Mitarbeiterführung

Nie wieder Potenzial verschenken!

Eine unqualifizierte Führungsperson verwandelt jedes noch so begeisterungsfähige Team in eine lustlose Gruppe von Einzelkämpfern. Doch wer weiß, was Mitarbeiter wirklich bewegt und welche Werte sie vertreten, kann diese zu Höchstleistungen motivieren – und ihr Potenzial voll ausschöpfen.

Mitarbeiterführung

Führungskräfte müssen wissen, welche Werte ihr Team hat. Nur so können Sie dieses wirklich erfolgreich führen.

A) Führung allgemein: Was bedeutet es, zu führen?

Wussten Sie, dass das Führen von Mitarbeitern viel mit einem Paartanz gemeinsam hat? Die führende Person wird beim Tanz deutliche Signale aussenden, auf die der Partner entsprechend reagieren muss. Die Führungsperson entscheidet, was als Nächstes kommt … ein Platzwechsel, eine besondere Figur oder doch eine Drehung? Wer nicht vernünftig führt, wird es seinem Tanzpartner schwer machen und im schlimmsten Falle wird dieser versuchen, den Tanz zu retten, indem er selbst die Führung übernimmt. Dieses Bild eines tanzenden Paares können Sie auf die Mitarbeiterführung übertragen. Wer seine Angestellten führt, muss Entscheidungen treffen können. Dabei geht es jedoch nicht darum, die eigene Meinung durchzusetzen. Vielmehr sind Sie dafür verantwortlich, dass Ihrem Team klar ist, wohin die Reise gehen soll. Wichtig sind bei der Personalführung deshalb Entschlossenheit und Zielgerichtetheit. Dabei sollten Sie keine Scheu vorm Scheitern haben.  Im Gegenteil:  Aus Fehlentscheidungen kann man lernen.  Wer jedoch aus Vorsicht oder Angst die Entscheidungen anderen überlässt, der führt nicht. Auf Dauer wird ein zaghafter Chef seine Mitarbeiter verunsichern und demotivieren.  Auch unangenehme Entscheidungen wie Kündigungen oder sonstige notwendige Restrukturierungen  muss ein guter Personalmanager treffen können.  Lange Rede, kurzer Sinn:

  • Treffen Sie Entscheidungen.
  • Reden Sie Klartext. Formulieren Sie erreichbare und verbindliche Ziele.

B) Vorbildfunktion: Warum beeinflusst das eigene Verhalten die Mitarbeiter?

Auf die Vorbildfunktion kommt es an: Jeder kennt diesen Typ. Er empfiehlt gerne das stille Wasser, nimmt für sich selbst aber am liebsten den hochwertigen Rebensaft in Anspruch. Sind Überstunden angesagt, verbietet es sich für qualifiziertes Führungspersonal, frühzeitig die Segel zu streichen, um die akribischen Vorbereitungen für das anstehende Golfturnier voranzutreiben. Mitarbeiter haben für derartige Vorkommnisse ein sensibles Gespür. Wer Dinge von den Teammitgliedern verlangt, die er selbst nicht leisten kann oder möchte, setzt mit Sicherheit die falschen Signale. Warum sich selbst zerreißen, wenn der Chef es eher locker angehen lässt? Die Folgen derartiger Führungsschwächen führen zu verminderten Arbeitsleistungen und oft einhergehend zur inneren Immigration. Nähere Tipps zur Vermeidung dieses Fauxpas‘ können Sie auch in unserem Artikel „Wie Führungskräfte sich den Respekt Ihres Teams verdienen“ nachlesen.

C) Mitarbeitermotivation: Wie kann man seine Mitarbeiter zusätzlich motivieren?

Denken Sie noch einmal an das tanzende Paar. Die besten Führungshilfen nützen nichts, wenn der Tanzpartner gar keine Lust auf einen Tanz hat. Das Schlüsselwort lautet also: „Motivation“. Fehltage, Fluktuation oder unzureichende Produktivität können die Folgen unmotivierter Angestellter sein. Zufriedene Mitarbeiter bilden folglich das Rückgrat eines Betriebes und sind für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg unverzichtbar. Es ist nicht damit getan, ein Team mit den notwendigen Voraussetzungen zusammenzustellen, die aktive Mitarbeiterführung muss auch dafür Sorge tragen, dass jedes einzelne Mitglied sich wohl fühlt und bereit ist, sein vorhandenes Potenzial auszuschöpfen, sich also für die Unternehmensziele vorbehaltlos einzusetzen. Durch die Beachtung einiger Regeln und Maßnahmen sind Sie in der Lage, ein positives, konstruktives Arbeitsklima zu schaffen:

  • Führen Sie regelmäßige Mitarbeitergespräche.

Das Mitarbeitergespräch ist ein wichtiges Führungsinstrument zur Beurteilung der Mitarbeiter. Diese Gespräche bieten zudem die Möglichkeit, die geleisteten  Arbeitsresultate abzugleichen und gemeinsam die zukünftigen Leistungsziele festzulegen.

  • Gutes Personalmanagement kann nicht ohne konstruktive Kritik stattfinden.

Im Rahmen dieser Gespräche bietet sich Ihnen die ausgezeichnete Möglichkeit, notwendige Kritikpunkte anzusprechen, welche Sie in möglichst positiv verpackter Form zur Sprache bringen. Gerade antriebslose Angestellte benötigen oft ein klares Ziel, um Ihre Motivation zurückzugewinnen.

Konstruktive Kritik hat nicht das Ziel, den Betreffenden herabzusetzen, sondern seine Wahrnehmung zu schärfen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

  • Loben Sie Ihre Mitarbeiter bei guten Leistungen.

Auch für ein konkretes Lob und eine grundsätzliche allgemeine Anerkennung der geleisteten Verdienste bietet ein Feedback-Gespräch die ideale Gelegenheit. Eine verdiente Würdigung der Leistungen nimmt jeder Mitarbeiter gerne zur Kenntnis und Sie können so ohne Kostenaufwand Ihren Mitarbeiter motivieren. Gelegentlich kann authentische Anerkennung sogar mehr bewirken als eine Gehaltserhöhung. Übrigens dürfen Sie gerne auch einmal anerkennen, wenn ein Mitarbeiter Ihnen in einem Teilbereich der Aufgaben überlegen ist oder gute Verbesserungsvorschläge liefert. Ein selbstsicherer Chef lässt sich durch intelligente Mitarbeiter nicht einschüchtern, sondern inspirieren.

  • Mitarbeiterförderung sollte zum Standard gehören.

Eine gute Führungsperson kann nicht nur Anforderungen stellen, sie ist auch in der Lage, vorhandenes Talent zu erkennen, gelten zu lassen und zu nutzen. Sie ist bereit, Verantwortung auf den Einzelnen zu übertragen und ihm den Freiraum zu gewähren, in dem er sein Potenzial entwickeln kann. Mit einer Weiterbildung wird dem Mitarbeiter nicht nur die Anerkennung für schon Geleistetes zuteil, die Investitionen werden sich auch mittelfristig rentieren und stärken zudem nicht nur seine Motivation, sondern ebenso seine Loyalität. Mitarbeiterentwicklung kommt so letztlich auch dem Unternehmen zu Gute.

  • Mitarbeiter führen kann man nur, wenn man Mitarbeiter ernst nimmt.

Vermitteln Sie Ihrem Team den Eindruck vermitteln, dass sie auf seine Argumente eingehen und zuhören. So  geben Sie jedem Mitarbeiter das Gefühl, für das große Ganze wichtig zu sein. Wer weiß, dass die eigene Meinung vom Vorgesetzten respektiert wird, profitiert von einem gesteigerten Selbstwertgefühl und geht wieder mit neuem Schwung an die Arbeit. Wer kein offenes Ohr für die Belange seines Teams hat, wird Mitarbeiter nur schwer motivieren können!

Der korrekte Umgang mit Mitarbeitern ist ein Schlüsselelement der Personalführung. Der Einfluss, den Kommunikation und Wertschätzungskultur auf die Arbeitsmotivation nehmen, wird leider noch immer von vielen Vorgesetzten unterschätzt. Wer dieses Thema ein wenig genauer beleuchtet wissen will, liest in unserem Artikel „Die besten Tipps für Sie als Führungskräfte im Umgang mit Ihren Mitarbeitern“ weiter.

D) Kommunikation: Warum ist konstruktive Kommunikation der Schlüssel für den Unternehmenserfolg?

Die funktionierende Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeitern ist von enormer Wichtigkeit für die Erreichung der Unternehmensziele. Mangelt es an dieser, sind Reibereien und Konflikte vorprogrammiert. Eine gelungene Kommunikation der Führung beruht im Allgemeinen auf den beiden Säulen „Vertrauen“ und „Offenheit“. Fühlen Mitarbeiter sich ernst genommen, sind sie auch bereit, ihre Potenziale für das Unternehmen einzusetzen. Jeder Mensch besitzt einen eigenen Kommunikationsstil, der von Charakterzügen, Erfahrungen und dem eigenen Selbstbild abhängt. Auch verändert sich die Kommunikation mit dem Gegenüber grundlegend: Mit Menschen, vor denen wir Respekt haben, reden wir ganz anders als mit Menschen, auf die wir herabsehen. Im Sinne einer guten Mitarbeiterführung ist es stets wichtig, die eigene Kommunikation als Führungstil zu reflektieren, die jeweils Vor- und Nachteile birgt. Es macht keinen Sinn, sich dauerhaft zu verstellen – stattdessen sollten Sie als Vorgesetzter wissen, welchen Kommunikationsstil Sie bevorzugen, welche Fehler Ihnen dabei unterlaufen können und wie Sie diesen entgegenwirken. Nachfolgend einige Beispiele diverser Kommunikationsstrategien – finden Sie sich wieder?

  • Der Vorgesetzte als Kumpel

Er gibt sich als Gleicher unter Gleichen. Für gruppendynamische Prozesse ist dieser Stil sicher nicht völlig verkehrt. Er begeht aber eine Gratwanderung und muss stets darauf achten, dass er seine  Autorität nicht schleichend selbst untergräbt. Für den Erfolg kommt es hier entscheidend auf die Persönlichkeit des Vorgesetzten an.

  • Der selbstverliebte Vorgesetzte

Er ist mit sich völlig im Einklang und findet sich einfach klasse, ist manchmal sogar richtiggehend überwältigt von seinem Witz und Charme. Es fällt ihm schwer, auf Vorschläge des Teams einzugehen – die eigenen sind doch eh die besten?! Die meisten Mitarbeiter sind mittlerweile genervt, wenn der Vorgesetzte ein Meeting einberuft – geht es bei ihm doch meist nur darum, seine eigene Raffinesse wortgewaltig (und langatmig) zur Schau zu tragen. Sind Sie schuldig im Sinne der Anklage? Dann sollten Sie jetzt anfangen, die eigenen Ideen zu hinterfragen,auf Vorschläge von Mitarbeitern einzugehen und diese objektiv zu diskutieren.

  • Der autoritäre Vorgesetzte

Sein Wort ist Gesetz. Mitarbeiterführung ist für ihn unwichtig – es wird gemacht, was er sagt – Widerspruch duldet er nicht. Er regiert von oben herab und nimmt jede sachliche Kritik persönlich. In seinem Bereich herrscht das Duckmäusertum und insgeheim wird er verabscheut. Für komplexe und kreative betriebliche Aufgabenstellungen ist dieser Stil wenig geeignet und wird schnell an seine Grenzen stoßen. Führen Sie sich immer wieder vor Augen, wie Sie gerne selbst behandelt werden würden und überdenken Sie die eigene Härte. Es wäre zum Beispiel sinnvoll, gelegentlich Geschäftsessen oder Teamunternehmungen zu organisieren, in denen Sie den Mitarbeitern ein wenig privater – also in einer anderen Rolle – begegnen.

Unabhängig von Ihrer Kommunikation als Führung sollten Sie stets versuchen, authentisch zu bleiben. Wer über dieses Thema mehr erfahren will, kann einen Blick in unseren Artikel „Sind Sie eine authentische Führungskraft?“ werfen.

E) Mikromanagement: Wie oft sollte ich mein Team kontrollieren?

Ihr Team arbeitet für Sie, weil es gut ist. Sie sollten zunächst davon ausgehen, dass jeder Mitarbeiter bemüht ist, die gesteckten Ziele zu erreichen. Der eine wird dies voller Begeisterung tun, der andere eventuell mit ein wenig Zurückhaltung. Nun können Sie natürlich damit anfangen, jede Stunde den aktuellen Stand der Arbeit zu kontrollieren – damit begehen Sie jedoch einen fatalen Fehler. Gute Mitarbeiterführung setzt ein gewisses Maß an Vertrauen voraus. Setzen Sie Ihrem Team ein Ziel, welches es zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erreichen hat. Bei umfangreichen Projektzielen können Sie Zwischenziele oder „Milestones“ festlegen, die das Team dann etappenweise abarbeiten kann. Auch ist es möglich, die Kontrolle von Teilaufgaben an erfahrene Mitarbeiter zu delegieren (Zum Weiterlesen: “Wie Führungskräfte richtig delegieren“). Selbstverständlich sollten Sie die Ergebnisse zu diesen Gelegenheiten kontrollieren, auch müssen Sie ansprechbar sein, falls Ihre Mitarbeiter Fragen haben sollten. Doch jeden Federstrich Ihrer Kollegen penibel zu prüfen, zeugt von mangelndem Vertrauen in deren Fähigkeiten. Langfristig wird es Ihre Angestellten demotivieren. Legen Sie die Fristen so, dass Sie die Möglichkeit haben, eingreifen zu können, wenn Sie merken, dass etwas in die falsche Richtung läuft. Falls dies notwendig sein sollte, können Sie das Team (begründeterweise!) immer noch tadeln und mehr Kontrollen ankündigen. Achten Sie dann darauf, nicht nur Zahlen und Fakten zu kontrollieren. Vielmehr sollten Sie auch einzelne Mitarbeiter befragen, ob sie besonderen Schwierigkeiten begegnet sind.

F) Fairness: Warum sind leistungsgerechte Gehälter ein Instrument der Mitarbeiterführung?

Gehaltsverhandlungen spielen beim Personalmanagement eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das Gehalt der Mitarbeiter sollte ihrer Leistung angemessen sein und in Relation zu anderen Teammitgliedern stehen. Auch wenn von Ihren Mitarbeitern Stillschweigen gefordert wird, oft gilt die Devise: Schweigen ist Silber, Reden ist Gold. Gehen Sie davon aus, dass Ihre Mitarbeiter sich ein grobes Bild davon machen können, was ihre Kollegen verdienen. Sollte sich dann herausstellen, dass Sie bei einigen Mitarbeitern gespart haben, kann dies für die Betroffenen wie ein Schlag ins Gesicht sein. Unfaires Gehalt kann ein Auslöser für schlechte Stimmung innerhalb des Unternehmens werden und Frustration oder gar Kündigungen nach sich ziehen. Gute Mitarbeiterführung sieht also anders aus! Versuchen Sie, eine leistungsgerechte Bezahlung anzustreben und verteilen Sie bei Bedarf Boni für das Erreichen festgesetzter Ziele.

Schlusswort: Mitarbeiterführung kann man lernen.

Es gibt zahlreiche Seminare zu jedem einzelnen Unterthema der Mitarbeiterführung: Ob Kommunikation zwischen Führung und Angestellten, dem Führen von Mitarbeitergesprächen oder der gelungenen Mitarbeitermotivation: Personalmanagement kann man lernen. Sogar die Selbstwahrnehmung lässt sich schulen. Bedenken Sie jedoch, dass Sie dazu bereit sein müssen, die eigenen Handlungsweisen zu reflektieren und eventuell anzupassen – und das Ganze soll dann bitte auch mit Ihrer Persönlichkeit vereinbar sein. Auch verändern sich stetig die Erwartungen und Anforderungen an Führungskräfte, wie beispielsweise eine Studie der INQUA (Initiative Neue Qualität der Arbeit) zeigt (einsehbar hier). Sie merken, es ist nicht leicht, an sich zu arbeiten. Allerdings lohnt es sich. Als Vorgesetzter bekommen Sie schließlich genau das Team, welches Sie verdienen: Wer schlechte Mitarbeiterführung betreibt, bekommt ein schlechtes Team, umsichtige Chefs  bekommen ein gutes. Sie motivieren ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen. Deren Teamerfolg wirft letztlich auch ein gutes Licht auf Sie.

 

Über Marieke Arcadi

marcadiNach ihrem Germanistik-Studium arbeitete Marieke Arcadi aufgrund ihres ausgeprägten technischen Interesses für diverse international tätige Unternehmen und Agenturen im Bereich Online Marketing / SEO. Aktuell ist sie hauptberuflich als Lehrende an einer allgemeinbildenden Schule tätig und gibt Seminare an der Universität Hamburg.

Wenn Ihre beruflichen Belange es zulassen, widmet Marieke sich gern ausgiebigen Reisen, um fremde Kulturen und Sprachen kennenzulernen. 



'Nie wieder Potenzial verschenken!' hat einen Kommentar

  1. 6. November 2017 @ 14:36 Nico Kloss

    Ein klasse Artikel, den Marieke Arcadi hier bereitgestellt hat. Welche zentrale Rolle einer guten Führung zukommt, tritt insbesondere immer dann besonders deutlich von Augen, wenn eine gute Führungskraft das Unternehmen verlässt und wie in einem Sog eine Vielzahl von Mitarbeitern zu einem Wechsel des Arbeitgebers veranlasst. Richtig ist aber auch: Mitarbeiterführung kann man lernen. Was gut funktioniert, erfahren Unternehmer auch in den zahlreichen TAB-Unternehmerboards, die es inzwischen in Deutschland gibt (TAB steht für “The Alternative Board”). Das Besondere ist, dass Unternehmer verschiedener Branchen sich hier gegenseitig beraten, auf Grundlage ihres Wissens und ihrer Erfahrung. Jeder hat eigene Ideen und kann eigene Erfahrungen einbringen, die für die anderen von großem Nutzen sind. Und nicht nur Personalführungsthemen kommen zur Sprache, sondern jede unternehmerische Herausforderung, die es für eines der Board-Mitglieder gibt.

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