Exklusive Einblicke: Fragen an einen Headhunter

In unserer Serie „10 Fragen an einen Headhunter“ wollen wir Ihnen exklusive Einblicke in die Arbeit von Top-Recruitern geben und Ihnen zeigen, worauf diese Wert legen. Diesmal haben wir mit Herrn Michael Güttes, Vice President und Business Unit Manager bei Mercuri Urval in Düsseldorf, gesprochen. Lesen Sie, was er zu Themen wie soziale Netzwerke oder dem Alter seiner Klienten zu sagen hat und profitieren Sie von seinen Antworten.

Michael Güttes_blog

Auf welche Frage sollte ein Kandidat bei Ihnen im Interview immer gefasst sein?

Michael Güttes: Grundsätzlich sind unsere Fragen individuell auf die zu besetzende Position und den bisherigen Werdegang sowie die Persönlichkeit des Kandidaten zugeschnitten. Wir haben keinen festen Fragenkatalog, allerdings klären wir einige Fakten wie die Gehaltsvorstellung und die Kündigungsfrist routinemäßig ab.

Was war Ihr außergewöhnlichstes Suchmandat?

Michael Güttes: Hochrangige Führungspositionen in Weltkonzernen zu besetzen oder sehr spezifische Qualifikationen zu suchen ist immer außergewöhnlich. Sehr interessant sind in diesem Bezug die Besetzung von Aufsichtsratsmandaten, da diese eine zunehmende Bedeutung für die Unternehmen gewinnen.

Wer ist Ihr deutscher Top-Manager und warum?

Michael Güttes: Für mich ist die Leistung eines Top-Managers nur langfristig zu bewerten und nicht von der Leistung des gesamten Führungsteams zu trennen. So betrachtet würde ich die Leistung des Managements von Volkswagen hervorheben, das es über Jahrzehnte geschafft hat, den Konzern in seinem Segment als weltweite Premium-Marke zu etablieren.

Aus der Kandidaten-Brille: Was erwarten Sie von einem Top-Personalberater?

Michael Güttes: Neben einer zuvorkommenden Behandlung durch den Personalberater sollten die Verfahren reibungslos, zügig und transparent ablaufen. Der Personalberater sollte ein realistisches Bild des Unternehmens vermitteln, damit der Kandidat erkennen kann, ob er zum Unternehmen passt und vor allem dem Kunden und Kandidaten gleichermaßen beratend zur Seite stehen.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften eines Kandidaten heute?

Michael Güttes: Flexibilität, Offenheit und Umgänglichkeit sind heute wichtiger denn je. Die Produktlebenszyklen werden immer kürzer, deshalb brauchen Unternehmen Führungskräfte, die offen für neue Themen und Anforderungen sind und kommunikative Fähigkeiten mitbringen.

Bin ich ab 40 noch interessant für Headhunter?

Michael Güttes: Mein Eindruck ist, dass das Alter eines Kandidaten für Unternehmen immer weniger eine Rolle spielt. Heute sind viele Menschen ohnehin nicht länger als vier bis fünf Jahre auf einer Position. Wichtig ist, dass sich ein Kandidat nachvollziehbar weiterentwickelt hat und mit dieser Entwicklung nie aufhört.

Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie aktiv um Kandidaten für eine vakante Position zu finden? Wie ist ihr Vorgehen?

Michael Güttes: Wir betreiben Multi-Channel-Sourcing, d.h. wir nutzen alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Das reicht vom eigenen Netzwerk, über eigene und externe Datenbanken wie Experteer bis hin zu sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn. Kandidaten sollten deshalb ihre Profile dort laufend aktualisieren, denn HR-Berater nutzen diese Informationen.

Welche Frage sollte ein Kandidat im Interview nie stellen?

Michael Güttes: Im ersten Gespräch mit Verantwortlichen aus dem neuen Unternehmen sollte ein Kandidat vermeiden, über Gehalt oder Dienstwagen zu sprechen. Die grobe Passung der Gehaltsvorstellungen haben wir schon vorher geklärt. Unternehmen wollen Kandidaten, die eine große Motivation haben, für sie zu arbeiten.

Wie identifizieren Sie potentielle Kandidaten für Gespräche?

Michael Güttes: Dank der uns heute zur Verfügung stehenden Netzwerke im Internet können wir viel leichter als früher herausfinden, ob ein Kandidat über bestimmte Management-Erfahrungen oder technische Kenntnisse verfügt. Im direkten Gespräch wie auch im späteren Assessment steht für uns daher seine Persönlichkeit im Vordergrund.

Wie soll ein potentieller Kandidat reagieren, wenn Sie ihn unvermittelt anrufen?

Michael Güttes: Ein guter Berater klärt gleich, ob sein Anruf gerade passt oder ob zu einem späteren Zeitpunkt telefoniert werden kann. Grundsätzlich sollte ein Kandidat offen für ein Gespräch sein, denn es könnte sich um „die“ Chance für die eigene Karriere handeln.

Vielen Danke, Herr Güttes, für Ihre Zeit und diese interessanten Einblicke.

Verpassen Sie nicht die nächste Ausgabe unserer Reihe „10 Fragen an einen Headhunter“.


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