Die Experten der Hager Unternehmensberatung erklären, wie Headhunter den richtigen Fit finden.

Die Matchmaker: Wie Headhunter den richtigen Fit ermitteln

Das Recruitment von Kandidaten wird immer digitaler. Viele Unternehmen übernehmen die Suche nach geeigneten Kandidaten im Internet inzwischen selbst –immerhin sind diese leicht über Business-Profile und soziale Kanäle aufzufinden. Die große Frage, die sich dabei stellt: Sind die ausgewählten Kandidaten denn wirklich für eine Stelle geeignet oder fischt man bei der ausschließlichen Betrachtung beruflicher Expertisen im Trüben? Wie kann man herausfinden, ob ein Kandidat sich auch auf menschlicher und sozialer Ebene gut in ein Unternehmen eingliedern wird?

Wir haben mit Martin Krill, Geschäftsführer der Hager Unternehmensberatung, gesprochen. Gemeinsam mit seinem Team hat er ein Verfahren entwickelt, um die Persönlichkeitsfaktoren von Kandidaten auf verschiedenen Ebenen zu prüfen.

Die Experten der Hager Unternehmensberatung erklären, wie Headhunter den richtigen Fit finden.

Erfahren Sie mehr rund um das Thema Headhunter – hier haben wir relevante Fragen und Einblicke für Sie gebündelt.

 

Trend: Persönlichkeit so wichtig wie Hard Skills            

 
Natürlich sind gewisse Hard Facts bei einem Bewerber wichtig – wohl keiner würde einen Journalist ohne Schreibtalent oder einen IT-ler ohne Technikverständnis einstellen. Doch die heutigen Matching-Methoden von Headhuntern gehen weit über diese fachlichen Qualifikationen hinaus. Es sei definitiv ein Manko, wenn “im Online Matchmaking lediglich die Hard Facts überprüft werden, nicht aber die Persönlichkeitsfaktoren”, so Martin Krill.

Doch auch andersherum legen junge Arbeitnehmer immer größeren Wert darauf, dass ein Unternehmen, für das sie arbeiten, gut zu ihnen passt. So zeigt der Millenial Survey 2016 von Deloitte, dass rund die Hälfte der Befragten eine Anstellung in einem Unternehmen ablehnen würde, dessen Unternehmenskultur sich nicht mit ihren persönlichen Ansichten deckt.

 

Fakt: Cultural Fit von hoher Bedeutung

 

Der Professional Fit als alleiniges Entscheidungskriterium für eine Neubesetzung hat längst ausgedient. Kulturelle Kompatibilität wird immer wichtiger, das erkennen auch HR-Entscheider an. Denn: Wenn die kulturelle Passung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen stimmt, wird es dem Mitarbeiter leichter fallen, sich zu integrieren und mit neuen Kollegen gut zusammenzuarbeiten. Davon profitiert nicht nur das Betriebsklima, sondern auch das Unternehmen selbst – und zwar in finanzieller Hinsicht. Eine Studie der Society for Human Resource Management belegt, dass eine Fehleinstellung für Unternehmen schnell teuer werden kann. Wenn der neue Kollege schnell das Handtuch wirft, kostet das den Arbeitgeber durchschnittlich 50 bis 60 Prozent von dessen Jahresgehalt. Deshalb reicht es nicht aus, dass die angegebenen Hard Skills denen der Ausschreibung entsprechen. Auch der Cultural Fit muss stimmen, damit sich Mitarbeiter auf Dauer bei einem neuen Arbeitgeber wohlfühlen.

 

Kulturelle Passung als Einstellungskriterium

 

Immerhin, rund ein Drittel aller Unternehmen setzen im Auswahlprozess inzwischen Verfahren ein, um gezielt die Soft und Cultural Skills der Bewerber zu ermitteln. Das belegt die Cultural Fit Studie von Meta HR und Employeur.

Die Hager Unternehmensberatung hat dazu einen Prozess entwickelt, bei dem das fachliche sowie das persönliche Fitting eines Kandidaten evaluiert werden. Der 4i Prozess® umfasst alles von der Konkretisierung des Profils über die Planung einer multi-modalen Suchstrategie bis zur genauen Ermittlung der Motivation des Kandidaten. „Die individuellen fachlichen und persönlichen Kompetenzen eines jeden Kandidaten werden dabei mehrstufig festgestellt und überprüft“, so Krill. „Zur Abrundung der Kandidatenprofile nutzen wir einen Präferenzfragebogen, der persönliche Neigungen und Tendenzen evaluiert.“ Wichtig sei jedoch die Mehrstufigkeit der Prüfung. Nur so könne ein aussagefähiges Ergebnis erzielt werden, sagt Krill.

 

Der „Matchmaker“ als Wegbegleiter

 

Viele Experten sehen die kulturelle Kompatibilität als grundlegende Basis des Arbeitsverhältnisses, die anders als fachliche Kenntnis nicht nachträglich erlernt werden kann. Sie ist für das Unternehmen wichtig, das einen motivierten, fachlich und persönlich passenden Kandidaten sucht. Ebenso wichtig ist die Passung für den neuen Kollegen, der sich einen Arbeitgeber wünscht, der seine Wertvorstellungen teilt. Die Hager Unternehmensberatung sucht daher den regelmäßigen und intensiven Kontakt – nicht nur mit dem auftraggebenden Unternehmen, sondern auch mit dem vermittelten Kandidaten. Denn wenn es Probleme gibt, ist es wichtig, rechtzeitig zu handeln. „Für viele Kandidaten ist es einfacher, den Dialog erst mit einem neutralen Ansprechpartner, zum Beispiel einer Personalberatung, zu führen, als direkt mit namhaften Konzernen das Gespräch zu suchen“, so Krill. Sein Ziel sei es, einen neutralen Blickwinkel auf den Cultural Fit des Kandidaten und des Unternehmens einzunehmen und beide Parteien über den gesamten Prozess hinweg zu begleiten.


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