Fehler im Headhunter-Gespraech

Die größten Fehler im ersten Headhunter-Gespräch

Sie haben die ersten Schritte im Kontakt mit einem Headhunter unternommen und ihm Ihre Unterlagen zugesendet und auch sein Angebot, nachdem er Ihre Unterlagen mit der offenen Stelle abgeglichen hat, das erste Telefonat zu führen, erhalten? Dann gibt es einige Kriterien, die Sie beachten sollten, um den nächsten Erfolg bei Ihrem bevorstehenden Karriereschritt zu verzeichnen.

In dem Artikel Kontaktanbahnung mit Headhuntern haben wir Ihnen die größten Fehler gezeigt, die in dieser Phase oft eintreten. Da Sie kurz vor Ihrem Erstgespräch stehen, haben Sie bisher alles richtig gemacht. Damit Sie weiterhin erfolgreich im Bewerbungsprozess bleiben, weisen wir Sie auf gängige Fehler im Headhunter-Gespräch hin, die Sie im nächsten Schritt vermeiden sollten.

Fehler im Headhunter-Gespraech

 

Fehler Nummer 1: Fehlende Voraussetzung

 

Sie wissen bereits, dass Sie die Stelle nicht antreten werden und führen dennoch das Interview mit Ihrem Headhunter. Unabhängig wie plausibel und nachvollziehbar Ihre Gründe sein mögen, für den Headhunter ist das Gespräch für das aktuelle Projekt mit Ihnen beendet. Denn ursprünglich haben Sie das Interview mit einem anderen Ziel vereinbart. Der Personalberater geht mit einer anderen Ausgangssituation in das Interview. Auch wenn Sie die Absicht haben, Ihr Gegenüber für sich als Karriere-Coach zu gewinnen, der Sie anderweitig vorwärts bringen kann, entspricht das nicht einem professionellen Auftreten. Sie signalisieren, dass Sie für ihn kein verlässlicher Geschäftspartner sind und er muss befürchten, dass Sie im Verlauf einer Zusammenarbeit negative Überraschungen bereithalten.

Lösung: Seien Sie von Anfang an ehrlich und transparent und gleichen Sie Ihre Ziele und Vorstellungen ab. Seien Sie offen und wenn Sie ein Ungleichgewicht entdecken, besprechen Sie dieses, bevor Sie den nächsten Schritt gehen. Versuchen Sie nicht, den Headhunter zu überrumpeln und ihn für Ihre Zwecke zu gewinnen.

 

Fehler Nummer 2: Fehlende Ernsthaftigkeit

 

Der erste Eindruck zählt. Wenn Sie in unangemessener Kleidung (z.B. Freizeitkleidung) zum Termin erscheinen, dann erzeugen Sie kein professionelles Bild als Senior Manager. Sie zeigen, dass Sie nicht ernsthaft an dem Gespräch interessiert sind. Auch wenn Sie Ihr Handy nicht abschalten, oder schlimmsten Falls sogar auf den Tisch legen, verlieren Sie Ihre Glaubwürdigkeit.

Lösung: Es gilt die bekannte Regel: Kleiden Sie sich immer eine Stufe höher, als es die Vakanz, um die es geht, verlangt. Schenken Sie Ihrem gegenüber volle Aufmerksamkeit und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche im Gespräch.

 

Fehler Nummer 3: Fehlende Exklusivität

 

Damit Sie Ihren nächsten Karriereschritt gehen können, benötigen Sie Zeit. Es gibt es immer wieder Senior Professionals, die ihr Eisen in alle Feuer werfen und sich auch bei Unternehmen bewerben, bei denen Sie der Headhunter aktuell präsentieren möchte. Sie stiften damit Verwirrung. Denn liegen einem Recruiter mehrere Bewerbungen von Ihnen vor, ggf. noch mit abweichenden Angaben und von mehreren Headhuntern, so hinterlassen Sie einen unprofessionellen Eindruck! Ihr Headhunter will Sie exklusiv betreuen.

Lösung: Stimmen Sie sich ab, zu welchen Firmen Sie Kontakt haben und welche Ihr Berater für Sie kontaktiert.

 

Fehler Nummer 4: Fehlende Sicherheit

 

Sie präsentieren sich und Ihren Lebenslauf nicht sicher beim Gespräch und verstricken sich in widersprüchliche Aussagen? Das vermittelt kein kompetentes Bild einer Führungskraft.

Lösung: Seien Sie Profi – Ihren Lebenslauf kennen Sie auswendig und können diesen lückenlos und selbstbewusst vortragen!

 

Fehler Nummer 5: Fehlende Glaubwürdigkeit

 

Wenn Sie falsche oder widersprüchliche Angaben in Ihrem Lebenslauf schreiben, dann ist das ein absolutes K.o.-Kriterium, um weiter mit Ihnen zu arbeiten. Personalberater sind Experten und finden solche Unwahrheiten schnell heraus. Auch wenn Sie die Zusammenhänge im Lebenslauf nicht plausibel erklären, begehen Sie einen großen Fehler. Ihr Gegenüber wird Fragen stellen und Unklarheiten schnell aufdecken.

Lösung: Offenheit! Sprechen Sie offen über Ihre beruflichen Wechsel und stehen Sie dazu. Wenn Sie diese klar und menschlich vermitteln, spricht das für Sie als Person, die es weiß Verantwortung zu übernehmen

 

Fehler Nummer 6: Fehlendes Motiv

 

Äußern Sie keine unwürdigen oder herablassenden Äußerungen über Ihren aktuellen Arbeitgeber. Aber Sie müssen auch Ihren Grund beschreiben, weshalb Sie wechseln wollen und was Sie sich von Ihrem neuen Arbeitgeber erwarten. Ein belastbares Motiv braucht zwei Argumente: ein hin-Motiv (hin zu der neuen Stelle) und ein weg-Motiv (weg von dem bisherigen Arbeitgeber). Nur wenn Sie beides erzählen, wirken Sie überzeugend. Siehe auch: Thomas Friederichs „Die besten Mitarbeiter gewinnen“, erschienen im Haufe-Verlag 2012, Seite 70ff.

Zweifelt der Personalberater an Ihren Wechselgründen, muss er befürchten, dass Sie sich im Verlaufe des Prozesses zurückziehen.

Lösung: Machen Sie sich klar, ob Sie wirklich einen nächsten Schritt gehen wollen und wie dieser aussehen soll. Ihnen muss bewusst sein, dass Sie bei einer Zusage aktiv kündigen müssen, um aus eigenem Antrieb eine Verbesserung zu erzielen. Wenn Sie das wollen, sagen Sie es und gehen Sie nur in die Prozesse, die –bei realistischer Erwartungshaltung- Ihren Vorstellungen entsprechen.

 

Fehler Nummer 7: Fehlende Vorbereitung

 

Ziel eines persönlichen Gespräches ist es, festzustellen, ob der nächste Prozessschritt (z.B. Weiterleitung der Bewerbungsunterlage an den Mandanten) sinnvoll ist. Beide Seiten bewerten diesen Schritt. Ihr Headhunter bewertet, ob er Sie seinem Mandanten empfiehlt. Auch Sie als Kandidat legen fest, wie der nächste Schritt für Sie aussieht. Wenn Sie Ihr Vorhaben nicht konkret vermitteln, zweifelt Ihr Gegenüber an Ihrer Glaubhaftigkeit. Wenn Sie nicht bestens hierfür vorbereitet sind zeigt sich das an Hand von folgenden Punkten:

  • Sie präsentieren Ihren Werdegang lückenhaft und unstrukturiert
  • Sie haben sich nicht über den Mandanten und die offene Position informiert
  • Sie stellen keine fundierten Fragen
  • Sie beantworten Fragen zu Themen wie Umzug, Reisebereitschaft, Einkommenserwartung etc. nicht plausibel
  • Sie nennen kein Wechselmotiv

Dies führt dazu, dass Ihr Headhunter Sie nicht klar einordnen kann: er weiß nicht, wofür Sie stehen, ob Sie es ernst meinen und ob Sie ein guter, verlässlicher und professioneller Kandidat sein werden.

Lösung: Bereiten Sie sich perfekt vor und zeigen Sie Interesse an der offenen Position und dem Unternehmen.

 

Fehler Nummer 8: Übertriebene Vorbereitung

 

Wenn Sie zu viele Fragen stellen, die nichts mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun haben, vermitteln Sie, dass Sie nicht klar genug sind und sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren können. Sie zeigen, dass Sie nicht strukturieren und priorisieren können. Das sind aber wesentliche Kompetenzen eines Senior Managers.

 

Fehler Nummer 9: Fehlende Entschlossenheit

 

Zögern Sie Ihre Entscheidung zu lange raus, oder stellen Sie irrelevante Fragen, um sich zu entscheiden, zeigt das eine große Schwäche auf, die nicht den Kompetenzen von Führungskräften entspricht. Es gibt zögerliche Personen; aber während diese noch zögern, greifen andere zu.

Lösung: Wenn Sie Ihr Ziel definiert haben, gehen Sie konsequent den Weg, um es zu erreichen.

Fazit: Headhunter widmen ihre Zeit und Aufmerksamkeit Leistungsträgern, die wissen was sie können und konsequent zeigen, welchen nächsten Schritt sie nehmen werden. Genau mit diesen Kandidaten arbeiten Personalberater erfolgreich zusammen, um diese an ihre Mandanten zu vermitteln.

 

 

Über den Autor

Thomas Friederichs hat nach einer mehrjährigen Laufbahn als Offizier der Bundeswehr Ende der 90er Jahre seine Tätigkeit in der Personalberatung aufgenommen. Früh hat er sich neben der operativen Arbeit mit Methodik und Systematik der Personalgewinnung beschäftigt und bereits ein Fachbuch und mehrere Ratgeber zu diesem Thema veröffentlicht. Heute ist der Autor Vorstand und Gesellschafter des Executive-Search-Unternehmens Tröger & Cie. AG in Frankfurt/Main. Diese Beratung ist ein Experte für anspruchsvolle Mandate im Executive Search. Das deutschlandweit und international tätige Unternehmen kann in allen relevanten Branchen Referenzen aufweisen. Die langjährige Erfahrung des eigenen Research-Teams und leistungsfähige interne Strukturen und Abläufe stellen für Kandidaten und Mandanten den Erfolg sicher. Nach der Maxime BESSER BERATEN präsentiert sich Tröger & Cie. denjenigen Unternehmen, die nicht einfach “Personal” sondern Leistungsträger suchen, als qualitätsorientierter und zuverlässiger Dienstleistungspartner.



Experteer verwendet Cookies. Informationen zum Datenschutz
Zustimmen