Effektiv Steuern sparen

Steuern sparen: 10 Tipps für Arbeitnehmer

Beim Anblick von Steuerbescheiden bricht wohl niemand in Jubelschreie aus. Eher gelten Steuern als unvermeidliches Übel.  Dabei gibt es zahlreiche Tipps und Tricks, um Steuern zu sparen. Wir haben mit Experten der Vereinigten Lohnsteuerhilfe gesprochen, die sich mit der Steuerberatung von Arbeitnehmern auskennt. Sie haben eine Liste zusammengestellt, die aufzeigt, wie Sie effektiv Steuern sparen können.

 

Effektiv Steuern sparen

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Von Fahrtkosten bis Weiterbildung – überall lassen sich Steuern sparen

 

Das deutsche Steuerrecht ist umfassend und recht exakt formuliert. Wer sich mit der Materie befasst, wird für den Zeitaufwand auf lange Sicht belohnt, denn die meisten Steuertipps werden auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten nicht an Gültigkeit verlieren.

 

Alleine bei den Fahrtkosten gibt es viele Möglichkeiten, Steuern zu sparen:

 

1. Pendeln: Die Pendlerpauschale beträgt 30 Cent pro Kilometer. Dabei wird als Messwert stets der kürzeste Weg zwischen Haustür und Arbeitsplatz zugrunde gelegt. Allerdings können Sie nur den Hinweg zum Büro abrechnen. Doch auch das lohnt sich, wie eine einfache Rechnung zeigt: Bei einer Distanz von 10 Kilometern beträgt die Steuervergünstigung 660 Euro pro Jahr (220 Arbeitstage als Basis), bei 30 Kilometern sind es schon rund 2.000 Euro.

 

2. Dienstreisen: Sobald Sie acht Stunden unterwegs sind, tritt die Verpflegungspauschale in Kraft. Ein Pauschalbetrag von 12 Euro ersetzt die bisherige Staffelung je nach Stundenzahl. Beachten Sie: Am Tag der An- und Abreise wird auch die Abwesenheitsdauer nicht geprüft – die 12 Euro können also in jedem Fall geltend gemacht werden.

 

Sparen Sie Steuern, indem Sie die Werbetrommel rühren:

 

3. Werbungskosten, zum ersten: Für Arbeitsmittel kann eine jährliche Pauschale von bis zu 110 Euro angerechnet werden – und das auch ohne Beleg.

 

4. Werbungskosten, zum zweiten: Mit Beleg können Gegenstände, die zu mindestens 90 Prozent beruflich eingesetzt werden, in voller Höhe abgesetzt werden. Dazu gehören etwa Computerzubehör, Fachliteratur und Büromaterial wie Stifte und Aktenordner. Je nach Berufsgruppe kommen noch spezielle Posten hinzu: So können Sportlehrer beispielsweise Sportkleidung geltend machen, während Berufsmusiker ihr Sound-System absetzen können.

 

Auch in die eigene berufliche Weiterentwicklung zu investieren, lohnt sich:

 

5. Literatur: Jegliche Literatur, die sowohl beruflich als auch privat genutzt wird, kann zu 50 Prozent abgesetzt werden. Wenn Sie sich eine glaubhafte Argumentation zurecht legen, können Sie auch mithilfe privaten Lesestoffs Steuern sparen.

 

6. Fortbildungskosten: Wer an Fortbildungen teilnimmt, kann diese in voller Höhe steuerlich geltend machen – und zwar ohne Höchstbetrag. Die Kosten fallen ebenfalls unter die Werbungskosten und umfassen neben Teilnahmegebühren von Umschulungen, Seminaren und Zweitausbildungen auch die Anreise und Unterbringung, falls die Veranstaltung nicht im Wohnort stattfindet. Diese Regelung ist auch im Falle einer beruflichen Neuorientierung sehr nützlich, da der Wechsel des Themengebiets weitere Steuervorteile mitbringt.

 

7. Sprachkurse: Auch Sprachkurse sind in voller Höhe absetzbar. Voraussetzung ist, dass die Sprachkenntnisse für den Beruf notwendig sind. Auch, wenn Sie nicht in einem internationalen Unternehmen arbeiten, könnten Sie als Manager beispielsweise einen Kurs in Business English absetzen. Doch sind auch weitere Fremdsprachen von globaler Bedeutung, beispielsweise Spanisch, Französisch, Chinesisch oder Russisch, oft absetzbar, wenn Sie deren Notwendigkeit glaubhaft begründen können.

 

Zuhause arbeiten spart Steuern:

 

8. Heimanschluss: Der private Telefon- und Internetanschluss kann ohne Nachweis der beruflichen Nutzung zu 20 Prozent (bei maximal 20 Euro) abgesetzt werden. Mit entsprechendem Nachweis sind auch höhere Beträge möglich.

 

9. Home Office: Der Hauptarbeitsplatz in den eigenen vier Wänden macht seit Jahren Schule. Und zwar auch bei der Steuererklärung: Das häusliche Arbeitszimmer ist steuerlich abzugsfähig, als Basis für den Betrag gilt die anteilige Größe des Zimmers zur restlichen Wohnung. Beispielrechnung: Das Arbeitszimmer nimmt 20 Prozent einer Wohnung mit 800 Euro Mietkosten ein. In diesem Fall können 20 Prozent der 800 Euro beim Finanzamt eingereicht werden, also 160 Euro pro Monat (1.920 Euro jährlich). Voraussetzung hierfür ist, dass das Arbeitszimmer tatsächlich primär zu beruflichen Zwecken genutzt wird und nur in geringem Maße für private Dinge. Steuerlich unterscheidet man zwischen zwei Fällen: Gibt es keinen Arbeitsplatz im Unternehmen für den Angestellten, so sind 1.250 Euro pro Jahr für das Arbeitszimmer absetzbar, ist das Home Office hingegen Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit, sind die Kosten unbegrenzt absetzbar.

 

10. Zweitwohnsitz: Nicht wenige Arbeitnehmer unterhalten eine Zweitwohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes. Insbesondere Führungskräften werden im Zuge wichtiger Projekte häufig temporär an anderen Orten eingesetzt. Der doppelte Haushalt kann steuerlich geltend gemacht werden: Miete, Heimfahrten, Arbeitsweg sowie Renovierungs- und Umzugskosten können mit bis zu 1.000 Euro monatlich abgesetzt werden.

 

Ersparnis durch Rahmenbedingungen optimieren

 

Wer diese Tipps berücksichtigt, der kann bei der jährlichen Steuerrückzahlung auf deutlich höhere Beträge als die durchschnittlichen 873 Euro hoffen. Steuervorteile hat auch die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

 

  1. Die Kosten können im Folgejahr von der Steuer abgesetzt werden.
  2. Die Steuerersparnis fällt maximal aus.
  3. Der Einsatz eines Steuerberaters bietet Zeitersparnis – dies kann besonders eingespannte Senior Professionals entlasten.

Wenig romantisch, aber lukrativ: Die besten Steuervergünstigungen bietet eine Hochzeit. Zwar können Sie das Fest selbst nicht absetzen, dennoch zieht eine Eheschließung viele Steuervergünstigungen nach sich. Der Grund, warum gerade im Dezember viele Eheschließungen stattfinden? Der Status als Ehepaar gilt ganzjährig rückwirkend, womit Sie doppelt Steuern sparen. Bei Spitzenverdienern liegt die Ersparnis dadurch im vier- oder sogar fünfstelligen Bereich – der Bund fürs Leben macht sich damit in mehrfacher Hinsicht bezahlt.

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