Als Manager braucht man viele Qualitäten – Selbstvertrauen, Charisma, die Fähigkeit, für Ordnung und Struktur zu sorgen. Manche Arbeitnehmer mögen glauben, die Beförderung zum Manager sei lediglich einer guten Leistung geschuldet. Dabei übersehen sie, dass zwischenmenschliche Beziehungen zwischen einem Manager und seinen Mitarbeitern von entscheidender Bedeutung sind. Ein guter Senior Manager muss in der Lage sein, sein Team anzuspornen, er muss seine Mitarbeiter inspirieren und zu Höchstleistungen antreiben.
Und wenn es Probleme gibt, Fehler gemacht werden, sich ein Teammitglied unangemessen verhält, ist es unvermeidbar, dass ein Senior Manager versteht, wie er das Fehlverhalten von Mitarbeitern händelt.
Schritt 1: Für klare Erwartungshaltungen sorgen
Sie sind der neue Senior Manager und ab sofort für ein großes Team verantwortlich. Die beste Strategie ist es, von vornherein eine respektvolle und positive Arbeitskultur zu schaffen, in der Erwartungshaltungen geklärt sind und gute Leistungen belohnt werden. Wenn sich Ihre Mitarbeiter in ihrer Arbeit bestärkt fühlen, sind sie motiviert, versuchen, ihre Ziele zu erreichen und unterstützen Sie. Die meisten Probleme am Arbeitsplatz rühren von schlechter Kommunikation her – stellen Sie Vertrauen her, sorgen Sie für eine reibungslose Zusammenarbeit. So vermeiden Sie Missverständnisse.
Schritt 2: Die Umstände verstehen
Irren ist menschlich – sicher. Doch wenn die Fehler Ihrer Mitarbeiter immer mehr Zeit, Aufwand und Ressourcen verschlingen, müssen Sie handeln. Der erste Schritt ist ein offenes Gespräch – ein Warnschuss für den betreffenden Mitarbeiter. Besprechen Sie die Situation – vielleicht war es nur eine Fehlkommunikation?
Finden Sie heraus, wo die Gründe für den Fehler liegen und machen Sie deutlich, dass Sie in Zukunft gute Arbeit von Ihrem Mitarbeiter erwarten. Wenn ein Mitarbeiter sich wiederholt unangemessen verhält, sollten Sie ebenfalls ein offenes Gespräch suchen. Legen Sie zunächst objektiv die Fakten dar und machen Sie anschließend klar, dass sein Verhalten – sollte es andauern – Konsequenzen haben wird.
Schritt 3: Konsequenzen darlegen
Wenn die Atmosphäre im Büro angespannt ist, ziehen viele Mitarbeiter womöglich drastische Schlüsse. Sie fürchten sofort Entlassungen – viele Manager machen vielleicht den gleichen Fehler. Aber nicht jedes finanzielle Problem im Unternehmen kann gelöst werden, wenn man sich von Mitarbeitern trennt. Und vielleicht ist das auch gar nicht notwendig – Neubesetzungen können deutlich kostspieliger für ein Unternehmen sein.
Versuchen Sie herauszufinden, welchen Einfluss das Verhalten Ihres Mitarbeiters auf das restliche Team hat. Wenn Sie ganz klassisch von 8 bis 17 Uhr arbeiten, mag es kein Beinbruch sein, wenn ein Mitarbeiter gelegentlich ein paar Minuten zu spät kommt, solange er seine Arbeit pünktlich erledigt. Wenn er jedoch ständig zu spät zu Kundenterminen erscheint, ist der Ruf der Firma in Gefahr.
Finden Sie eine Lösung, von der alle Betroffenen profitieren. Folgende Optionen sind vorstellbar:
- Neue Aufgaben. Vielleicht erbringt Ihr Mitarbeiter nicht die erforderliche Leistung. Liegen seine Fähigkeiten vielleicht in anderen Bereichen? Versuchen Sie, ihm Aufgaben zu übertragen, die seinen Fähigkeiten entsprechen und von denen gleichzeitig das Unternehmen profitiert.
- Neues Team. Von Ihrem Team erwarten Sie, dass sie einander mit Respekt behandeln. Doch es wäre naiv zu ignorieren, dass Sie es mit völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten in zu tun haben. Wenn zwei Teammitglieder partout nicht miteinander arbeiten können, ist es sinnlos, sie zu zwingen. Teilen Sie Verantwortlichkeiten anders auf – so gelingen Abläufe reibungsloser.
- Suspendierung. Wenn Ihr Mitarbeiter gegen wichtige Unternehmensvorschriften verstoßen hat, ist eine Suspendierung womöglich eine angemessene Disziplinarmaßnahme. Bevor sie jedoch zu solchen Mitteln glauben, sollten Sie die Personalabteilung konsultieren und über die Rechtmäßigkeit einer Suspendierung sprechen.
- Kündigung. Einige Vergehen wiegen so schwer, dass eine Trennung von dem betreffenden Mitarbeiter der letzte Ausweg ist. Hat er beispielsweise ein Gesetz gebrochen oder der Firma so schweren Schaden zugefügt, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist, ist eine Kündigung notwendig.
Schritt 4: Die Sache durchziehen
Ein Senior Manger, der leere Drohungen von sich gibt, wird sicher niemals ernst genommen. Egal, wie schwierig es ist, es ist wichtig konsequent zu bleiben. Wenn Sie das Fehlverhalten von Mitarbeitern händeln, sollten Sie zudem dafür sorgen, dass eine neutrale dritte Partei anwesend ist – z.B. ein Personalverantwortlicher. Legen Sie möglichst ausführlich dar, auf was Sie sich geeinigt haben und wie das weitere Vorgehen im Sinne der Unternehmensrichtlinien ist. Bleiben Sie objektiv und fair und Ihre Teammitglieder werden aus ihren Fehlern lernen.
