Karriere-Chancen im Automotive-Sektor

Job-Motor Autonomes Fahren und E-Mobility

Der Jobmotor in der Automobilbranche läuft auf Hochtouren. Besonders gefragt sind Experten in den Hightech-Anwendungsbereichen Autonomes Fahren und E-Mobility. Wer die Hersteller und deren Zulieferer auf dem Weg in die Zukunft begleitet, hat glänzende Aussichten auf eine steile Karriere.

Karriere in den Bereichen E-Mobility und Autonomes Fahren

Bis 2020 wollen die Hersteller ihr Modellangebot an E-Autos mehr als verdreifachen – von derzeit 30 Modellen auf knapp 100.

Branche im Wandel

Ungeachtet der Diesel-Affäre und Diskussionen um das Ende des Verbrennungsmotors befindet sich die deutsche Auto-Branche auf einem ungebremsten Höhenflug. Auch im ersten Halbjahr 2017 kletterte der Pkw-Markt hierzulande um 3 Prozent auf 1,8 Millionen Neuzulassungen, wie der Verband VDA mitteilt. Gleichzeitig stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 812.000 – der höchste Stand seit 26 Jahren.

Doch die Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Automobilbranche gerade in einem fundamentalen Umbruch befindet: Getrieben wird dieser Vorgang von den Themen Autonomes Fahren und E-Mobility. „Künftig wird im gesamten Automotive-Ökosystem kein Stein mehr auf dem anderen stehen, wie zuvor: Vom Autobauer, deren Händlernetz über die Zulieferer bis hin zu den Energieversorgern als „Treibstofflieferanten“ wird es massive Veränderungen geben“, sagt Peter Markl, Country Manager Germany bei IC Resources.

Peter Markl, Country Manager Germany bei IC Resources

Der High-Tech-Recruiting-Spezialist besetzt mit 75 Mitarbeitern und weltweiten Standorten in UK, Deutschland, China und den USA Vakanzen, die sich über den gesamten Lebenszyklus elektronischer Bauelemente erstrecken. Die Deutsche Niederlassung hat sich auf die Personalberatung an der Schnittstelle zwischen Halbleiter- und Automobilherstellern fokussiert. Und Arbeitskräfte in diesem Bereich sind zunehmend gefragt.

Schließlich werden traditionelle Kraftfahrzeug-Komponenten wie Verbrennungsmotoren und Getriebe in Zukunft immer mehr durch neue Technologien ersetzt. Eine besondere künftige Bedeutung kommt vor allem Elektroantrieben und leistungsstarken Batterien als Energiespeicher zu. „Deswegen wird sich der technologische Fokus in der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferkette der Auto-Industrie verschieben: Weg von Mechanik und Maschinenbau hin zu Elektronik mit all ihren Facetten, wie etwa Halbleitertechnik, Leistungselektronik oder Connectivity. Damit das gelingen kann, muss ein signifikanter Know-how-Transfer zwischen Halbleiterherstellern, den Zulieferern der Automobilindustrie sowie den Autobauern stattfinden“, erklärt Personalberater Peter Markl.

Massive Investitionen in E-Mobility

Bereits heute werden die Weichen für den künftigen Markterfolg der neuen Technologien gestellt. Bis zum Jahr 2020 wird die Automobil Branche laut VDA 40 Milliarden Euro in alternative Antriebe, allen voran in die Elektromobilität, investieren. Aktuell nimmt der Markt – von einem niedrigen Niveau aus startend – an Fahrt auf.

Allein im Mai 2017 sind die Elektro-Pkw-Neuzulassungen (sowohl Plug-in-Hybride, als auch rein batterie-elektrisch angetriebene Pkw) in Deutschland um knapp 180 Prozent auf rund 3.800 Fahrzeuge gestiegen, so der VDA. Bis 2020 wollen die Hersteller ihr Modellangebot an E-Autos mehr als verdreifachen – von derzeit 30 Modellen auf knapp 100. Spätestens ab der kommenden Dekade soll die E-Mobility dann den Massenmarkt erreichen.

Zukunftsmarkt autonomes Fahren

Auch der zweite große Innovationstrend der Branche, das vernetzte und automatisierte Fahren, schreitet voran. Hier sind in den nächsten drei bis vier Jahren Investitionen in Höhe von 16 bis 18 Milliarden Euro geplant. „Die deutsche Automobilindustrie hat in diesem Bereich einen Anteil von 58 Prozent an den weltweiten Patenten. Auch hier wollen wir weiter führend bleiben“, betont VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Großer Personalbedarf an Fach- und Führungskräften

Entsprechend groß ist der Personalbedarf in der Branche an engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern. „Damit ergeben sich beste Aufstiegschancen für Manager und Spezialisten, die innerhalb des Automotive-Sektors in Zukunftsbereiche wechseln und so den Wandel vorantreiben. Aktuell ist der Personalbedarf bei den Zulieferern am höchsten, da hier im Augenblick Innovationen am stärksten vorangetrieben wird. Auch die Autobauer bereiten sich schon intensiv auf den Paradigmen-Wechsel vor und suchen vermehrt Spezialisten im Elektronik Sektor. Darüber hinaus stellen auch neue, bisher unbekannte Marktteilnehmer, Automotive-Spezialisten ein, die innovative Technologien in den Markt einführen werden“, sagt Peter Markl.

Was die Jobprofile betrifft, so wird derzeit querbeet in allen Bereichen gesucht, so der Country Manager Germany bei IC Resources: Vom technischen Spezialisten in der Entwicklung bis in unterschiedlichste Führungsebenen hinein. Großen Bedarf gibt es aktuell etwa an Hardware- und Software-Entwicklern, IT-Architekten, Projektmanagern, Experten für funktionale Sicherheit, sowie Spezialisten für Verschlüsselung und Datensicherheit.

Chancen für Quereinsteiger

Welche Voraussetzungen müssen Kandidaten mitbringen, um eine gute Position in diesen Segmenten zu ergattern? „Kenntnisse aus Automotive Standards sind natürlich von Vorteil“, weiß Markl. Andererseits gebe es auch viele Funktionen, die noch nicht in dieser Branche etabliert sind. Hier eröffnen sich beste Chancen für Quereinsteiger, insbesondere aus folgenden Bereichen: Künstliche Intelligenz (z.B. für die Bildverarbeitung) Connectivity Car-to-X (z.B. Mobilfunk, Wireless, Bluetooth), Radartechnik, Batterie-Technologie, Leistungselektronik (IGBT) sowie Elektromotoren.

War for Talents verschärft sich

Doch gerade in diesen Hightech-Bereichen haben der Personalbedarf und die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt den Wettbewerb erhöht. Es entwickelt sich geradezu ein „War for Talents“, den sich die Automobilindustrie mit anderen Branchen liefert. Experten rund um die Themen Industrie 4.0, Digitalisierung, IT und Elektronik sind in vielen Sektoren gefragt. Dieser Wettbewerb kann zu einer höheren Fluktuation in der Industrie führen, und damit auch Einfluss auf das realisierbare Einkommen nehmen. Über das Geld und einen guten Ruf hinaus müssten die Unternehmen den Spitzenkräften heute einiges bieten, um sie für sich zu gewinnen, so Peter Markl: Flexible Arbeitszeiten, interessante Entwicklungsmöglichkeiten, Erfolgsbeteiligung und Altersvorsorge werden mittlerweile als selbstverständlich vorausgesetzt.

Im Recruiting müssen sich die klassischen Autobauer wesentlich aggressiver gegenüber innovativen Newcomern wie Tesla positionieren, um nicht den Anschluss zu verpassen, empfiehlt der Personalberater. Schließlich seien hochinnovative Firmen mit großen Marken wie Apple oder Google die ersten Adressen für Hightech-Cracks. Zudem dauern die Einstellungsprozesse immer noch zu lange, sind sehr komplex und oft intransparent für die Kandidaten. Hier sieht der Personalberater noch Verbesserungspotenzial.

Fazit

Die Automobilindustrie steht vor massiven Veränderungen, die von der E-Mobility, dem autonomen Fahren und der Digitalisierung vorangetrieben werden. Manager und Spezialisten, die in diese Zukunftsbereiche wechseln, sind gefragt wie nie und können jetzt die Weichen für ihre erfolgreiche Karriere stellen.



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