Kreative Mittagspausen

Meditation statt Currywurst

Kurz eine rauchen und dann ein Schnitzel oder eine Wurst in der Kantine verputzen? So muss die Mittagspause in vielen Firmen nicht mehr aussehen. Arbeitgeber und externe Anbieter setzen vermehrt darauf, den Angestellten ungewöhnliche Pausen zu ermöglichen: vom Sportprogramm über die Betriebsdisco bis hin zur Meditation. Ein Überblick, welche Angebote es gibt und was das bringen soll.

  • Beim Elektrozulieferer Emz-Hanauer können die Mitarbeiter auf einer Rutsche in die Cafeteria düsen – wie bei Google in Zürich.

Rutschen

Mit dem Aufzug in die Kantine fahren? Langweilig! Beim Elektrozulieferer Emz-Hanauer können die Mitarbeiter auf einer Rutsche in die Cafeteria düsen – wie bei Google in Zürich. Damit wolle man „kreatives und effizientes Arbeiten“ fördern, sagt der Firmenchef Thomas Hanauer.

 Tanzen

Bei der Otto-Group endet eine Mittagspause schon mal tanzend im Club. Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern bereits seit etwa drei Jahren außergewöhnliche Mittagspausen an. Dazu gehören Konzerte, Theaterstücke, Comedy-Aufführungen – oder eben die Pausendisco. Die Idee, in der Pause zu tanzen, kommt ursprünglich aus Stockholm und soll gestresste Angestellte auf andere Gedanken bringen.

Schwitzen

Mittlerweile stellen nicht mehr nur große Konzerne, sondern auch viele Mittelständler ein Sportprogramm für ihre Angestellten bereit. Schon in der Mittagspause am Arbeitsplatz zu schwitzen ist vor allem für Mitarbeiter sinnvoll, die sonst nach Feierabend noch einen langen Umweg zum nächsten Fitnessstudio machen müssten. Wen wundert’s, dass die Mitarbeiter des Sportartikelkonzerns Adidas zwischen besonders vielen sportlichen Angeboten wählen können: Dort kann sich bei einem von 300 Kursen und in einem 4000 Quadratmeter großen Fitnessstudio auspowern.

Hier geht’s zu den offenen Senior Level Jobs von Adidas.

 Schlafen

Mittagsschlaf ist nicht nur was für kleine Kinder und Rentner. Weil sich ein kurzes Nickerchen positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt und die Leistungsfähigkeit um 35 Prozent steigern kann, ist es in einigen Unternehmen längst nicht mehr verpönt, zwischen Besprechungen und Papierkram eine Runde wegnzunicken. So haben beispielsweise Unilever und Google Ruheräume bereitgestellt, an dem ihre Mitarbeiter zwischendurch auf Liegen oder in Massagestühlen dösen und durchatmen können. Wer nicht das Glück eines firmeneigenen Schlummerraums hat, kann in Berlin im „Nickerchen“, Deutschlands erstem Powernap-Laden, die Augen schließen. Eine halbe Stunde Entspannung inklusive Ohrstöpsel und Schlafmaske gibt es hier für acht Euro.

 Meditieren

Ommm statt Schnitzel: SAP setzt seit einiger Zeit auf Achtsamkeitskurse, bei denen die Mitarbeiter unter anderem lernen zu meditieren. Neben Unternehmen bieten auch Meditationszentren oder Bildungseinrichtungen in verschiedenen Städten Meditationsübungen in der Mittagspause an. Ansonsten gibt es auch Apps, die versprechen, den Geist zur Ruhe zu bringen: 7Mind oder Headspace, zum Beispiel.

Hier geht’s zu den offenen Senior Level Jobs von SAP.

 Beten

Die einen schalten beim Meditieren vom Alltag ab, gläubige Menschen können auch beim Gebet zur Ruhe kommen. Deshalb stellen große Unternehmen wie BMW oder die Deutsche Bahn an einigen Standorten Gebetsräume für ihre Mitarbeiter bereit, wo sie sich während der Pause zurückziehen können. Darüber hinaus bieten auch einige Kirchen in Deutschland eine spezielle Mittagsandacht an, jeden Dienstag geschieht das zum Beispiel in der St. Jacobi-Kirche in Hamburg.

 Dating

Bei der Suche nach der großen Liebe hilft der Arbeitgeber nicht weiter. Ein Blind Date vermittelt er seinen Mitarbeitern mancherorts aber dennoch. Wer möchte, kann sich beim Pharmahersteller Boehringer Ingelheim auf einer internen Online-Plattform anmelden und sich dann vom Zufallsgenerator eine Verabredung für die Mittagspause auswählen lassen. Bei mehr als 8000 Mitarbeitern allein am Stammsitz ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man seinen Dating-Partner noch nicht kennt – und somit das eigene Netzwerk erweitern kann.

 Spielen

Diese Art von Mittagspause bedeutet weniger Entspannung als vielmehr Nervenkitzel: Bei den Exit-the-Room-Spielen, die in sechs deutschen Großstädten angeboten werden, müssen sich die Teilnehmer innerhalb von 60 Minuten aus einem abgesperrten Raum befreien – und dafür knifflige Aufgaben lösen. Der Anbieter wirbt damit, auf diese Weise den Teamgeist der Teilnehmer zu stärken.

Über die Autorin

Felicitas Wilke klein

Felicitas Wilke hat BWL und Journalismus studiert und die Deutsche Journalistenschule besucht. Sie arbeitet als freie Journalistin in München.

Beruflich begeistert sie sich für Themen rund um Wirtschaft, privat bereist sie gerne Skandinavien und hat ein Herz für schwarz-gelben Fußball aus dem Ruhrgebiet.



Experteer verwendet Cookies. Informationen zum Datenschutz
Verstanden