Chef, ich brauche mehr Geld: Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung

In einem früheren Beitrag haben wir Sie darüber informiert, was Sie in einer Gehaltsverhandlung auf keinen Fall tun sollten. Nun wollen wir Ihnen nicht vorenthalten, wie Sie es besser machen können. Kennen Sie den Ausdruck: „Man bekommt nicht das was man verdient, sondern das was man verhandelt“? Klingt hart, ist aber die bittere Wahrheit. Die gute Nachricht ist jedoch auch: Sie können so einiges tun, um einen Einfluss auf den Verlauf Ihrer nächsten Gehaltsverhandlung zu haben. Tanken Sie noch einmal richtig Selbstbewusstsein und bereiten Sie sich angemessen vor, dann kann nichts mehr schief gehen. Also los!

Gehaltsverhandlung

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist alles. So fühlen Sie sich nicht nur sicherer sondern können auch selbstbewusster agieren.

  • Was sind Ihre persönlichen Ziele, welches Einkommen sehen Sie für sich als angemessen an?
  • Wie ist der wirtschaftliche Hintergrund des Unternehmens – lässt die momentane Situation Ihrem Vorgesetzten den finanziellen Spielraum, den er für Ihre Gehaltsforderung braucht?
  • Wie hoch ist das branchenübliche Einkommen für Ihre Position? Nutzen Sie doch unseren Gehaltsrechner – einfach und schnell.
  • Was sind Ihre konkreten Leistungen für das Unternehmen und welche zusätzlichen Aufgaben oder Verantwortungsbereiche könnten Sie übernehmen?
  • Gibt es auch Ersatzleistungen,mit denen Sie sich statt einer Gehaltserhöhung zufrieden geben würden?

Zeitpunkt

Timing ist alles. Montagmorgen oder Freitagnachmittag ist eher ungeeignet ebenso wie gleich nach dem Urlaub.

  • Gab es in der jüngeren Vergangenheit konkrete unternehmerische Erfolge oder gute Quartalszahlen, an denen Sie einen nennenswerten Anteil hatten?
  • Hat der Chef am angestrebten Gesprächstermin die nötige „Luft“, oder gibt es ein wichtiges Meeting oder andere Aufgaben die ihn derzeit sehr einspannen?
  • Wann ist Ihr Vorgesetzter in der Regel am besten gelaunt – morgens, mittags, oder kurz vor Feierabend?

Argumente

Gehen Sie nie in eine Gehaltsverhandlung ohne sich schlagfertige Argumente zu überlegen.

  • Wo heben Sie sich in Ihrer Leistung von Ihren Kollegen ab, in welchen Bereichen haben Sie mehr Erfolg als andere?
  • Welche fachlichen und beruflichen Erfahrungen besitzen Sie von denen das Unternehmen profitiert?
  • Wo können Sie dem Unternehmen zukünftig noch zusätzlichen Nutzen bringen – gibt es anstehende Sonderprojekte, die Sie übernehmen könnten?
  • Bereiten Sie sich auf mögliche Gegenargumente vor und überlegen Sie, wie Sie diese entkräften können.
  • Überlegen Sie welches Ihr stärkstes Argument ist und heben Sie dieses für den Schluss der Verhandlung auf.

Das Gespräch

Ist der Zeitpunkt der Gehaltsverhandlungen gekommen gibt es ebenfalls einige Punkte, die Sie beachten sollten.

  • Nennen Sie möglichst nicht als Erster eine konkrete Summe sondern versuchen Sie Ihren Vorgesetzten ein Angebot machen zu lassen.
  • Argumentieren Sie sachlich und lassen Sie sich nicht durch Gegenargumente von Ihrer Linie abbringen.
  • Benennen Sie Ihre konkreten Leistungen und Erfolge, wenn möglich anhand von Zahlen – das macht Ihren Wert für das Unternehmen greifbarer.
  • Bei strikter Ablehnung Ihrer Forderungen sollten Sie nach Gegenangeboten fragen – machen Sie unbedingt deutlich, dass Sie mit dem Status Quo nicht zufrieden sind.
  • Bleiben Sie unter allen Umständen freundlich, das strahlt Souveränität aus.

Und noch ein Hinweis: Wenn ihr Chef Bedenkzeit einfordert, gewähren Sie diese unbedingt – zwei bis drei Wochen sollten allerdings reichen. Und wenn das Ergebnis Ihres Gespräch nicht in Ihrem Sinne ausgeht und Sie daher einen Arbeitsplatzwechsel forcieren, so lassen Sie daran auf keinen Fall die ganze Firma teilhaben. Das ist unprofessionell und wird Spuren in ihrem Arbeitszeugnis hinterlassen. Achten Sie auch auf adäquate Körpersprache, dadurch können Sie Ihre Verhandlungsposition deutlich verbessern.



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