Kulturelle Unterschiede: So tickt der Amerikaner im Büro

Kulturelle Unterschiede: Wie tickt der Amerikaner im Büro?

Wer im eigenen Unternehmen oder von einem Headhunter eine attraktive Anstellung im Ausland angeboten bekommt, dem winkt oft auch ein Karrieresprung. Die Qualifikation „Auslandserfahrung“ kann die Eintrittskarte in die nächsthöhere Gehaltsklasse ein. Sehr beliebt ist der Arbeitsaufenthalt in den USA. Damit die neue Stelle dort zum Sprungbrett und nicht zum Stolperstein für Sie wird, sollten Sie die kulturellen Unterschiede zwischen der deutschen Arbeitswelt und der Arbeitswelt der USA kennen.

Kulturelle Unterschiede: So tickt der Amerikaner im Büro

Direkter Deutsche, diplomatischer Amerikaner?

Viele kulturelle Unterschiede finden sich in der Art und Weise, wie kommuniziert wird. In Deutschland ist es üblich, offen zu kritisieren – es wird sogar verlangt. Die Kommunikation läuft direkt ab. Auch das Gespräch mit dem Chef bildet hier keine Ausnahme. Mitarbeiter sind es gewohnt, offen zu widersprechen und auf Fehler hinzuweisen. In Amerika dagegen wird niemand einer Führungskraft in der Öffentlichkeit widersprechen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie als Führungskraft kein Feedback erhalten und sich stattdessen über reichlich Zustimmung freuen können. Auch bei der individuellen Ausdrucksweise der Menschen zeigen sich kulturelle Unterschiede. Deutsche kommunizieren ehrlich miteinander. Amerikaner fühlen sich hiervon vor den Kopf gestoßen. Niemals sagt der Amerikaner einfach nur kurz und knapp „Nein“. Vielmehr wird alles positiv formuliert. Ein Nein spiegelt für Amerikaner eine negative Grundhaltung wider. Auch redet der Amerikaner nie über „problems“ am Arbeitsplatz. Probleme gibt es nicht – man spricht von „issues“ oder „concerns“.

Kulturelle Unterschiede im Miteinander

Bei der Anrede von Mitarbeitern gibt es in Deutschland zwei Möglichkeiten – das professionelle „Sie“ oder die etwas lockere Variante „Du“. Gerade in modernen Unternehmen und Start-ups ist die Anrede mit dem Vornamen längst nicht mehr unüblich. In Amerika sprechen sich Kollegen prinzipiell mit dem Vornamen an. Wer jedoch glaubt, die Amerikaner wären deshalb lockerer als die Deutschen, täuscht sich: Spätestens beim Lunch sind die Senior Manager wieder unter sich. Ihr Team sehen Sie also eher selten außerhalb des Büros.

Sehr empfindlich reagiert der Amerikaner auf Diskriminierungen und sexuelle Anspielungen. Man sollte sich also trotz des lockeren Umgangstons keinesfalls zu zotigen Witzen hinreißen lassen. Das kann im schlimmsten Fall sogar vor Gericht enden.

Amerikaner als Macher, Deutscher als Denker

Am deutlichsten kommen  kulturelle Unterschiede bei der Herangehensweise an ein Projekt zum Tragen. Der Deutsche setzt auf eine effektive Planung und nimmt den direkt Weg zum Ziel – der Amerikaner beginnt direkt und schlägt im Zweifelsfall eine neue Richtung ein. Während in Deutschland also im ersten Schritt alle relevanten Fakten gesammelt werden, um diese dann in Gremien zu diskutieren und einen Lösungsweg zu definieren,legt der Amerikaner das Ziel direkt fest und versucht dieses auf schnellstem Weg zu erreichen.

Amerikaner sind niemals „out of office“

Ein weiterer kultureller Unterschied wird in der Anforderung an die einzelnen Mitarbeiter deutlich. In den USA herrscht ein größerer Erwartungsdruck. Leistungen werden penibel gemessen – wer sie nicht erfüllt, muss Konsequenzen fürchten. In Deutschland geht man die Dinge viel entspannter an. Der Amerikaner kann über Abwesenheitsnotizen der deutschen Kollegen nur den Kopf schütteln.

Auch bei der Trennung von Beruflichem und Privatem wird der kulturelle Unterschied klar: Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist niemand einfach „out of office“. E-Mails werden immer beantwortet, auch am Wochenende oder im Urlaub. Ein zweiwöchiger Ferienaufenthalt ohne Rückmeldung im Büro − in Deutschland völlig üblich − ist für Amerikaner undenkbar. Dafür verschwimmen die Grenzen zwischen Privatleben und Berufsalltag – mitten am Tag verschwinden, um das Footballspiel seines Sohnes anzuschauen oder die Kinder von der Schule abzuholen, ist in den USA kein Problem.

Kulturelle Unterschiede finden sich auch bei der Arbeitszeit. Insgesamt arbeitet man in den USA deutlich länger als in Deutschland. Die Amerikaner zeigen sich meistens sehr fasziniert darüber, wie konzentriert und ablenkungsfrei ihre deutschen Kollegen arbeiten.



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