So gehen Sie mit seltsamen Interviewfragen um

Es ist endlich so weit. Sie betreten das Büro und der Headhunter oder Top-Recruiter wartet bereits sitzend an seinem Schreibtisch auf Sie. Sie schütteln sich die Hände, stellen sich einander vor und alles spricht für ein erfolgreiches Interview. Sie können alle Fragen, die sich auf Ihre Arbeitserfahrungen, Ihre Karriereziele und Gehaltsvorstellungen beziehen mit Bravour beantworten. Und dann ist da plötzlich diese Frage, die Sie völlig aus dem Konzept wirft: “Wie viele Surrealisten braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln?”

Die echten Interviewfragen

Das ist kein Scherz, derartige Interviewfragen gibt es tatsächlich. Die Frage ist, wie Sie damit am besten umgehen sollten. Das wichtigste ist zunächst ruhig zu bleiben. Atmen Sie tief durch. Anstatt sich eine schnelle Antwort auf diese Fragen zu überlegen, denken Sie nach, was Ihr Gegenüber mit dieser Frage wirklich von Ihnen hören will. Denn ja, dies ist tatsächlich ein Test.

Ihr Interviewpartner möchte nicht wirklich die Antwort auf diese Frage wissen, sondern ist vielmehr an Ihrer Denkweise interessiert. Durch derartige Fragen bekommt er einen Einblick davon, wie Sie mit Annahmen, Bewertungen und gesundem Menschenverstand umgehen.

Falls Sie an weiteren seltsamen Interviewfragen interessiert sind, probieren Sie sich hier aus:

  • Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Tier. Welches Tier wäre das?
  • Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Superheld. Welche Superkräfte hätten Sie?
  • Wie würden Sie versuchen den Vulkan Fuji zu bewegen?
  • Wie viele Friseursalons gibt es in Japan?
  • Ausgehend von den Zahlen zwischen 1 und 1000, wie viele Schätzungen benötigen Sie minimal, um eine bestimmte Zahl in diesem Bereich zu bestimmen, wenn Sie jeweils nach jedem Schätzversuch den Hinweis “höher” oder “niedriger” bekommen?
  • Wie wiegen Sie einen Elefanten ohne Waage?
  • Sie haben 8 1-Cent-Münzen, 7 davon wiegen genau dasselbe, eine Münze wiegt weniger. Sie verfügen zusätzlich über eine Richterskala. Finden Sie in nur 3 Schritten die Münze, die als einzige weniger wiegt.

Hier finden Sie weitere seltsame Interviewfragen.

5 Regeln, die Sie befolgen sollten, wenn Sie mit seltsamen Interviewfragen im Bewerbungsgespräch konfrontiert werden:

Regel #1: Entspannen Sie sich! Sinnieren Sie über Ihre Reaktion und werden Sie nicht zu emotional. Es gibt keinen Grund zur Panik. Es ist allemal eine unerwartete Frage aber letztendlich geht es hier darum, dass Sie sich wie eine Fach- und Führungskraft verhalten.

Regel #2: Trauen Sie sich! Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie noch mehr Informationen brauchen, dann scheuen Sie sich nicht davor nachzufragen. Wenn Sie sich als wissbegierige Person darstellen, ist dies nicht die schlechteste Referenz.

Regel #3: Skizzieren Sie! Im Fall von rechnerischen und logischen Fragestellungen neigen Menschen dazu bildhaft zu arbeiten. Falls Sie selbst eine grafische Vorstellungskraft besitzen, dann haben Sie keine Angst davor, nach Papier und Stift zu fragen.

Regel #4: Machen Sie langsam! Sich seine Zeit zu nehmen ist kein Fehler. Dadurch zeigen Sie dem Recruiter, dass Sie alles für die Lösung der Aufgabe notwendige in Betracht ziehen und nicht übereilig reagieren.

Regel #5: Überraschen Sie! Auch wenn Sie nicht die richtige Antwort treffen, weil diese gar nicht existiert oder Sie sie noch nicht sehen, können Sie den Headhunter beeindrucken, indem sie über den Tellerrand hinausschauen. Generieren Sie so viele alternative Lösungen wie möglich, so zeigen Sie, dass Sie erfinderisch sind.

Hier ist eine Anleitung bezüglich dessen, was Ihr Interviewpartner “wirklich” fragen möchte:

Unternehmen wie Google, Nestlé oder Microsoft sind bekannt dafür, derartige Interviewfragen bei Bewerbungsgesprächen anzuwenden. Das ist nicht immer der Fall, kann aber durchaus vorkommen. Vielleicht können Sie sich nicht immer im Vorfeld eine genaue Antwort zurechtlegen aber Sie können sich gedanklich darauf einstellen. Vielleicht können Sie so beim nächsten Vorstellungsgespräch bei einer derartigen Frage zunächst überlegen, was hier wirklich von Ihnen “gefragt” ist.