzelt, Achterbahn oder Riesenrad bestehen. Wer auf dem Münchner Oktoberfest erfolgreich geschäftliche Kontakte knüpfen oder erweitern möchte, sollte die Grundregeln des Wiesn- Networking beherrschen. Und die lauten ganz sicher nicht: Oans, zwoa, gsuffa!

Oktoberfest Networking

Das Oktoberfest ist der perfekte Ort für Casual Networking. Auf die ganz großen Deals zwischen Maß und Brezn sollte man allerdings nicht hoffen.

Das Münchner Oktoberfest ist nicht nur das größte Volksfest der Welt, sondern auch ein hervorragender Ort, um neue berufliche Netzwerke zu knüpfen oder die alten Kontakte aufzufrischen. Denn eine Einladung auf die Wiesn ist ein echtes Incentive, sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter. Eines, das von der Weltmarke „Oktoberfest“ lebt. Eines, das mit seiner Strahlkraft auch internationale Kunden anzieht. Jetzt müssen Sie also nur wissen, wie Sie im Bierzelt, im Kettenkarussell oder beim Armbrustschießen eine gute Figur machen und Ihr Casual Networking perfektionieren. Ganz gleich, ob Sie Gastgeber oder Gast sind.

Wie das geht, verrät Ihnen Martin Prankl, Chef einer Werbeagentur mit Schwerpunkt PR im Süden von München, und als waschechter Oberbayer ein erfahrener Wiesn-Netzwerker. Hier sind seine Tipps zum Casual Networking.

1. Die Einladung

Martin Prankl ist Inhaber einer Werbeagentur mit Schwerpunkt PR und bezeichnet sich selbst als Oberbayer. Sein Tipp fürs Casual Networking: Seien aSie authentisch!

Agenturchef Martin Prankl bezeichnet sich selbst als Oberbayer. Sein Tipp fürs Casual Networking: Seien Sie authentisch!

Achten Sie bei der Einladung auf die jeweiligen Gepflogenheiten. Im Armbrustschützenzelt etwa findet häufig ein Wettschießen der Schützengilde statt. Hier sollten Sie natürlich mitmachen, allerdings bitte noch vor der ersten Maß. Derartige gemeinsame Aktionen bieten Ihnen einen hervorragenden Aufhänger für die folgenden Gespräche. Sie sind noch in einem anderen Zelt eingeladen? Fragen Sie Ihren Gesprächspartner doch einfach, ob er nicht mitkommen möchte. So beweisen Sie Aktivität und Flexibilität.

2. Die Gesprächspartner

Erkundigen Sie sich im Voraus, wen Sie erwarten dürfen und planen Sie konkrete Gespräche. Oft kann Ihnen der Gastgeber hierbei auch mit einem sozialen Intro helfen.

3. Die Kleidung

Achtung, Fettnäpfchenalarm, gerade für “Preißn”! Wählen Sie bitte nicht das Modell Aldi-Dirndl oder Lidl-Lederhose. Im Gegenteil, überzeugen Sie Ihre Geschäftspartner mit Stil und lassen Sie sich in einem Fachgeschäft für Trachten beraten. Den Janker aus der Modellreihe „Stoiber“ im lebendigen Steingrau lassen Sie bitte auf der Stange hängen. Setzen Sie stattdessen einen farbigen Akzent.

4. Im Bierzelt

Obwohl bzw. weil auf dem Oktoberfest das Bier in „Maßen“ getrunken wird, sollten Sie hier besondere Vorsicht walten lassen. Ein betrunkener Gesprächspartner hinterlässt gerade beim Casual Networking einen sehr schlechten, weil unprofessionellen Eindruck. Kleiner Tipp: Auch alkoholfreies Bier gibt’s auf dem Oktoberfest.

Beim Schunkeln und Tanzen auf den Bänken gilt: Es muss passen. Sind ihre Geschäftspartner eher kühl, dann geben Sie ihnen die Zeit warm zu werden. Die Anspannung löst sich schon im Lauf der Zeit. Zum Thema Bezahlen: Auf dem Oktoberfest sind eigentlich alle in Geber-Laune. Nutzen Sie das aber nicht aus, sondern achten Sie auf Ausgewogenheit. Geschäftspartner nehmen das wahr!

5. Visitenkarten

Wann ist der ideale Zeitpunkt für die Visitenkarte? Gleich nach der Vorstellung? Am Ende des Gesprächs noch rasch „hinterherwerfen“? Sicher nicht. Auch hier muss die Situation passen. Fixieren Sie sich nicht auf die Übergabe der Visitenkarte – es ergibt sich. Hat ihr Gesprächspartner keine Karte dabei, lassen Sie sich doch seine Nummer ins Handy einspeichern. Machen Sie noch ein gemeinsames Foto und verschicken Sie es! Damit zeigen Sie ehrliches Interesse.

6. Über was rede ich nur?

Wer fragt führt! Zeigen Sie echtes Interesse an Ihrem Gesprächspartner: Was bewegt ihn, woran sitzt er gerade, welche Problemstellung beschäftigt ihn? Führen Sie ihn gezielt mit Fragen auch auf Ihre Themen. Aber bedenken Sie – dies ist kein Meeting im Büro, sondern ein Casual Networking. Beschränken Sie ihre Gespräche also nicht nur auf Berufliches.

7. Große Deals

Die werden Sie auf der Wiesn sicherlich nicht abschließen. Aber darum geht es auch gar nicht. Hier sollen Sie vielmehr eine ausgewogene Mischung aus Businesstalk und Social Glue betreiben.

Der Tag danach

Starten Sie ein kurzes Follow-Up zum Bierzelttalk oder versenden ein nettes Foto vom Vorabend. Halten Sie sich kurz, liefern Sie einen Mehrwert und laden Sie Ihre Gäste etwa zu einem Termin für ein gemeinsames Mittagessen ein.

Der wichtigste Ratschlag für ein zünftiges Wiesn-Networking: Seien Sie sie selbst. Verkleiden Sie sich nicht mit einer Tracht, wenn Sie es nicht mögen. Jeder wird Ihnen anmerken, dass etwas nicht stimmt. Versuchen Sie bitte auch nicht Bairisch zu sprechen, wenn Sie es nicht beherrschen. Bedenken Sie immer, dass zu einem entspannten Netzwerken auch jede Menge Spaß und Abwechslung gehören.