Flexible Arbeitsmodelle für Führungskräfte

Flexible Arbeitsmodelle für Führungskräfte sind die Zukunft

IT, Vernetzung und mobile Endgeräte lösen starre Arbeitsstrukturen zunehmend auf. Dank der Cloud-Technologie wollen auch Arbeitnehmer immer flexibler arbeiten. Flexible Arbeitsmodelle für Führungskräfte sind jedoch derzeit noch einen Rarität. Das wird sich in Zukunft ändern. Umfragen zeigen, dass sich bis zu 80 Prozent der Senior Manager für flexible Arbeitszeiten und Teilzeit interessieren.

Flexible Arbeitsmodelle für Führungskräfte

Bislang fragen nur wenige Senior Manager nach derartigen Arbeitsmodellen für eine Führungskraft − aus drei guten Gründen:

  • Das herkömmliche Rollenverständnis der Spitzenkräfte: Wer mit einer Wochenarbeitszeit bis zu 50 Stunden einen vollen Einsatz bringt, gilt als leistungsbereit, erfolgsorientiert und loyal.
  • Unternehmen fordern die 100-prozentige Präsenz und Erreichbarkeit des Senior Executive: Daher ist es unüblich, dass die Führungskraft teilweise im Homeoffice arbeitet.
  • Die Angst vor einem Karriereknick durch eine Teilzeitstelle: Eine jüngere Führungskraft in Teilzeit gilt als zu wenig engagiert und wird nicht gefördert. Ältere Senior Manager befürchten, als heimliche Frühpensionäre auf dem Abstellgleis zu landen.

 

Flexible Arbeitsmodelle für Führungskräfte als Mangelware

 

Flexible Arbeitsmodelle für Führungskräfte sind immer noch wenig verbreitet. Während in den Niederlanden und Großbritannien 12 bzw. 8 Prozent der Senior Manager in Teilzeit arbeiten, sind es in Deutschland lediglich 5 Prozent.

Zudem arbeiten mehr Frauen als Männer in Teilzeit-Managementpositionen. Nach einer Erhebung des Statistischen Landesamts von 2013 liegt hierzulande der Frauenanteil bei 4,6 Prozent gegenüber einem Männeranteil von 1,2 Prozent. In den Niederlanden haben 31,5 Prozent der weiblichen Spitzenkräfte in Teilzeit, der Männeranteil macht nur 4,1 Prozent aus.

In Deutschland arbeiten die Teilzeitmanager zu 9,3 Prozent im Bildungs- und Gesundheitssektor sowie im öffentlichen Dienst. Im verarbeitenden Gewerbe sind es gerade einmal 1,2 Prozent.

 

Gelockerte Arbeitsmodelle für Führungskräfte – Varianten

 

Die gewünschte Flexibilität betrifft Arbeitsort und Arbeitsstunden. Entweder möchten Senior Manager öfter im Homeoffice arbeiten oder Arbeitsstunden reduzieren. Noch haben sich keine Standard-Arbeitsmodelle für eine Führungskraft etabliert. Einige Arbeitsmodelle kristallisieren sich inzwischen heraus.

 

Vollzeittätigkeit:

  • Mit selbst bestimmbarer Gesamtstundenzahl
  • Mit Arbeitszeitsouveränität für Führungskräfte, die sich die vereinbarte Arbeitszeit selbst einteilen
  • Als lebensphasenorientierte Übergangslösung mit einer Mindestpräsenzzeit von 25 Wochenstunden inklusive einer Rückkehrmöglichkeit zur Vollzeit
  • Als Sabbatical von ein paar Monaten bis zu einem Jahr

Vollzeitnahe Teilzeittätigkeit:

  • Mit verkürzter Arbeitszeit beispielsweise auf eine 30-Stunden-Woche
  • Als 4‐Tage‐Woche in Kombination mit Homeoffice bzw. Telearbeit
  • Mit einer Arbeitszeit von sechs Stunden pro Tag

Projektbezogene Blockmodelle:

  • Mit mehrmonatiger Vollzeitphase sowie
  • einer Teilzeit- oder Auszeitphase für das restliche Jahr

Open Space Konzept:

  • Auch das Management hat keine eigenen Büros und arbeitet ortsungebunden.

Job‐Sharing:

  • Zwei Führungskräfte teilen sich eine anspruchsvolle Vollzeitstelle

 

Konsequenzen für Unternehmen

 

Die meisten Unternehmen sind auf variable Arbeitsmöglichkeiten nicht vorbereitet. So bedarf es einer gewissen Vorlaufzeit für deren Einführung. Dabei liegen die Nachteile hauptsächlich im zeitlichen und organisatorischen Aufwand für:

  • die Einleitung von Umdenkprozessen in der Unternehmenskultur in Bezug auf die Teilzeitmodelle,
  • die Analyse der Ist-Situation hinsichtlich Arbeitsorganisation und Unternehmens-IT,
  • die Konzeption passender Modelle unter Berücksichtigung von Arbeitszeit und -ort, Präsenz, Stellvertretung, Qualifikation und anderen Maßnahmen,
  • die Umsetzung durch notwendige Qualifizierung und kommunikative Vorbereitung der Beschäftigten auf die neuen Teilzeitmodelle.

 

Handfeste Vorteile

 

Die Vorteile gelockerter Arbeitsmodelle für eine Führungskraft überwiegen bei Weitem die Nachteile.
Unternehmen, die auch für ihre Führungskräfte flexible Arbeitsmodelle bieten, erzielen eine höhere Rendite als ihre Wettbewerber.

Variable Arbeitsmodelle bieten darüber hinaus folgende Vorteile:

  • Sie bieten Arbeitgebern angesichts der Überalterung und des Fachkräftemangels neue Möglichkeiten der Mitarbeitergewinnung und -bindung.
  • Senior Executives in Teilzeit können Beruf und Familie besser vereinbaren und ihre Work-Life-Balance erhöhen. Dadurch sind sie zufriedener, motivierter und loyaler.
  • Da Teilzeit-Führungskräfte in der Regel länger bleiben, verringern sich die Rekrutierungskosten eines Unternehmens.
  • Flexible Arbeitsmodelle verbessern die Führungskompetenzen der Spitzenkräfte
  • Sie ermöglichen den Aufbau kompetenter Nachwuchskräfte durch gute Stellvertreterpositionen.
  • Aufgrund höherer Work-Life-Balance verringern sich der Krankenstand, die Dauer der Elternzeit und das Risiko eines Burn-outs.

Junge Führungskräfte haben andere Werte als die Generationen vor ihnen . Dazu gehören Flexibilität, Selbstbestimmung und das Gefühl, für eine bedeutende Sache zu arbeiten. Aus diesem Grund werden auch flexible Arbeitsmodelle für Führungskräfte an Bedeutung gewinnen – immerhin sind sie mit den Wertvorstellungen der neuen Führungskräftegeneration weitaus besser vereinbar.



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