Permanent auf der Suche: Moderne Arbeitnehmer schätzen den Wandel

Soziale Netzwerke und die Stellensuche per Smartphone helfen Wechselwilligen, neue Chancen zu entdecken. Mit diesen Tipps können Sie Ihre Jobsuche effektiver gestalten.

Moderne Arbeitnehmer schätzen den Wandel

Lebenslang im selben Unternehmen – das war vorgestern. Moderne Lebensläufe sind meist durchzogen von Neustarts und unterschiedlichsten Arbeitgebern. Weltweit bezeichnen sich inzwischen mehr als ein Drittel aller Bewerber als permanent arbeitssuchend. Das ergab die „Global Candidate Preferences Survey“ von ManpowerGroup Solutions. Zur länderspezifischen Jobsuche befragte die Studie knapp 4.500 Bewerber in fünf wichtigen Arbeitsmärkten, nämlich USA, Vereinigtes Königreich, Australien, China und Mexiko.

In Deutschland ist die Wechselbereitschaft ebenfalls hoch. 44 Prozent der Arbeitnehmer möchten sich laut der Studie „Jobzufriedenheit 2016“ der ManpowerGroup in den nächsten zwölf Monaten beruflich verändern. 21 Prozent der Befragten erwarten durch den Wechsel mehr Geld, 15 Prozent suchen mehr Anerkennung.

Auch erfahrene Führungskräfte sind dabei offen für neue Angebote. Weit über die Hälfte der Entscheider steht einer anderen Studie zufolge einem Wechsel sehr positiv gegenüber und verspricht sich davon eine Karriereschub, mehr Geld oder neue Aufgaben. Entsprechend rückt das Thema Stellensuche auch hier verstärkt in den Fokus – selbst bei Menschen, die bereits einen guten Job haben.

Flexibilität als Karriereturbo

Ein Grund für die hohe Wechselbereitschaft ist die Tatsache, dass  es heute weltweit immer weniger unbefristete Arbeitsverhältnisse gibt. Insbesondere im Dienstleistungs- und Technologiebereich dauert die Beschäftigung oft nur zwei bis drei Jahre. Zeitverträge und projektbasierte Stellen sind aber auch in anderen Branchen längst gang und gäbe. Einerseits treibt diese Dynamik Vernetzung, permanente Arbeitsuche und Mobilität von Fach- und Führungskräften an – und damit deren Initiative zur Veränderung. Das Jobhopping beflügelt andererseits auch die Hoffnung auf den schnellen Aufstieg. Nicht nur Jüngere vertreten die Meinung, dass die persönliche Weiterentwicklung über einen häufigen Arbeitsplatzwechsel die beste Art sei, beruflich voranzukommen. Flexibilität plus Mobilität lautet ihre Karriereformel.

Millennials als Seismograph der Zukunft

Besonders agil in Sachen Stellenwechsel gibt sich weltweit die Millennial-Generation, also die der 18- bis 34-Jährigen – auch, weil sie diesen als Kick für die Karriere sehen. Sie zeichnen sich eher durch berufliche Mobilität als durch Loyalität aus. Bei der Stellensuche greift diese Gruppe im Vergleich zu Älteren auch eher mal zum Smartphone: Wer sich mobil auf eine Stelle bewirbt, gehört mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit zu den Millennials – und nicht zur älteren Generation X. Insgesamt haben sich weltweit gerade einmal vier Prozent der Kandidaten unabhängig von ihrem Alter schon einmal per App auf eine Stelle beworben.

Eigeninitiative im Trend

Doch egal ob Berufseinsteiger, Millennial oder Führungskraft – die autonome Recherche nach neuen Herausforderungen bestimmt heute weltweit die Stellensuche auf allen Ebenen. Die Mehrheit der internationalen Kandidaten hat schon einmal einen Personalberater eingeschaltet. Jeder Vierte recherchiert zudem auf eigene Faust Stellenangebote. Die nötigen Informationen für die Suche beziehen die Wechselwilligen vorzugsweise etwa auf der Unternehmenswebseite, über Suchmaschinen, soziale Netzwerke und Kollegen. Auch Apps sind inzwischen für viele ein guter Informationskanal, um nach Karrierechancen zu suchen. 12 Prozent der Spitzenkräfte tun dies weltweit.

Sich zu vernetzen ist gut für die Karriere

Der steigende Trend zur Vernetzung ist ein Indikator dafür, dass die permanente Wechselbereitschaft kein Nischenphänomen mehr ist. Online-Netzwerke wie  LinkedIn werden immer häufiger genutzt. Ein Vorteil dieser vor allem auf Berufsthemen spezialisierten sozialen Netzwerke ist die Möglichkeit, dass man quer durch die Republik schnell viele Menschen erreichen und auf einfache Weise nach Stellenangeboten suchen kann.  Bereits fast jeder fünfte Bewerber in Deutschland tummelt sich auf Business-Netzwerken.

Auch der Blick über die Bundesgrenzen zeigt die wachsende Bedeutung von Social Media. Diese Option nutzt weltweit fast ein Drittel der Topkräfte, um sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren – und auch immer mehr von ihnen zur Unterstützung bei der Stellensuche.

In Deutschland wurde dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zufolge im Jahr 2015 jede zweite Position durch die kombinierte Suche von Personalberatern über die Direktansprache, Anzeigensuche sowie die Nutzung von Social-Media-Kanälen und Datenbanken besetzt. Durch soziale Vernetzung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass man eine interessante Aufgabe offeriert bekommt.  Aus dieser Perspektive zeigt sich ebenfalls, dass es sinnvoll ist, sich aus Karrieregründen digital zu vernetzen.

 So wird die Stellensuche effektiv

  1. Persönliche Kontakte einsetzen

Geschickte Netzwerker sind im Vorteil – auch weil sich viele Arbeitgeber statt anstrengender Auswahlverfahren gerne vertrauensvoll auf Tipps aus dem engeren Umfeld verlassen. Das spart schließlich Zeit und Geld. Also setzen Sie Ihr Netzwerk ein! In Deutschland bedienen sich inzwischen 42 Prozent der Befragten bei der Stellensuche ihrer persönlichen Kontakte – Tendenz steigend. International landet die Einbindung von Freunden, Familie und Kollegen auf Platz vier der häufigsten Methoden bei der Jobsuche. Beim Aufbau neuer Kontakte hilft das Interesse an anderen und die Präsenz auf Veranstaltungen – gerne auch mal im Rampenlicht mit einem Vortrag. Ebenso wichtig ist die Pflege. Für wichtige Kontakte gilt: hin und wieder ein Treffen organisieren, ansonsten reichen ein, zwei persönliche Mails pro Jahr oft aus.

  1. Social Media nutzen

Was in der realen Welt klappt, funktioniert virtuell mindestens genauso gut: Business-Netzwerke bieten die Möglichkeit, vielfältige Kontakte zu knüpfen. In diesen Netzwerken unbedingt knapp und sehr präzise angeben, wer man ist und was man zu bieten hat – dazu gehört auch ein ordentliches Foto. In kürzester Zeit müssen interessierte Arbeitgeber sich ein Bild über Ihre Vita und die Qualifikationen machen können.

  1. Stellenangebote für das Smartphone

Die großen Jobbörsen im Netz warten heute in der Regel mit speziellen Apps zur Stellensuche auf. Mit diesen lässt sich auch schnell mal zwischendurch per Smartphone nach interessanten Karrierechancen fahnden.

  1. Kompetenten Personalberater einschalten

Bewerber suchen oft eigenständig nach einer neuen Herausforderung– und verzichten auf die professionelle Unterstützung durch einen Personalberater. Dabei ist dies eine komfortable Möglichkeit der effektiven Stellensuche. Der Experte gleicht Profil, Präferenzen und Stärken des Bewerbers mit den offenen Stellen ab – und begleitet den Bewerbungsprozess. Weil Unternehmen die Provision für die Headhunter zahlen, ist der Prozess für Bewerber in der Regel

  1. Bewerbung via Smartphone

Bewerbungen per App sind noch wenig verbreitet. Bei den Unternehmen, die diese Alternative anbieten, beweist man über diesen Weg aber Flexibilität.  Ein gutes Beispiel: die App des Premium-Karrieredienstes Experteer. Im ersten Schritt reicht es, das persönliche Karriere-Profil hochzuladen. Danach sind Bewerbungen mit nur einem Klick möglich.

Unternehmenscheck: So gewinnen Sie Top-Talente

  1. Transparenz zeigen
    Moderne Arbeitnehmer warten mit Stärken wie Flexibilität, Einsatzbereitschaft sowie Mobilität auf – und sind karriereorientiert. Entsprechend erwarten sie Transparenz bezüglich der Aufstiegsmöglichkeiten und dem Gehalt. Dieses sollten Unternehmen frühzeitig im Auswahlverfahren kommunizieren, sonst schauen sich Spitzenleute anderweitig um.
  2. Mobile Anwendungen einsetzen
    Die Nutzung von Apps für die Bewerbung hat sich zwar noch nicht richtig durchgesetzt – aber mit der nächsten Generation wird sich dies aller Wahrscheinlichkeit nach ändern. Affinität dazu zeigen heute schon die 18- bis 34-Jährigen. Firmen sollten ihre Webseiten für mobile Geräte optimieren, um für die Zukunft gerüstet zu sein und junge Talente zu gewinnen. Außerdem sollten sie nach Kooperationspartnern Ausschau halten, die Apps anbieten, welche Stellenangebote sich mit Bewerbersuchen decken.
  3. Verbindung aufbauen
    Unternehmen sollten pro-aktiv auf Tuchfühlung mit wechselwilligen Kandidaten gehen. Dafür bieten sich unterschiedliche Alternativen an. Je nach der Ausrichtung ist mal ein eher starrer Talent-Pool ratsam, mal eine dynamische Talentpipeline als Verbindung zu einem sich stetig wandelnden Mix an potenziellen Mitarbeitern. Auf digitalen Marktplätzen wie beispielsweise Australiens LiveHire finden Unternehmen Millionen digitaler Lebensläufe. Für die effektive Suche optimiert werden sie mit offenen Stellen abgeglichen.


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