Mitarbeiterbenefits

Ich. Will. Homeoffice. Und keinen Parkplatz!

Ausgefallene Mitarbeiterevents stehen hoch im Kurs. Kein Mittelständler ohne Survival Training, kein Start-Up ohne Skisprung-Event. Muss das wirklich sein? Oder können Unternehmen im engen Kampf um hochqualifizierte Mitarbeiter nicht eher mit anderen Benefits punkten?

Die Erwartungen von Mitarbeitern und Arbeitgebern fallen bei den Benefits oft unterschiedlich aus.

Zufriedene Mitarbeiter. Glückliche Mitarbeiter. Produktive Mitarbeiter. Welcher Chef sähe diese Spezies nicht liebend gerne in den Reihen seines Personals? Nur woher nehmen und nicht stehlen? Denn der Arbeitsmarkt für Fach- und Führungskräfte ist ein permanent hart umkämpftes Schlachtfeld – um beste Talente, vielversprechende Manager und mutigste Führungskräfte.

Dort muss sich jeder Arbeitgeber – egal ob alter Hase oder junges Start-Up – etwas einfallen lassen, um sich vom Wettbewerber abzuheben. Die Personalverantwortlichen haben erkannt, dass in diesem Zusammenhang besondere Mitarbeiterbenefits gleich zweierlei bewirken: Sie sorgen für eine höhere Zufriedenheit bei den bereits Angestellten und sie locken hochqualifizierte, neue Mitarbeiter an.

Die Klassiker

Angebote wie Betriebliche Altersvorsorge, Vermögenswirksame Leistungen, Restaurant-Vouchers oder Firmenhandy zählen seit vielen Jahren zu den Standards der Benefits für Mitarbeiter. Mit denen man heute allerdings kaum noch einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken kann. Deshalb rücken verstärkt neue Angebote wie Kinderbetreuungsprogramme, flexible Arbeitszeitmodelle und die Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter verstärkt in den Fokus.

Reicht das?

Personalentscheider schätzen die Auswirkungen von Mitarbeiterbenefits als hoch ein – und zwar in Bezug auf die Motivation, die Stärkung der Mitarbeiterbindung, die Leistungsbereitschaft und die Verbesserung der Attraktivität als Arbeitgeber. Weiter heißt es: „Die betrieblichen Sozialleistungen steigern die Verbundenheit mit dem Unternehmen und verbessern das Betriebsklima.“

Auf den großen Arbeitgeber-Bewertungsplattformen gibt es bereits Arbeitgeber-Rankings für Unternehmen mit den besten Mitarbeiter-Events. Mit anderen Worten: Feiert mein Chef mit mir regelmäßig krasse Megapartys, halte ich ihm länger die Treue? Die Chancen dafür stehen in der Tat gut und ausgefallene Mitarbeiterevents hoch im Kurs.

Work hard, play hard

Ein Mitarbeiterevent ist kein Kindergeburtstag! Und deswegen lassen die Chefs heute lieber besser gleich den Profi ran. (Viele Eltern tun dies übrigens auch bei Kindergeburtstagen …) Bei Mitarbeiterevents kann man jede Menge falsch machen – denn die Events sollen im Idealfall ja die Arbeitgebermarke stärken – und diese nicht konterkarieren. Stichwort Employerbranding.

Ein Unternehmen, das Fruchtsäfte produziert und einen gesunden Lebensstil propagiert, sollte seine Belegschaft deshalb nicht unbedingt zur gemeinschaftlichen Whisky-Verkostung schicken. Oder ein Fleischproduzent schießt sich mit einem Kochkurs für Veganer auch eher ins Bein. Damit hier Fehler vermieden werden, gibt es …

… die Spezialisten

Dies sind Eventveranstalter, die sich auf die Konzeption und Durchführung von Mitarbeiterevents spezialisiert haben – und eine breite Palette an Events im Angebot haben. Kleine Auswahl gefällig? Action painting, Car crushing, BBQ Workshop, Agenten-Ausbildung, Survival training. Es gibt hier nichts, was es nicht gibt.

Flexibilität ist das A und O

Allerdings klaffen die Wünsche der Mitarbeiter und die Angebote der Firmen augenscheinlich erstaunlich weit auseinander. Besonders auffällig wird dies bei der Wichtigkeit von Mitarbeiterevents:

Diese Top 3 wünschen sich die Mitarbeiter

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Home-Office
  • Hunde im Office geduldet

Und diese Top 3 bieten die Arbeitgeber

  • Mitarbeiterparkplatz
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Internetnutzung

Da muss wohl noch zusammenwachsen, was zusammengehören soll. Bei den Arbeitszeiten ist man auf einem guten Weg!
Ausgefallene Mitarbeiterevents liegen zwar voll im Trend, sind aber eher ein nice to have. Entscheidend für die Wahl des Arbeitgebers sind eindeutig jene Benefits, die für den Mitarbeiter im Sinne einer ausgeprägten Work-Life-Balance nützlich sind.

Ekkehard Veser, Geschäftsführer DACH von kununu, unterstreicht dies: „Für Arbeitnehmer werden zunehmend immaterielle Faktoren wichtiger, wenn sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden. Die Bewerber suchen immer gezielter nach Unternehmen, die ein flexibles Arbeiten ermöglichen.“

Über den Autor:

joergurbachJörg Peter Urbach ist Autor, Redakteur und Blogger aus Sprachleidenschaft. Seit mehr als 25 Jahren schreibt er. Für Print und Online. Konzepte. Geschichten. Fachartikel. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Literaturwissenschaft arbeitete Jörg Peter als Editorial Manager im klassischen Musikbusiness. Als langjähriger Chefredakteur des Portals wissen.de weiß er, wie man Leser begeistert und Themen findet. Heute berät er Unternehmen zu den Themen Content Marketing und Digitale Kommunikation. Wenn der gebürtige Kieler nicht schreibt, durchwandert und fotografiert er die Alpen. Oder lauscht der Oper. Mit Achtsamkeit.



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