Effektive Führungsmethode: Drehen Sie eine Runde durchs Büro

Effektive Führungsmethode: Drehen Sie eine Runde durchs Büro!

Wer eine gute Führungskraft sein will, muss die Regeln der effektiven Kommunikation beherrschen. Was gute Führungskräfte von großartigen unterscheidet, ist jedoch, wie diese mit anderen im Unternehmen kommunizieren – nicht nur mit den Ebenbürtigen.  Einer der effektivsten Methoden dafür ist das „Management by Wandering Around“ (MBWA), also das „Management durch Umhergehen“. Dabei nehmen sich Führungskräfte regelmäßig Zeit, um in ihrer Abteilung herumzulaufen und sich persönlich mit Mitarbeitern an deren Arbeitsplätzen zu unterhalten. Das Konzept des MBWA wurde in den 70er Jahren von den Gründern von Hewlett Packard entwickelt und erlangte durch den Bestseller Auf der Suche nach Spitzenleistungen große Bekanntheit.

Es klingt einleuchtend, dass der informelle Austausch zwischen Managern und Mitarbeitern viele Vorteile birgt, doch ist das „Management durch Herumlaufen“ eine erstaunlich selten genutzte Führungsmethode. Viele der heutigen Manager sind so daran gewöhnt, mit ihrem Team via E-Mail oder anderen Online-Tools zu kommunizieren, dass sich die Zeit für persönlichen Austausch auf formale Meetings beschränkt. Diese „Kontaktbarriere“ kann jedoch einen signifikanten Einfluss auf die Leistungsbereitschaft und Produktivität der Mitarbeiter haben – und damit auch der Innovation den Weg versperren. Führungskräfte sollten daher das Konzept des MBWA in ihren Führungsstil integrieren – nicht nur, um ihre Führungsverantwortung zu erfüllen, sondern auch, um Unternehmenswerte zu stärken, Probleme zu identifizieren und zu lösen und den offenen Ideenaustausch in den Teams zu fördern. Erkennen Sie das MBWA als effekive Führungsmethode an: Dies sind einige Leitlinien, mit denen Führungskräfte das Management durch Umhergehen richtig implementieren.

Effektive Führungsmethode: Drehen Sie eine Runde durchs Büro

Machen Sie es zur Gewohnheit

 

Entwickeln Sie eine Routine für Ihre Ausflüge aus dem Chefbüro in die Abteilungen. Das mag eine tägliche 15-minütige Runde durch das Büro sein, das mag ein morgendlicher Stopp an der Kaffeemaschine sein, um sich mit Ihren Mitarbeitern zu unterhalten, oder ein wöchentliches Lunchtreffen mit einigen Angestellten. Wenn Sie sich zuvor wenig Zeit für persönliche Gespräche mit Ihrem Team genommen haben, könnten Ihre Kollegen zunächst misstrauisch reagieren, wenn Sie plötzlich häufig auf ein Schwätzchen vorbeischauen. Wenn Sie es sich jedoch zur Gewohnheit machen, sich mit Ihrem Team auszutauschen, werden sie sich entspannen und mit der Zeit offen kommunizieren.

MBWA ist nicht nur eine nette Art, um ein engeres Verhältnis mit Ihrem Team aufzubauen. Es ist ein Muss, wenn Sie wissen wollen, was Ihre Angestellten wirklich denken und wie das Tagesgeschäft aus ihrer Sicht läuft. Wo gibt es Probleme? Auch Howard Schultz, vielbeschäftigter Vorsitzender und CEO der Starbucks Corporation, hat das MBWA als effektive Führungsmethode anerkannt. Er überwacht mehr als 23.000 Vertriebsstellen weltweit und dazu neun Subunternehmen. Trotzdem schafft er es, wöchentlich 25 Starbucks-Filialen zu besuchen, um sich ein Bild über die Kundenerfahrungen vor Ort zu machen.

 

Seien Sie offen

 

Mitarbeiter erkennen schnell, ob eine Führungskraft einem Team oder einigen Kollegen mehr Zeit widmet als anderen. Auch wenn Sie eine stärkere Affinität zu bestimmten Bereichen in Ihrer Abteilung haben oder einige Kollegen lieber mögen als andere, sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit unbedingt gleichmäßig verteilen, wenn Sie den Führungsstil des MBWA anwenden. Sprechen Sie mit jedem Mitarbeiter mindestens einmal pro Woche persönlich. Sie verbessern damit nicht nur Ihre Beziehung zu Ihren Mitarbeitern, sondern fördern zudem innovatives Denken. Jeder Mitarbeiter – auf jedem Level – kann wertvolle Ideen beisteuern, die zur nächsten Produktentwicklung oder Marketingkampagne führen.

 

Fokus auf Problemlösung

 

Eine in US-amerikanischen Krankenhäusern durchgeführte Studie aus dem Jahr 2013 erwies, dass die Führungsmethode MBWA sich nur dann positiv auf die Leistung von Mitarbeitern auswirkte, wenn der Kontakt mit der Führungskraft bei der Lösung eines Problems geholfen hatte. Eine Erklärung hierfür ist, dass umherlaufende Führungskräfte Probleme im Kontext betrachten und sofort Lösungsansätze vorschlagen können – das wirkt sich auf die Arbeitszufriedenheit und die Motivation des betreffenden Mitarbeiters aus. Ein Problem, das in der Krankenhausstudie auftauchte, betraf die Größe des Behandlungsraums. Es war so klein, dass es immer nur eine Krankenschwester auf einmal nutzen konnte. Das führte zu Verzögerungen. Als Führungskräfte ihre Autorität und Ressourcen einsetzten, um dieses Problem zu lösen (die Schaffung eines größeren Raums), verbesserte sich die Leistung der Mitarbeiter deutlich. Manchmal wollen Mitarbeiter mit ihrem Chef nicht über kleine Probleme wie dieses sprechen. Doch wenn Führungskräfte oft genug herumlaufen und sich bei Mitarbeitern ungezwungen über Arbeitsprozesse erkundigen, werden diese viel eher auch mit Alltagsschwierigkeiten herausrücken.

 

Neuigkeiten mitteilen

 

Oftmals dauert es lange, bis Neuigkeiten aus der Chefetage bis nach unten durchgedrungen sind. Als Führungskraft sollten Sie dafür sorgen, dass Sie wichtige Nachrichten aus dem Management an Ihr Team weitergeben. Ein wirtschaftlicher Aufschwung für die Firma, eine Neueinstellung, die Ergebnisse einer neuen Produkt-Markteinführung? In jedem Fall sollten Sie Vertrauen aufbauen, indem Sie Informationen mit Ihren Mitarbeitern teilen – zudem kann es hilfreich sein, deren Reaktionen zu beobachten.

 

Mehr zuhören als reden

 

Zuhören, das ist die goldene Regel des Managements. Wenn Sie Ihre täglicher Runde durch das Büro machen, sollten Sie darauf achten, was Ihre Mitarbeiter zu sagen haben, anstatt sie mit offenen Fragen wie „Woran arbeiten Sie gerade?“, „Was ist die größte Herausforderung bei dieser Kooperation?“, „Was halten Sie von der Ankündigung des CEOs gestern?“ zu überhäufen. Natürlich müssen Sie die Konversation auch nicht strikt auf arbeitsbezogene Themen beschränken. Um Ihre Mitarbeiter besser kennenzulernen, empfiehlt es sich, diese hin und wieder nach ihren Freizeitbeschäftigungen oder ihrem derzeitigen Lieblingsbuch zu fragen.

 

Öffentliches Lob, private Kritik

 

Wenn Sie herumlaufen, sollten Sie keine Gelegenheit auslassen, Mitarbeiter öffentlich Ihre Anerkennung zu zollen. Fällt Ihnen hingegen auf, dass ein Kollege schlampig gearbeitet hat, sollten Sie ihn niemals vor allen anderen rügen. Setzen Sie ein kurzes One-to-one-Meeting an, bei dem Sie das Problem diskutieren.

Wenn Sie MBWA in Ihren Führungsstil integrieren, sorgt das dafür, dass Sie zwischen sich und Ihren Mitarbeitern keine Barriere aufbauen. Diese Synergie ist wichtig. Mitarbeiter, die Sie oft sehen und hören, was Ihnen im Kopf herumgeht, fühlen sich motivierter und geschätzter. Wenn Sie als Führungskraft dagegen mehr Zeit in ungezwungene Gespräche mit Ihren Kollegen investieren, werden Sie deren Ideen und Gedanken erfahren – und so in der Lage sein, bei Problemen schneller zu reagieren.

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Kate RodriguezKate Rodriguez arbeitet als freie Marketing-Texterin in München. Sie besitzt mehr als 20 Jahre Erfahrung in öffentlichen und privaten Organisationen, wo sie als internationale Handelsanalytikerin für die US-Regierung tätig war und als Karrierecoach an einer Universität arbeitete. Dort spezialisierte sie sich auf internationale Karriere. Zuletzt arbeitete Kate für Experteer – zunächst im Kundenservice, anschließend als Online Marketing Manager.

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