Führung

3 unerwartete Karrieretipps aus Game of Thrones

Skrupellose Machtspiele, schicksalhafte Intrigen: Die Hauptcharaktere der Mega-Erfolgsserie “Game of Thrones” müssen auch in Staffel 7 wieder einiges wegstecken. Dabei geht es in der Serie keineswegs nur um “Suff, Sex und Mord”Denn wer genau hinschaut, kann in puncto Führung einiges lernen. 

Game-of-Thrones-Charakter Jon Snow scheut das Risiko nicht. Führungskräfte können sich einiges von seinen innovativen Lösungsansätzen abschauen. © HBO

Lord Varys: Informieren Sie Ihr Team

Es scheint, als wisse niemand besser über die Vorgänge in Westeros und die umliegenden Ländereien Bescheid als Lord Varys. Er ist Mitglied des königlichen Rates der Hauptstadt Königsmund und wird aufgrund seines weitreichenden Netzes an Informationsquellen „die Spinne“ genannt. Während er als undurchschaubarer Charakter seine Netze ins Endlose spinnt, greift Varys selten direkt in Situationen ein. Er wartet, beobachtet und gibt Handlungssträngen einen marginalen Anstoß, indem er Verbündeten oder Gegnern Informationen strategisch klug zukommen lässt oder vorenthält.

Natürlich sollten Sie sich als Führungskraft nicht den Namen einer „Spinne“ im Unternehmen machen. Dennoch ist es essentiell, Informationen aus unterschiedlichen Quelle richtig einzuschätzen, zu filtern, zu verbreiten oder an die richtige Stelle weiterzuleiten. Führungskräfte müssen in der Lage sein, Mitarbeitern zum richtigen Zeitpunkt die relevanten Informationen zukommen zu lassen, um einen idealen Arbeitsfluss zu gewährleisten. Schirmen Sie ebenfalls irrelevante Informationen ab – das kann bereits bei den E-Mails anfangen. Hier gilt: „Weniger ist mehr“. Fragen Sie sich, wer die Inhalte wirklich benötigt und wen Sie via CC auf demselben Status Quo halten möchten. Dafür müssen Sie die Prozesse ihrer Mitarbeiter genau kennen und sicherstellen, dass eine offene Kommunikation sowie ein kontinuierlich transparenter Informationsfluss zwischen Ihnen und Ihren Kollegen herrschen.  Das wichtigste Hilfsmittel ist dabei das aktive Zuhören. So priorisieren Sie wichtige von unwichtigen Informationen und können klare Zielformulierungen aussprechen.

Daenerys Targaryen: Gewinnen Sie Loyalität

Daenerys Targaryen, auch Khaleesi genannt,  musste in der ersten Staffel einiges durchstehen, angefangen bei der unfreiwilligen Heirat mit dem Dothraki-Fürsten durch ihren skrupellosen Bruder. Doch von Staffel zu Staffel entwickelte sich von einem zartbesaiteten, schüchternen Mädchen zu einer willensstarken und stolzen Königin. Besonders eindrucksvoll ist ihre Fähigkeit, die Loyalität ihrer Untertanen immer wieder für sich zu gewinnen. Denn trotz ihres zarten Aussehens schafft sie es mit ihrer Überzeugungskraft und ihrem Elan, unterschiedlichste Kulturen und Stämme hinter sich zu versammeln. Khaleesi-Fans werden sich sicher an den Moment erinnern, in dem Sie den Respekt der 8.000 Mann starken Armee „Die Unbefleckten“ gewann, die ihr von diesem Zeitpunkt an ihre Dienste schworen. Oder wie sie in der sechsten Staffel erneut das Dothraki-Volk als Mutter der Drachen überzeugte.

Von Khaleesis Ansatz können Führungskräfte lernen, wie man wahre Loyalität gewinnt, Mitarbeiter inspiriert und motiviert. Sicherlich hätten die Unbefleckten aufgrund von Khaleesis Status als Königin von Meereen für sie gekämpft, doch so ziehen sie vor allem in die Schlacht, weil sie zu 100 Prozent hinter ihr stehen. Ist das nicht das Ziel einer jeden Führungskraft? Mitarbeiter, die nicht nur der Pflicht willen für Sie arbeiten, sondern weil diese Sie respektieren? Dabei gilt vor allem eins: Loyalität beginnt mit der Loyalität Mitarbeitern gegenüber. Und zwar nicht mit Kantinengutscheinen oder Gratisobst. Leben sie Loyalität vor. Seien Sie menschlich und authentisch, zollen Sie Mitarbeiten den gebührenden Respekt und vermeiden Sie emotionale Kälte. Das schafft ein gutes Betriebsklima. Unterstützend dazu sollten Sie die persönlichen Stärken Ihrer Mitarbeiter kennen und entsprechend einsetzen. Für beide Seiten gewinnbringend, fühlen sich Mitarbeiter dadurch wertgeschätzt und sehen sich als integriertes Mitglied des Unternehmens.

Jon Snow: Seien Sie risikobereit

Im Gegensatz zu Khaleesi bleibt Jon Snow der Sprung auf der königlichen Karriereleiter verwehrt: Als Bastard steht man in Westeros stets auf der Verliererseite und besitzt kein Anrecht auf ein königliches Amt. Daher entscheidet sich Snow bereits in der ersten Folge der Serie, seine Dienste der Nachtwache zu schwören, wo sein Titel und seine Herkunft keine Rolle spielen. Dieser Schwur endet für jedes Mitglied erst mit dem Tod. Und der kam für Snow relativ schnell, nämlich in Staffel 5, getötet von den eigenen Männern: Snow galt als Verräter der Nachtwache, da er sich mit den Wildlingen aus dem Norden verband. Und gerade das macht Jon Snows Führungsstil aus: Er ist ein wahrer Stratege. Denn obwohl er wusste, dass die meisten seiner Männer die Wildlinge verachten, sieht er in der Allianz die einzige – und letztendlich richtige – Chance, die Armee der Nachtwache zu stärken. Snow widerspricht dabei gegen die öffentliche Meinung und riskiert sogar sein Leben als er um die Hilfe der Wildlinge bat.

Verfallen Sie als Führungskraft nicht der Routine. Seien Sie ein Jon Snow! Nehmen Sie Chancen wahr, seien Sie risikofreudig und denken Sie nicht nur in der Einbahnstraße des klassischen Erfolgs. Ungewohntes erzeugt Widerstand – seien Sie bereit, Ihre Ideen vor der Geschäftsführung zu verteidigen und treiben Sie Innovationen voran. Sagen Sie eingefahrenen Prozesse und Denkmustern den Kampf an, wenn Sie merken, dass diese nicht zum gewünschten Erfolg führen. Und, ganz wichtig: Fordern und fördern Sie Ihre Mitarbeiter: Fragen Sie doch einmal, was passieren muss, damit etwas nicht funktioniert. So können Sie Mitarbeiter zum Querdenken motivieren woraus sich neue Lösungsansätze ergeben. Um neue Denkmuster zu etablieren, eigenen sich wöchentliche Kreativ-Meetings, bei denen Sie und Ihre Mitarbeiter ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Diese Ergebnisse und Lösungsansätze können Sie peu à peu in die normalen Managementprozesse einfließen lassen – Sie werden sehen, ein bisschen Jon Snow steckt auch in Ihnen!