Aufstieg im Unternehmen

Expertentipps: So beschleunigen Sie Ihre Beförderung

Wie lange dauert es eigentlich, in die Management-Ränge aufzusteigen? Zu lange, denken sich wohl viele. HR-Expertin Nancy Tobler erklärt, wie man die Sache beschleunigen kann.

Beförderung beschleunigen

In Österreich dauert es 4,5 Jahre, um zum Manager aufzusteigen – in den USA nur 2. Woran liegt’s und: Kann man die Sache beschleunigen?

In Deutschland und Österreich dauert es es im Schnitt 4,5 Jahre, um von der Fachkraft in eine Management-Position aufzusteigen – das ergeben exklusive Experteer-Daten. Danach geht es schneller. Ein Manager braucht etwa 2,5 Jahre, um ein Senior Manager Level zu erreichen – in Österreich sind es etwa drei Jahre. In den USA und im Vereinigten Königreich werden junge Arbeitnehmer jedoch deutlich schneller befördert. Um zum Manager aufzusteigen, müssen sie nur etwa zwei Jahre einplanen.

Was machen die Arbeitnehmer in den UK und den Vereinigten Staaten also anders? Einer der Gründe, warum die Beförderung in Deutschland und Österreich länger auf sich warten lässt, hat mit der Struktur der Unternehmenshierarchien zu tun, sagt Nancy Tobler, Human Resources Manager bei  der Kommunikationsberatung MSL Germany. “In Deutschland gibt es die Positionen in der Mitte nicht. Statt acht Hierarchielevels haben deutsche Unternehmen meist nur vier. Daher dauert es auch länger, sich nach oben zu arbeiten.”

Aber hoffnungslos ist die Sache nicht. Es gibt nämlich Mittel und Wege, die eigene Beförderung zu beschleunigen, sagt Tobler.

1. Bringen Sie dem Chef etwas bei

Manager befördern oft Kollegen, die sie bewundern oder von denen sie glauben, sie können ihre Position in der Zukunft ausfüllen, erklärt Tobler. Vieles hängt davon ab, wie viel diese Manager von ihren untergestellten Mitarbeitern lernen können. Steve Jobs hat es einmal so formuliert: “Es macht keinen Sinn, schlaue Leute einzustellen und ihnen zu sagen, was sie zu tun haben. Wir stellen schlaue Leute ein, damit sie uns sagen, was zu tun ist.”

Finden Sie Mittel und Wege, Ihr Wissen zu vermitteln – damit machen Sie sich auch bei Ihrem Vorgesetzten bemerkbar. Oder nutzen Sie Ihre Erfahrung, um Arbeitsprozesse effizienter oder profitabler zu gestalten. So wird das Management eher auf Ihr Potenzial als Führungskraft aufmerksam werden.

2. Beweisen Sie sich

Für gewöhnlich werden Mitarbeiter dann befördert, wenn ihre Leistung die Erwartungen des Vorgesetzten übertrifft. Das Problem ist jedoch, dass das Upper Management viel zu beschäftigt ist, um Ihre exzellente Arbeit zu bemerken. “Beweisen Sie also immer, dass Sie Projekte erfolgreich zu Ende gebracht haben”, rät Tobler. Holen Sie dazu nicht nur internes Feedback und Performance Reviews ein, sondern fragen Sie auch bei Klienten oder Ihren Mentees nach. Machen Sie ganz deutlich, wie gut Ihre Leistungen sind und zeigen Sie deutlich, dass Sie eine Beförderung verdienen, ergänzt sie.

3. Sprechen Sie es aus

“Wenn Sie befördert werden wollen, müssen Sie den Mund aufmachen und das auch sagen”, sagt Tobler. Sie haben ein Recht auf eine regelmäßige Performance Review und das nicht nur einmal jährlich. Nutzen Sie das Gespräch, um mit Ihrem Vorgesetzten zu besprechen, was der Aufstieg in eine höhere Rolle von Ihnen erfordern würde. Fragen Sie Ihren Vorgesetzten außerdem nach einem schriftlichen “Beförderungs-Plan”. Aber stellen Sie es clever an. “Drängeln Sie nicht zu stark, zeigen Sie sich vernünftig und vor allem: zeigen Sie, dass Sie es wert sind”, so Tobler.

4. Achten Sie auf die Kleinen

Manche Branchen wie der Automobilsektor haben strenge Regeln dafür, wer wann befördert werden kann. Es gibt nicht sonderlich viel Spielraum, egal wie schlau man es anstellt, erklärt Tobler. Sie weiß, dass junge Arbeitnehmer unter 35 oft erpicht darauf sind, schnell befördert zu werden. Für diese sind Start-ups und kleinere Unternehmen die attraktiveren Arbeitgeber. Sie sind offener für die Möglichkeit, Mitarbeiter mit den richtigen Fähigkeiten zu befördern. Denn in Start-ups gibt es ebenfalls viele junge Führungskräfte, es herrschen flexiblere Management-Strukturen, sagt Tobler.

Über die Autorin

Kate RodriguezKate Rodriguez  hat über 20 Jahre lang in öffentlichen und privaten Organisationen gearbeitet. Sie war als internationale Handelsanalytikerin für die US-Regierung tätig und sammelte Erfahrungen als Karrierecoach an einer Universität. Ihr Spezialgebiet ist die internationale Karriere.