6 Charakteristika toxischer Führungskräfte

So erkennen Sie schlechte Chefs

Entgegen landläufiger Meinung ist ein zu geringes Gehalt nicht der Hauptgrund dafür, warum viele Menschen kündigen. Schlechte Chefs sind diejenigen, die wirklich dahinterstecken und verantwortlich dafür sind, dass wir den Glauben und das Vertrauen in unsere eigene Karriere verlieren. Begriffe wie „schlechte Chefs“ oder „schädliche Führungskräfte“ sind subjektiv. Wir versuchen dennoch zu verstehen, wer oder was sich dahinter verbirgt.

Schlechte Chefs – Noch firmenschädigender als ihr Ruf?

Der englische Begriff „toxic leader“ wurde 1996 von Marcia Whicker geprägt. Sie beschreibt Chefs, die aufgrund ihrer qualitativ minderwertigen Eigenschaften den Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung Schaden zufügen. Eine Definition für den Begriff „toxische Führungskräfte“ spricht von „Individuen, die aufgrund ihres destruktiven Verhaltens und ihrer dysfunktionalen persönlichen Qualitäten und Charaktereigenschaften anderen Individuen, Gruppen, Organisationen, Gemeinschaften und sogar Nationen, die sie leiten, erheblichen Schaden zufügen“. Eine andere Definition beschreibt „Individuen, deren Verhalten von ichbezogenem Karrierismus vorangetrieben wird, und zwar auf Kosten ihrer untergebenen Kollegen. Dieser Führungsstil ist von einem missbräuchlichen und diktatorischen Verhalten geprägt, das zu einem ungesunden Unternehmensklima führt.“

Sie werden solche Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit in den obersten Reihen von fast jedem Unternehmen finden. Wie konnten sie in derartig hohe Machtpositionen geraten? Ist dieses schädliche Verhalten nicht sofort erkennbar? Die Antwort auf diese Fragen ist, dass derartige Führungskräfte sehr schwer zu identifizieren sind, da sie sich nicht konsistent negativ verhalten. In vielen Unternehmen muss am Ende vor allem der Profit stimment. Bei Führungskräften, die dies leisten können, wird daher auch toxisches Verhalten geduldet.

Wenn Sie etwas genauer hinsehen, werden Sie feststellen, dass die meisten schädlichen Eigenschaften schlechter Chefs gut hinter einer Nebelwand aus Charisma und Charme versteckt sind. Ihnen werden großartige Ideen und Profite zugeschrieben. Sie sind für ihre Intelligenz und harte Arbeit bekannt. Sie sind oft sehr charmant gegenüber Kunden und Geschäftspartnern. Ihrem Vorgesetzten oder Chef gegenüber verhalten sich nur äußerst selten uncharmant. Kennen Sie nicht auch ein Beispiel aus Ihrer Firma, bei dem ein Kollege in einer Junior-Position gemobbt wird, während die verantwortliche Person zu denjenigen, die Macht im Unternehmen haben, besonders charmant ist?

Schlechte Chefs belohnen ausschließlich Mitarbeiter, die ihnen zustimmen. Wer widerspricht, wird bestraft. Ja-Sager werden befördert. Alle, die eine Gefahr darstellen könnten, werden von Entscheidungsprozessen und -positionen ferngehalten. Es gibt lediglich zwei Alternativen für Arbeitnehmer: ja sagen oder kündigen. Ein Symptom schlechter Chefs sind hohe Kündigungsraten, geringe Produktivität, mangelnde Innovationen und Konflikte zwischen Abteilungen.

Wie erkennen Sie schlechte Chefs?

  1. Sie treten die Verantwortung für ihr Handeln gern an andere ab. Sie heimsen die Lorbeeren für die Arbeit ihres Teams ein, schieben jedoch die Schuld für Fehler oder Erfolglosigkeit anderen zu.
  2. Sie werten andere regelmäßig ab, sind arrogant gegenüber untergebenen Kollegen und verhalten sich unterwürfig in Gegenwart eines Vorgesetzten. Wenn kein Vorgesetzter anwesend ist, umgeben sie sich mit Ja-Sagern.
  3. Sie weigern sich, die Ideen anderer zu akzeptieren. Neue Ideen oder gar Veränderungen der eigenen Person sind keine Optionen. Sie werden sich diese nicht einmal anhören, da sie völlig davon überzeugt sind, dass sie recht haben. Kreativität und Ideen anderer haben hier keinen Platz. Um ihre Vormachtstellung zu erhalten, umgeben sie sich wieder mit Ja-Sagern.
  4. Sie sind äußerst empfindlich gegenüber allem, was ihr Selbstwertgefühl gefährden könnte. Jeder Angriff auf ihr grandioses Selbstbild führt zu narzisstischen Ausbrüchen, die in destruktivem Verhalten münden – gegenüber sich selbst und anderen. Sie sind dominierende Kontrollfreaks, die fast unmögliches von anderen fordern.
  5. Sie verfolgen eine Jeder-gegen-jeden-Mentalität. Hier wird das Prinzip von Darwin auf die Spitze getrieben. Wer kein Jäger ist, wird zur Beute. Schlechte Chefs benehmen sich oft extrem aggressiv und herrisch. Sie nutzen Demütigung, Sarkasmus und öffentliche Zurschaustellung, um Kollegen zu unterdrücken.
  6. Sie sind fast paranoid, was den Erhalt ihrer Macht angeht, um jegliche Gefährdung ihrer Stellung im Unternehmen zu unterbinden. Sie arbeiten hinter den Kulissen häufig mit harten Bandagen, um aufsteigende Talente oder Ideen, die ihre Machtstellung gefährden könnten, niederzumachen.

Schlechte Chefs sind Gift für jeden Arbeitsplatz. Sie verhindern Produktivität und Kreativität, vernichten gute Teamatmosphäre  und lassen Zweifel und Angst unter den Angestellten sprießen. Es ist wichtig, dieses schädliche Verhalten zu erkennen und ihm entgegenzuarbeiten, um ein positives Arbeitsumfeld aufzubauen.



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