Merkwürdige Fragen im Bewerbungsgespräch

Merkwürdige Fragen im Bewerbungsgespräch: Das steckt dahinter

Für Unternehmen sind Neueinstellungen oft riskant. Meistens müssen sie allein aufgrund eines Lebenslaufs, ein paar Gesprächen sowie einiger Referenzen bestimmen, ob ein Kandidat geeignet ist oder nicht. Da jedoch vieles auf Leistung und Zufriedenheit eines Mitarbeiters einwirken, ist es beinahe unmöglich für Personalverantwortliche, eine sichere Entscheidung zu treffen. Aus diesem Grund ist das Vorstellungsgespräch ein so wichtiger Teil des Bewerbungsprozesses. HR-Manager wissen, dass Kandidaten – insbesondere diejenigen, auf Senior Level, – sich auf Standardfragen wie „Erzählen Sie etwas von sich“ oder „Was werden Sie in Ihrem ersten Monat bei uns in Angriff nehmen?“ bestens vorbereitet sind. Das Resultat: Oftmals wenden sie sich weniger traditionellen, man möchte fast sagen, merkwürdigen Fragen zu, um Kandidaten aus der Reserve zu locken und deren Reaktionen zu testen. Natürlich werden derartige Fragen im Bewerbungsgespräch spontan abgefeuert – es ist also fast unmöglich, eine Standardantwort vorzubereiten. Wir erklären jedoch, was der Personalverantwortliche herausfinden will, wenn er bestimmte Themen anspricht – das kann Ihnen bei der Beantwortung der Frage die Richtung weisen und Ihnen so einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

 

Merkwürdige Fragen im Bewerbungsgespräch

Auf diese Fragen im Bewerbungsgespräch sollten sich Senior Professionals einstellen:

Technikfragen im Bewerbungsgespräch

 

Bei Stellen, die ein ausgeprägtes analytisches Denken verlangen, werfen Personalverantwortliche nicht selten Fragen ein, die schnelles Kopfrechnen oder logisches Denken erfordern. Zum Beispiel:

  • Warum sind Gullydeckel rund?
  • Wie viele Golfbälle passen in einen Airbus 380?
  • Es gibt 25 Rennpferde, keine Stoppuhr und 5 Rennbahnen. Wie würden Sie es anstellen, die drei schnellsten Pferde in der geringsten Anzahl von Runden zu ermitteln?
  • Wie schaffen Sie es, ein rohes Ei auf ein hartes Brett zu werfen, ohne dass es zerbricht?

Bei dieser Art von Fragen wollen Personalverantwortliche mehr über Ihren Denkprozess lernen und erfahren, wie Sie an Problemstellungen herangehen. Kurz, sie wollen wissen, ob Sie „einer von ihnen“ sind. Zudem wollen sie sehen, wie Sie reagieren, wenn Sie eine Frage nicht beantworten können.

Bleiben Sie also cool. Nehmen Sie sich eine Minute, um Ihre Gedanken zu sortieren. Wenn Sie die richtige Antwort nicht nennen können, sollten Sie in der Lage sein, Ihren Denkprozess und Ihren Lösungsansatz zu erklären – wie würden Sie vorgehen, wenn Sie mehr Zeit und die nötigen Ressourcen hätten? Achten Sie darauf, welche Wörter der Personalverantwortliche verwendet – vielleicht verbirgt sich darin bereits die Antwort? Tipp: Sie können ein Brett nicht mit einem rohen Ei zerbrechen.

 

Kulturspezifische Fragen

 

Mit Fragen über aktuelle Veranstaltungen, Kulturevents und Ähnliches wollen Personalverantwortliche herausfinden, ob Sie sich in die Unternehmenskultur einfügen. Es ist eine Möglichkeit, Ihren Sinn für Humor zu evaluieren, Ihre Interessen außerhalb der Arbeit auszuloten und zu erkennen, ob Sie eher introvertiert oder extrovertiert sind.

  • Welchen Film mit Bill Murray mögen Sie am liebsten?
  • Was halten Sie von den Modetrends diesen Frühling?
  • Welchen Song aus den 90ern würden Sie am liebsten live hören?
  • Wo verbringen Sie Ihre Zeit am liebsten, wenn Sie online sind?

Wieder kann es sein, dass Sie diese Fragen nicht auf Anhieb beantworten können – doch Sie können Sie als Sprungbrett nutzen, um andere Interessen zu diskutieren. Vielleicht haben Sie keine Ahnung, was in diesem Frühjahr modetechnisch angesagt ist, – dann geben Sie’s zu, – aber sind ein Fan des Business Casual Looks in der Arbeit?

 

Wertebasierte Fragen im Bewerbungsgespräch

 

Hypothetische Fragen über Ihr Verhalten in heiklen Situationen werfen ein Schlaglicht auf Ihre Urteilsfähigkeit und Ihren EQ (Emotionalen Quotienten – Ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion, Ihre Empathie, Ihre sozialen Fertigkeiten) sowie Ihre Fähigkeiten zur Kosten-Nutzen-Analyse.

  • Wenn Sie in Eile wären und eine rote Ampel bedeuten würde, dass Sie zu spät kommen – würden Sie diese überfahren?
  • Wenn Sie herausfänden, dass der Ehemann Ihrer besten Freundin sie betrügt – wie würden Sie handeln?
  • Wofür würden Sie sich entscheiden – Ihre Arbeit fristgerecht zu erledigen oder zu spät und dafür richtig?

Sie ziehen es womöglich vor, nicht auf Ihre eignen Erfahrungen zu sprechen zu kommen – besonders wenn es unangenehm persönlich wird. Dann ist es einfacher, eine Diskussion zu starten, in der Sie die Situation Ihren Werten entsprechend bewerten, mögliche Optionen abwägen und eine Entscheidung treffen, die Sie rational und emotional begründen können.

 

Grundsatzfragen

 

Nehmen Sie sich kurz Zeit – wir würden Sie antworten?

  • Wenn Sie eine Frucht wären, welche wäre das?
  • Wie würden Sie Ihre Autobiographie nennen?
  • Erzählen Sie mir einen Witz.
  • Was ist Ihr Lieblingsrestaurant?

Diese Fragen im Bewerbungsgespräch werden eingesetzt, um herauszufinden, wie gut Sie sich selbst verstehen – und ob Sie dieses Selbstverständnis vermitteln können. Sie werden dazu angehalten, originell zu denken!

Entspannen Sie sich! Bei den Grundsatzfragen gibt es keine richtige Antwort und damit auch keine falsche. Natürlich sollten Sie die Frage dennoch mit der nötigen Professionalität beantworten und dafür sorgen, dass Ihre Antwort ein gutes Licht auf Sie wirft. Sehen Sie diese Fragen als Möglichkeit, sich selbst, Ihre Interessen und Ihre Persönlichkeit etwas näher zu beschreiben. Zum Beispiel: Sie wollen herausstellen, dass Sie ein Teamplayer sind, jedoch auch gerne eigenständig arbeiten. Dann erzählen Sie dem Personalverantwortlichen, Sie seien eine Traube. Diese Frucht kann allein stehen, am liebsten hängt sie jedoch an einem Bund mit anderen Trauben. Sie können sich an keinen (angemessenen) Witz erinnern? Dann beschreiben Sie eine lustige Werbung, die Sie unlängst zum Lachen gebracht hat.

 

Kreative Fragen im Bewerbungsgespräch

 

Wenn die angestrebte Stelle kreatives Denken erfordert, sollten Sie mit merkwürdigen bis bizarren Fragen unbedingt rechnen. Vielleicht sollen Sie aus dem Stehgreif mit innovativen Ideen überzeugen? Wie wäre es also damit:

  • Können Sie einem Achtjährigen eine Datenbank in drei Sätzen erklären?
  • Wie würden Sie die Farbe Gelb einem Blinden beschreiben?
  • Wie würden Sie eine schlichtere Fernbedienung designen?

Gute Innovationen beginnen mit einem Verständnis für die Bedürfnisse des Kunden. Das bedeutet, die Situation aus Nutzerperspektive zu betrachten. Die beste Art, an kreative Fragen im Bewerbungsgespräch heranzugehen, ist, mit dem Kontext anzufangen, den der Nutzer versteht. Eine blinde Person, beispielsweise, wird niemals in der Lage sein, die Farbe Gelb zu sehen, doch wird sie das Gefühl von Wärme und Sonnenlicht kennen – zwei Konzepte, die Sie zur Erklärung heranziehen können.

Merkwürdige Fragen im Bewerbungsgespräch sollen Sie meist aus Ihrer Komfortzone herausholen – so können Personalverantwortliche Ihre Stärken und Schwächen besser einschätzen. Auf einige Arten von Fragen können Sie sich vorbereiten, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Sie sich auch bei diesen einem neuen Aspekt oder Angelpunkt stellen müssen. Denken Sie daran, dass Sie jederzeit nachfragen können, wenn Sie eine Frage nicht richtig verstanden haben. Bei der Frage mit der Fernbedienung, beispielsweise, können Sie sich nach dem Sinn und Zweck der Nutzung erkundigen. Oder bei der Frage nach der Ampel – hier können Sie fragen, ob es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt, zu der Sie zu spät kommen würden oder ob Sie auf dem Weg zu einem Treffen mit Freunden sind. In jedem Fall sollten Sie merkwürdige Fragen im Bewerbungsgespräch als eine Chance sehen, sich in mehr Facetten zu präsentieren, als dies auf Ihrem Lebenslauf möglich ist.

 


Kate RodriguezKate Rodriguez arbeitet als freie Marketing-Texterin in München. Sie besitzt mehr als 20 Jahre Erfahrung in öffentlichen und privaten Organisationen, wo sie als internationale Handelsanalytikerin für die US-Regierung tätig war und als Karrierecoach an einer Universität arbeitete. Dort spezialisierte sie sich auf internationale Karriere. Zuletzt arbeitete Kate für Experteer – zunächst im Kundenservice, anschließend als Online Marketing Manager.

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