Wie sich die Headhunter-Branche aktuell neu erfindet

Eine Stellenanzeige zu schalten und Bewerber zu interviewen reicht für den Erfolg im Recruiting-Business heute nicht mehr aus. Candidate Experience, Cloud-basierte Lösungen, QR-Code und Social Media lauten die Stichworte der Stunde. In der Headhunter-Branche hat sich in den vergangenen Monaten so einiges bewegt. Unternehmen in diesem Geschäftsfeld stehen vor der Herausforderung, ihren Kunden mehr zu bieten und die besten Kandidaten zu gewinnen. Erfahren Sie in diesem Artikel die Tipps der Insider und finden Sie heraus, wohin die zukunftsweisenden Innovationen die Branche führen.

Innovationen bewegen die Headhunter-Branche

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Viel hat sich verändert – ein Überblick zu den Entwicklungen

 

Am grundsätzlichen Geschäftsmodell von Headhuntern hat sich nicht viel verändert. Sie helfen Unternehmen nach wie vor dabei, den perfekten Kandidaten für die ausgeschriebene Stelle zu finden. Neu sind jedoch die Strategien und Werkzeuge. Woran liegt es, dass in der heutigen Zeit andere Ansprüche an die Jobexperten gestellt werden? Peter Schiwon, Vorstand der Pentagon AG, hat darauf eine Antwort: „Im Laufe der Zeit wurden die Besetzungsmandate um Positionen in der mittleren Hierarchieebene ergänzt, was die Anzahl der infrage kommenden Kandidaten deutlich erhöht hat.“

Während Headhunter in der Vergangenheit meist Spitzenpositionen über ihre eigenen Bewerberdatenbanken besetzten, sind sie jetzt zunehmend gefordert. Schiwon, der mit seiner Personalberatung den Headhunter of the Year Award für die besten Innovationen der Branche erhielt, sieht die größte Herausforderung in einer „gezielten Auswahl geeigneter Kandidaten durch präzise Recherche, der richtigen Ansprache und nicht zuletzt der Fähigkeit, Menschen für den Gedanken an einen beruflichen Wechsel zu begeistern.“ Die Kandidatenrecherche und ausgewählte Ansprache ist insbesondere relevant, da sich das Stellensuchverhalten qualifizierter Kandidaten verändert hat. Während einst die Schaltung von Stellenanzeigen in Printmedien den richtigen Kandidaten aufmerksam machte, ist es heute der Online-Auftritt.

Zu den wichtigsten Strategien gehört heutzutage das Active Sourcing: Dabei identifizieren Headhunter talentierte Kandidaten und bauen Kontakt zu ihnen auf, sodass sie sich zum geeigneten Zeitpunkt rekrutieren lassen. Clevere Köpfe in der Headhunter-Branche haben sich Gedanken zu den Herausforderungen gemacht und innovative Ideen entwickelt. Die interessantesten Neuerungen stellen wir Ihnen hier vor.

 

Erfolg beeinflussen – in diesen Bereichen sind innovative Antworten gefragt

 

Heutzutage kennen sich interessierte Bewerber und Spitzenkräfte mit der Jobsuche aus und sind gut informiert. Umso kritischer ist es für Headhunter, die richtigen Kanäle und die bestmögliche Ansprache zu finden. Eine weitere Herausforderung für Recruiter ist der Kontakt zu potenziellen Kandidaten, die nicht offen auf Jobsuche sind und sich daher nur schwer ausfindig machen lassen.

 

1. Die Digitalisierung beeinflusst Headhunter-Strategien

 

Mit wenigen Klicks navigieren Kandidaten heute durch das Informationsangebot im Internet und erwarten, dass sich gewünschte Ergebnisse schnell online finden lassen. Schiwon sieht darin einen „Segen und Fluch zugleich“. Durch Social Media etwa haben Recruiter die Möglichkeit, Informationen zu präsentieren und mit Kandidaten in Kontakt zu treten. Weitere geeignete Kanäle für die Kandidatenansprache sind YouTube und Twitter, die in der Branche zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Komplizierter ist hingegen die Ansprache von Zielpersonen, die nicht aktiv auf der Suche nach einer beruflichen Veränderung sind. Headhunter müssen innovativer denken und die Neugierde potenzieller Kandidaten wecken. Ein gutes Beispiel hierfür liefert die Pentagon AG mit dem Pentagon JobSpot: Bei diesem Konzept handelt es sich um eine visualisierte Stellenanzeige, die das Recruitment revolutioniert. In einem Videoclip stellt sich das Unternehmen  vor und gibt einen Eindruck von der vakanten Stelle. Dieser Imagefilm wird der Zielperson zugesandt. Absicht des Headhunters ist es, eine erste Gesprächsbereitschaft zu erreichen und sich dabei von der klassischen Direktansprache anderer Recruiter abzuheben.

 

2. Neue Anforderungsprofile – „Soft Skills“ sind gefragt

 

In der Vergangenheit haben sich Unternehmen bei der Besetzung von Stellen vor allem für die beruflichen Qualifikationen und die Berufserfahrung von Bewerbern interessiert. Das aktuelle Anforderungsprofil berücksichtigt außerdem Soft Skills: Vielen Arbeitnehmern ist es wichtig, dass der Kandidat in seiner Persönlichkeit zum Team und zur Firma passt. Anhand einiger geschickter Fragen im Jobinterview können Headhunter herausfinden, ob der Bewerber über die gewünschten sozialen Kompetenzen verfügt. Insider raten zu Verhaltensfragen, bei denen der Kandidat eine bestimmte Situation aus seiner beruflichen Laufbahn beschreibt.

 

3. Besetzung von Stellen im Spezialistenbereich – Active Sourcing

 

Bei der Suche nach Experten für Spezialistenstellen kommen Active Sourcing und Talent Pools ins Spiel. Bei Networking Events, Seminaren und auf Messen treffen Headhunter auf interessante Zielpersonen. Diese lassen sich in Talent Pools sammeln, aus dem der Recruiter zum rechten Zeitpunkt geeignete Kandidaten herausfiltern kann.

Peter Schiwon erinnert daran, dass es bei all diesen neuen Bemühungen wichtig für jeden Headhunter ist, „sich immer wieder auf die eigentliche Kernfunktion der Personalberatung zu besinnen.“ Recruiter begründen ihre Existenz darin, vakante Stellen mit dem idealen Kandidaten zu besetzen. Dieses Ziel sollten Sie nicht aus den Augen verlieren und ihre Strategien daran ausrichten.