Und da war es also, das Ende des Studiums. Nicht mit Abschluss, nicht nach voller Semesterzahl. Aber es war einfach unmöglich, weiterzumachen, erschien dieses andere Studium oder diese Ausbildung doch viel richtiger. Kommt Ihnen dieser Gedankengang bekannt vor? Dann haben Sie wahrscheinlich auch eine unschöne Lücke im Lebenslauf. Egal ob „falsche“ Entscheidungen, persönliche Vorkomnisse oder einfach nur Pech mit dem Chef: Es kann schnell passieren, dass der eigene Lebenslauf sich am Ende nicht ganz so astrein anhört wie geplant.
Auch Prominente sind vor solchen Entwicklungen nicht verschont, heißt es doch im Lebenslauf von Joschka Fischer, er besuchte Vorlesungen von Theodor W. Adorno. Klingt wohl eher nach einer Zeit, in der Herr Fischer nicht so ganz wusste, was er mit seinem Leben anfangen sollte. Und das ist ja auch nicht verwerflich.
Ganz im Gegenteil: Oft ist es besser, sich über seine Ziele und Wünsche richtig im Klaren zu sein, bevor man einen Weg einschlägt, den man nicht mehr so schnell verlassen kann. Wir haben ein paar Tipps für Sie, wie Sie solche Perioden der Selbstfindung oder einfach nur ungeplante Ereignisse klug in Ihren Lebenslauf integrieren können.
Verheimlichen ist zwecklos
Wichtig ist zunächst: Falls Sie Lücken in Ihrem Lebenslauf haben, die sich nicht sofort „gewinnbringend“ erklären lassen, stehen Sie dazu. Denn diese wird der Personalverantwortliche beim Lesen des Lebenslaufs ohnehin entdecken und dann im Bewerbungsgespräch darauf eingehen. Tun Sie dann so, als wüssten Sie von nichts, kann dies zu einem echten Problem für Sie werden: Denn das Verschweigen von Tatsachen wirkt sich negativ auf das eigene Profil aus und kann durchaus ein K.O.-Kriterium bei der Bewerbung darstellen. Ruhig Mut zur stolzen Pose, Sie brauchen sich deshalb nicht zu verstecken.
Vermeintlich Negatives positiv formulieren
Die meisten vermeintlichen „Lücken“ sind wenig dramatisch. Dazu gehört ein Auslandsjahr ebenso wie ein abgebrochenes Studium, ein Studienerfolg im zweiten Anlauf oder ein Sabbatical: Die richtige Formulierung – im Lebenslauf und bei Fragen – ist entscheidend. Ein Auslandsjahr dient der Selbständigkeit, dem Sprachenerwerb und interkultureller Kompetenz und ist bei Personalverantwortlichen durchaus gerne gesehen. Eine Umorientierung während des Studiums bedeutet nicht zwangsläufig mangelnden Willen oder Fleiß, sondern kann durchaus auch von Mut zeugen: Man hat sich Gedanken gemacht, hat mit dem Studienabbruch eine konsequente Entscheidung getroffen und sich umorientiert. Solche Entscheidungen sagen mehr Positives über Sie aus, als Sie denken.
Gezwungene Auszeit clever nutzen
Als Fach- und Führungskraft mit längerer Berufserfahrung kann natürlich eine wesentliche Lücke hinzukommen: vorübergehende Arbeitslosigkeit. Versuchen Sie hier, die Zeit bis zur nächsten Stelle sinnvoll zu überbrücken, sei es durch Sprachkurse, Bildungsreisen, gemeinnützige Einsätze oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Wenn die Lücke allerdings zu groß wird, können Sie zum Beispiel Folgendes versuchen: Verschieben Sie „spezielle Fähigkeiten oder Kenntnisse“ an die erste Stelle im Lebenslauf – noch vor „berufliche Laufbahn“. So verschiebt sich auch die Gewichtung des Lebenslaufs etwas und sie können mit anderen speziellen Qualifikationen punkten.
Wie Sie sehen: Lücken im Lebenslauf sind kein Grund zur Verzweiflung. Bleiben Sie bei sich und lassen Sie sich nicht unnötig verunsichern. Sie wissen warum Sie Ihren Weg gegangen sind, mag es auch über manche Umwege gewesen sein. Wenn Sie mit dieser Einstellung in Ihr nächstes Bewerbungsgespräch gehen, kann Ihnen keiner etwas anhaben. Viel Erfolg!
