Eine etwas andere Definition einer Stellenbeschreibung

Wenn ich Sie fragen würde, wie Sie die Aufgaben eines Senior Professionals in einem beliebigen Unternehmen beschreiben würden, was würden Sie sagen? Hätten Sie sofort eine Antwort parat? Wir werden oft von unseren Klienten, die eine neue Anstellung suchen, nach einer möglichst präzisen Definition einer Stellenbeschreibung gefragt. Sicherlich kann man sich darüber streiten, wie zutreffend Stellenbezeichnungen wirklich in Bezug auf die verschiedenen Ebenen und Entscheidungen, mit denen Senior Professionals ständig zu tun haben, sind.

job description vp product and technology Stellenbezeichnung

Sucht man nach einer Definition der Stellenbezeichnung „VP Product & Technology“ auf der Internetplattform Google, findet man tausende an unterschiedliche Ausprägungen dieser Stelle: tippt man „Vice President Product and Technology Stellenbeschreibung“ bei Google ein, erhält man 400.000 Ergebnisse (in 0.37 Sekunden). Das ist mit Abstand zu viel!

Je nach Größe der Unternehmens oder der Industrie kann es eine Weile dauern, bis man sich mit Titeln schmücken darf, bei denen das Wort „President“ ein Teil davon ist. Senior Professional auf diesem Niveau zu werden ist eine Wissenschaft für sich. Es ist aber auch die Kunst, Dinge zu vereinfachen. Für jemanden, der sich tagtäglich mit Programmiercodes auseinandersetzen muss, erscheint es sehr oberflächlich danach zu fragen, wie die Kunden denken, wie man mit verschiedenen Anliegen umgehen muss oder was genau der Streitpunkt bei einem Problem ist.

Für jemanden, der für das Produkt vollständig verantwortlich ist, sind dies allerdings sehr relevante Fragen. Die Antworten dazu, die oft einfacher sind, als wir es zugeben wollen, entstehen dabei meistens wenn man gerade unter der Dusche ist. Die angesprochenen Punkte werden selten explizit benannt, wenn eine Stelle ausgeschrieben wird, was letztendlich dazu führt, dass immer unklarer wird, was ein „VP Product“ wirklich den ganzen Tag so macht.

Schließlich hatte ich die Idee, dieses Thema mit Alisha zu besprechen. Alisha lebt mit ihrer Familie und ihrem Bruder in München, dessen Geburtstag sie sehnsüchtig erwartet. Am Geburtstag soll gegrillt werden, wie es in einem Münchner Sommer eben so üblich ist. In ihrer Freizeit tanzt Alisha gern zu Bollywood-Musik. Sie ist sich gar nicht darüber bewusst, dass sie zwei Sprachen beherrscht – ihr Vater ist Deutscher und ihre Mutter Britin. Ihre Mutter ist zudem zufälligerweise Vice President Product & Technology bei Experteer. Alisha ist siebeneinhalb Jahre alt.

Ein Lehrer wird so genannt, weil er seinen Schülern etwas lehrt. Wie denkst du wird deine Mutter in ihrer Arbeit genannt?

Alisha (denkt nach): Ah, Frau Zimmermann.

Was macht deine Mutter denn, wenn sie arbeiten geht?

Alisha: Warum frägst du mich das? Schreibst du eine Geschichte darüber? Meine Mutter hilft dem Internet. Sie arbeitet mit dem Internet oder so etwas in der Art, mit ihrem Team in der Arbeit. Sie redet, schreibt und denkt darüber nach, was getan werden muss.

Das klingt in etwa richtig. Jetzt kommen wir zu den wichtigen Dingen… Bekommt deine Mutter auch Hausaufgaben?

Alisha (lacht): Neeeein. Manchmal arbeitet sie am Wochenende am Telefon. Sie prüft aber auch meine Hausaufgaben und fragt mich, was ich so mache. Ich frage aber Sie nie danach, was sie macht. Meine Mutter ist nicht besonders gut in Mathematik. Es ist nicht so, dass ich sie fragen könnte, was 344 und 344 ergibt und sie mir darauf eine schnelle Antwort geben könnte. Aber mein Vater ist richtig gut darin. Ich glaube, dass das Englisch meiner Mutter nicht viel besser als mein eigenes ist.

In diesem Moment bekomme ich eine E-Mail und Alisha erhascht einen kurzen Blick auf mein E-Mail-Programm.

Alisha: Was ist das? Wie hast du diese E-Mail bekommen? Wie ist die auf deinen Computer gekommen? Ich habe keine eigene E-Mail-Adresse aber meine Mutter zeigt mir immer wieder, wie das funktioniert. Ich hätte auch gerne meine eigene E-Mail-Adresse, damit ich meinen Freunden schreiben könnte, ob sie mit mir sprechen wollen.

Ich spiele auf dem iPad zuhause. Mein Lieblingsspiel ist „Pet Shop“. Ich habe dort acht Freunde aber ich erschaffe keine Charaktere, die sind von ganz alleine da. Ich kanns dir ja mal zeigen (Alisha lädt die App aus dem iPhone-App-Store herunter und schließt ihre Augen, während ich mein Passwort eingebe). Mach ruhig weiter, ich schaue nicht hin. In der Schule haben sie mal einen Aushang gemacht, der Unterrichtsstunden mit dem iPad beworben hat. Da waren aber am Ende gar keine iPads, irgendwie war das nicht so gemeint. Ich habe nicht mit meinem Lehrer darüber gesprochen. Kann ich auf dem Stück Papier was aufschreiben?

Alisha schreibt Folgendes: Nichts als iPad spielen.

Denkst du, dass deine Mutter in der Arbeit spielt?

Alisha (lacht wieder): Neeeein. Spielen ist kein Beruf. Mit Lego spielen ist auch kein Beruf. Aber es gibt einige Läden in London, in denen dir Lehrer dabei helfen können, mit Lego etwas zu bauen. Ich hab das aber nie gemacht. (Alisha entdeckt die Experteer App auf dem iPhone). Meine Mum hat das gemacht, zeig mir mal, wie es funktioniert. Ist das zum Spielen?

Alishas Mutter kommt in diesem Moment in den Raum. Alisha ist nun schüchtern und entscheidet sich dazu, in Anwesenheit ihrer Mutter so zu tun, als ob unser kleines Gespräch nie stattgefunden hätte. Ich muss ihr versprechen, ihr die „Geschichte“ in ausgedruckter Form vorbeizuschicken. Ich mache mir also angestrengt Notizen. Plötzlich fällt mir ein Zitat von Picasso ein: „Ich konnte schon früh zeichnen wie Raffael, aber ich habe ein Leben lang gebraucht wieder zeichnen zu lernen wie ein Kind.“ Pablo Picasso


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