Frauen in Führungspositionen

Frauen mit Kindern – die besseren Führungskräfte?

Nerven aus Stahl, eine gute Portion Gelassenheit und kreative Ideen für das Lösen von Problemen – diese Eigenschaften brauchen Mütter täglich. Sie sorgen mit Einfühlungsvermögen und einem oft ausgeprägten Gerechtigkeitssinn dafür, dass der Familiensegen nicht schief hängt. Aber Moment mal – sind nicht eben diese Eigenschaften Grundprinzipien (wenn auch oft Wunschdenken) in Deutschlands Führungsetagen? Sind Mütter – entgegen rückständiger, aber immer noch landläufiger Meinungen – vielleicht doch nicht so schlecht für eine Karriere im Upper Management geeignet?

Frauen mit Kindern

Welche Führungsqualitäten prägen Frauen durch die Mutterschaft aus?

Frauen, die nach der Mutterschaft nicht nur wieder in den Beruf einsteigen, sondern sich auch beruflich weiterentwickeln wollen, werden nach wie vor Steine in den Weg gelegt. „Was, sie hat Kinder?“, fragen sich nach wie vor viele (oftmals männliche) Chefs und denken schaudernd an Keuchhusten, der frau dazu verdammt, am Krankenbett des Kindes zu sitzen statt – effektiv arbeitend – im Büro. Oder an Kitastress, der dafür sorgt, dass Muttern spätestens um 16.30 Uhr wie von der Hornisse gestochen aus der Arbeit saust, um den Nachwuchs abzuholen. Dass gerade das Muttersein viele Soft Skills schult, die sie für Führungspositionen qualifizieren könnte, wird eher selten bedacht. Was Sie von Frauen mit Kindern (und von Eltern im Allgemeinen) lernen können, lesen Sie hier.

Zusammenarbeit steht im Vordergrund

Für weibliche Führungskräfte stehen bei der Leitung eines Unternehmens oder einer Arbeitsgruppe die gemeinschaftlichen Ziele im Vordergrund. Männer sehen ihre Mitarbeiter tendenziell eher als Konkurrenten an und sind oft versucht, ihre Machtansprüche über die Lösung von Aufgaben zu stellen. In einer Studie des DIW Berlin aus dem Jahr 2015 berichteten beispielsweise 28 Prozent der männlichen Führungskräfte über belastende Konflikte mit Kollegen – bei Frauen waren es vier Prozent weniger. Bei Konflikten der Führungskräfte mit Vorgesetzten liegen die Zahlen bei 13 Prozent für Frauen und 18 Prozent für Männer.

Geschulter Gerechtigkeitssinn

Anders als viele Erwachsene bringen Kinder es deutlich zum Ausdruck, wenn es Grenzüberschreitungen bei der Verteilung von Aufgaben oder Belohnungen gibt. Wer also täglich Gerechtigkeit walten lassen muss, schult damit seine Reaktion auf gruppendynamische Prozesse. Frauen sind in der Lage, aus winzigsten Änderungen in Mimik und Haltung Gefühle von anderen Personen (zum Beispiel den Mitarbeitern) zu lesen. Sie können mit ihren feinen Antennen Unstimmigkeiten im Kollektiv aufspüren und somit Konflikte klären, bevor sie eskalieren.

Flexible Reaktionen

Kleine Kinder handeln unberechenbar und können sehr erfinderisch sein, um ihre Interessen durchzusetzen. Für Mütter ist es dann wichtig, nachzufragen, zu evaluieren und zu erklären. Geduld und Weitsicht sind auch für Führungskräfte essentiell. Wer die exotischen Einfälle der Mitarbeiter nicht gleich verwirft, weil sie nicht ins Schema F passen, kann das kreative Potenzial der Mannschaft besser nutzen. Ein positiver Nebeneffekt: Die Zufriedenheit von Mitarbeitern, die aktiv an der Gestaltung ihrer Aufgaben mitwirken dürfen, ist höher als bei eher starren Führungsstilen.

Ohne gute Organisation geht nichts

Um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, muss Frau perfekt organisiert sein. Berufstätige Mütter sind daher meist gut im Delegieren von Aufgaben und wissen genau, wie man Prioritäten setzt. Das spiegelt sich in ihrer Arbeitsweise wider. Darüber hinaus verfügen Frauen über eine hohe Kommunikationsfähigkeit und ein großes Maß an Einfühlungsvermögen. Gepaart mit geschickter Diplomatie versetzen sie diese Eigenschaften in die Lage, ein Unternehmen äußerst effizient und gewinnbringend zu leiten.



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