Teamwork mit der Headhunterin

Wann weibliche Qualitäten im Recruitingprozess von Vorteil sind

Das Headhuntergeschäft ist eine Männderdomäne. Eine der immer noch raren Headhunterinnen ist Patricia Rennecke. Sie führt mit Rennecke Consulting eine erfolgreiche Personalberatung. Experteer verrät sie, wo sie anders arbeitet als ihre männlichen Kollegen und warum es manchmal von Vorteil sein kann, sich bewusst für den Einsatz einer Headhunterin zu entscheiden.

Headhunterinnen

Was machen Headhunterinnen anders als ihre männlichen Kollegen? Wir haben bei Personalberaterin Patricia Rennecke nachgefragt.

Männer und Frauen haben eine eigene Sicht der Dinge

Es gibt wenige Branchen, in denen die Kundenstruktur so eindeutig im Gender definiert ist wie bei der Personalberatung. Das liegt vor allem daran, dass diese meist aus den höheren Führungsetagen stammen, in denen Frauen immer noch rar sind. Auch Patricia Rennecke hat diese Erfahrung gemacht. Sie spricht davon, in 95 Prozent der Kundengespräche einem männlichen Abteilungsleiter oder Geschäftsführer gegenüberzusitzen.

Dass dies kein Hindernis sein muss, hat sie bei ihrer täglichen Arbeit festgestellt: „Es ist wissenschaftlich erforscht, dass Männer eine gute soziale Empathie besitzen und die Welt als System begreifen. Frauen haben eine stärkere emotionale und kognitive Empathie.

Sie betrachten die Beziehung der Menschen untereinander in bestimmten Situationen. Für die Dauer eines Projekts bilden Personalberaterin und Geschäftsführer ein Team aus Mann und Frau, das sich optimal ergänzt.“

Patricia Rennecke weiß den Faktor Frau für ihr Geschäftsmodell zu nutzen: „Wir schaffen in unseren Assessments gezielt Situationen, um die Soft Skills unserer Kandidaten gut beobachten zu können und haben im Beobachter- und Entscheider-Team sowohl Männer als auch Frauen. Im anschließenden Kunden-Feedbackgespräch ergänzen sich unsere Beobachtungen. Das ergibt ein zielsicheres Urteil, ob der Kandidat in das prospektive Umfeld passt.“

Wann Sie eine Headhunterin beauftragen sollten

Ob ein Headhunter gute Arbeit leistet, hängt natürlich nicht vom Geschlecht ab. Am wichtigsten ist der persönliche Faktor, der für eine erfolgreiche Zusammenarbeit stimmen muss. Dennoch kann es manchmal von Vorteil sein, ganz gezielt einen weiblichen Personalberater zu beauftragen. Gerade für männerdominierte Branchen wie Technik, Naturwissenschaften oder in der IT ist Patricia Rennecke vom Einsatz des gemischten Doppels bei der Personalrekrutierung überzeugt. Dafür gibt sie folgende Empfehlungen:

  • Nutzen Sie die weibliche Sicht auf Menschen, die eine Frau als Headhunter mit ins Spiel bringt.
  • Gerade in den technischen Branchen mit Männerüberschuss bietet sich Ihnen so eine einzigartige Chance, die Beurteilung eines Kandidaten nach erweiterten Maßstäben anzugehen.
  • Bilden Sie ein Team aus Männern und Frauen, das sich über seine Eindrücke bezüglich der Kandidaten austauschen kann.

Von ihren Kunden erhält die Headhunterin Bestätigung für ihr Vorgehen: „Ich bekomme als Feedback, dass wir sehr gut verstehen, wie unser Kunde und die Menschen in seinem Unternehmen ticken und ich den ‚richtigen Sniff‘ dafür hätte, wer zu wem passt.“ Auf die Frage, was ihre männlichen Kollegen anders machen würden bei ihrer Arbeit, antwortet sie mit einem Augenzwinkern: „Mir fehlt die Vergleichbarkeit, um sagen zu können, ob meine ‚männlichen‘ Kollegen die Beratung wesentlich anders gestalten als ich. Ich bin ja nun einmal eine Frau und mache es auf meine Art.“


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