Karriereplanung Frauen

Karriereplanung für Frauen: Erfolgreich im Management

Die Zukunft der Arbeitswelt gehört der Frau. Warum? Weibliche Werte geraten in der neuen Generation immer mehr in den Fokus – Flexibilität und Kooperationsfähigkeit beispielsweise. Ein großer Vorteil für Managerinnen, die ihren nächsten Karriereschritt planen.

Wir haben heute mit Barbara Lutz, erfolgreicher Managerin und Gründerin des Frauen-Karriere-Index, gesprochen und sie gefragt: „Wie können weibliche Führungskräfte durchstarten?“ Hier erfahren Sie, wie eine effektive Karriereplanung für Frauen aussieht. Machen Sie sich bereit!

Karriereplanung Frauen

 

1. Karriereplanung für Frauen – Die Vorbereitung

 

Ziele Formulieren

 

Sie sind bereit für die C-Suite? Dann stimmen Sie Ihre Karriereplanung bereits jetzt darauf ab. „Eine stringente Karriereplanung ist für Frauen essentiell“, erklärt Lutz. „Frauen sollten immer bereits zwei bis drei Schritte vorausdenken. Dazu gehört Zielstrebigkeit.“ Was das bedeutet? Werden Sie sich darüber klar, was Sie wollen – und vor allem, wohin Sie wollen. Auch Ihr Umfeld sollten Sie langfristig auf Ihren Karrierewunsch vorbereiten. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Chef weiß, dass Sie sich weiterentwickeln und zusätzliche Verantwortung schultern wollen.

Zu einer langfristigen Vorbereitung gehört auch ein selbstbewusstes und authentisches Auftreten. Das wird in der Regel bereits in der Kindheit erlernt. Wer trotzdem unsicher ist, kann sich Unterstützung holen. Das ist längst keine Frauensache. „Auch Männer lassen sich coachen“, sagt Lutz. „Wichtig ist nun einmal Integrität.“

 

Netzwerken

 

Lutz selbst ist in ihre Karriere „hineingerutscht“, wie sie es nennt. Verfolgt hat sie diese konsequent. Und nicht nur das – so hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen auf ihrem Karriereweg zu unterstützen. Mit dem Familienministerium rief Lutz den Frauen-Karriere-Index ins Leben, der bereits seit drei Jahren namhafte Unternehmen bei der Entwicklung und dem Vergleich von wirkungsvollen Strategien zur Förderung von Frauen-Karrieren unterstützt. Aus dieser Erfahrung weiß Barbara Lutz, dass viele Komponenten für erfolgreiche Karrieren von Frauen zusammenkommen müssen. Dazu gehört, dass sich Frauen gegenseitig unterstützen.

Viele Führungspositionen werden heutzutage über gute Kontakte und Referenzen, kurz, über Vitamin B, vergeben. Insofern wirken Frauennetzwerke wie eine besondere Vitaminspritze. „Frauennetzwerke in Unternehmen sind sehr effektiv – sie sind jedoch auch eine zeitliche Investition. Bevor es ans Nehmen geht, muss man erst einmal etwas geben.“ In Frauennetzwerken könne man langfristige Beziehungen aufbauen, die in der Arbeitswelt unerlässlich sind, jedoch ein gewisses Maß an Pflege verlangen. Das Resultat jedoch ist eine starke Gemeinschaft an Frauen, die sich gegenseitig bei ihrem Karrierewunsch unterstützt.

 

2. Karriereplanung für Frauen – Die Spielregeln

 

Über den Dingen stehen

 

„Als Frau muss man sich von der Vorstellung befreien, es jedem Recht machen zu wollen, jedem zu gefallen“, erklärt  Lutz. „Karriere ist ein Verdrängungswettbewerb.“

Gerade Frauen haben damit ihre Probleme – sie wollen gemocht werden. Frauen, die ihre Ellenbogen auspacken, werden schnell als „überehrgeizig“ wahrgenommen oder als unsympathisch abgestempelt.  Verantwortlich für diese Wahrnehmung ist das Konzept des „unconscious bias“, eine Assoziationskette, die im Unterbewusstsein verankert ist. Es besagt, dass unterbewusste Stereotypen unsere Entscheidungen maßgeblich beeinflussen – sie führen zum Beispiel zu der Annahme, ehrgeizige und beruflich erfolgreiche Frauen seien hart, zickig, und ihren männlichen Kollegen gleichzeitig doch nicht ganz gewachsen. Absoluter Unsinn, wie eine umfangreiche Management-Studie bewies. In fast allen Kompetenzbereichen liegen Männer und Frauen gleichauf, in vielen davon haben Frauen sogar leicht die Nase vorn. So erzielten weibliche Führungskräfte in Punkto Leistungsmotivation,  Selbstreflexion oder Entscheidungsfindung bessere Ergebnisse als ihre männlichen Kollegen.

Vielmehr ist es die Art und Weise der Führung, bei der sich Männer und Frauen unterscheiden. Managerinnen führen in der Regel lieber partizipativ oder kooperativ, belegt die Studie, was manche zur Folgerung veranlassen könnte, sie seien weniger durchsetzungsstark. Die Quintessenz lautet also: „Wenn Frauen sich anders verhalten, als es der (männlichen) Norm entspricht, besteht die Gefahr, dass dieses Andere automatisch negativer bewertet wird.“

„Angesichts des unconscious bias müssen Frauen versuchen, Vorurteile nicht persönlich zu nehmen“, sagt Barbara Lutz, die früher selbst mit Stereotypen zu kämpfen hatte. Wichtig ist allerdings, sich deren bewusst zu werden – nur so besteht die Möglichkeit, diese zu überwinden. Die Lösung? „Unternehmen sollten Trainingseinheiten für weibliche und männliche Führungskräfte anbieten, die dabei helfen, unterbewusste Vorurteile kritisch zu reflektieren.“

 

Integrität beweisen

 

Wer sich verkleidet oder schauspielert, hat in der Führungsebene schon verloren. „Führungskräfte müssen achtsam handeln, Dialoge führen und sich stetig weiterentwickeln“, erklärte auch Friederike Freifrau von Mirbach, Schauspielerin und Erfolgscoach für Führungskräfte auf einer Podiumsdiskussion zur Vorstellung von Plan W, der neuen, auf Business-Frauen spezialisierten Beilage der Süddeutschen Zeitung.  “Dabei dürfen sie nicht schauspielern – echtes Interesse an den Mitarbeitern ist essentiell.“ Lutz sieht das ähnlich. Managerinnen in Deutschland würden sich tendenziell männlicher kleiden als ihre Kolleginnen im Ausland. Hosenanzug statt Bleistiftrock, heißt es dann, Loafers statt Pumps. Einen möglichen Grund dafür sieht Lutz in der deutschen Vergangenheit. „Viele Frauen wollen sich noch immer vom Rollenbild der 50er und 60er, dem berüchtigten Heimchen am Herd, abgrenzen.“

Doch wer zu sich selbst steht, authentisch auftritt, Integrität beweist und sich nicht anbiedert, wird auch ernst genommen. „In anderen Ländern – beispielsweise den USA – werden Frauen in Führungspositionen viel weniger nach Äußerlichkeiten beurteilt, als das bei uns der Fall ist“, so Lutz. Besonders klar wurde ihr das, als sie hochschwanger ein Interview in deutschen und US-amerikanischen Medien gab. „Während in den USA meine Kompetenzen im Fokus standen, thematisierten die deutschen Medien vor allem meine Schwangerschaft.“

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist also ein essentieller Faktor für weibliche Führungskräfte. Das, und die Bereitschaft, die eigene Karriere aktiv voranzutreiben.

Für die Zukunft sieht Barbara Lutz viel Potenzial für weibliche Führungskräfte. „Die Generation Y hat Werte wie Flexibilität, Unabhängigkeit, die weiblichen Verhaltensweisen entgegenkommen. Auch Unternehmen befinden sich in einem Veränderungsprozess – sie wissen die besonderen Stärken von Frauen zu schätzen, und unterstützen diese gezielter als dies noch vor einigen Jahren der Fall war.“

Das Fazit? Machen Sie sich bereit – jetzt! Unsere Tipps zur Karriereplanung für Frauen sind der erste Schritt. Verstecken Sie sich nicht hinter vermeintlicher Unsicherheit und machen Sie sich für Ihre eigenen Interessen stark. Es ist Ihre Chance, Ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und beruflich durchzustarten.

 

Über Barbara Lutz:

HUNTINGHER Barbara Lutz

Barbara Lutz ist Dipl. Betriebswirtin und hat als Geschäftsführerin für ein amerikanisches sowie ein französisches internationales börsennotiertes Kommunikationsnetwork gearbeitet. Später wechselte sie in den Bankensektor und hat als Leiterin der Segmentkommunikation der Commerzbank unter anderem die kommunikative Begleitung zur Übernahme der Dresdner Bank verantwortet.

Unter der Förderung des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend hat sie den Frauen-Karriere-Index entwickelt und umgesetzt. Barbara Lutz berät Unternehmen bei der Umsetzung personalwirtschaftlicher Maßnahmen und ist eine nachgefragte Sprecherin zum Beispiel zum Thema Personal Branding. Frau Lutz führt gemeinsam mit Christian Boehnke die auf Frauen spezialisierte Personalberatung HuntingHer.

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