Recruiting Trends 2017

Exklusive Headhunter-Umfrage

“Übersättigte” Bewerber überzeugen Sie nur durch eins: Relevanz bei der Direktansprache

Fachkräftemangel und von der Direktansprache übersättigte Kandidaten – die Herausforderungen, denen sich Headhunter und Unternehmens-Recruiter 2017 stellen müssen, sind nicht ohne. Von Headhuntern auf Experteer wollten wir wissen, welche Recruiting Trends und Entwicklungen sie im neuen Jahr erwarten – und wie sie sich darauf vorbereiten.

Recruiting Trends 2017

Headhunter bei Experteer erklären, welche Recruiting Trends sie für 2017 erwarten.

Der Fachkräftemangel beschäftigt die Branche auch 2017

96 Prozent der Unternehmen hatten 2016 Schwierigkeiten, qualifizierte Bewerber für ihre offenen Stellen zu finden – das ergab die Studie “Recruiting Trends” von ICR. Die Knappheit an qualifizierten Arbeitskräften wird uns auch 2017 beschäftigen, da sind sich die Headhunter bei Experteer einig. „Die Jagd nach den richtigen Talenten, Führungs- und Fachkräften spitzt sich weiter zu“, sagt Dirk Brandhoff, Senior Partner bei HR-Expertgroup. Headhunter stünden dabei vor der Aufgabe, zuverlässige Prozesse zu etablieren, die vor allem eines sind: schnell.

Immer mehr Unternehmen betreiben Active Sourcing über soziale Kanäle

Schnell bei der Hilfe zur Selbsthilfe sind derweil die Unternehmen selbst. Wie Recruitment-Experte Ben Slater in seinem Artikel “17 Crucial Recruitment Trends 2017” beschreibt, seien Recruiter in denselben großen Bussinessnetzwerken wie Linkedin unterwegs und kontaktieren dieselben oft übersättigten Kandidaten. Viele hochkarätige Bewerber würden sich heute von einer unqualifizierten Direktansprache genervt zeigen, so Michael Eiberger, Geschäftsführer der Personalberatung Die Stellenbesetzer. Recruiting in Unternehmen werde immer mehr zum Vertriebsjob, ergänzt Headhunter Norbert Möhring von der TrainArt Consulting GmbH. Doch diese quantitative und unqualifizierte Ansprache von Kandidaten sei schlussendlich für die ganze Recruiting-Branche kontraproduktiv. Denn die Kandidaten unterscheiden oftmals nicht mehr, ob die Kontaktanfrage von einem Headhunter oder von einem HR-Manager kommt. Wenn die „First Experience“ auf der Strecke bleibe, werde dieses negative Erlebnis auf den gesamten Prozess der Direktansprache projiziert, so Klaus Mantel, Managing Director bei Experteer. “Genau aus diesem Grund haben wir bei Experteer nicht nur strenge Aufnahmekriterien für Recruiter und Headhunter, sondern regen unsere Kandidaten auch an, die Qualität von Kontaktanfragen zu bewerten.” So stellt Experteer nicht nur sicher, dass Anfragen an Kandidaten relevant sind, sondern spornt die Branche zu einem höheren Qualitätsbewusstsein an. Klaus Mantel: “Schließlich sind positive Bewertungen ein aussagekräftiges Kriterium für Kandidaten, mit einem seriösen Headhunter in Kontakt zu treten .”

 

Die Qualität der Ansprache muss sich verbessern

Was also tun, um hochqualifizierte Kandidaten in Zukunft erfolgreich anzusprechen? Wichtig sei eine Kandidatenorientierung, die auf Wertschätzung und einem „Sich-Kümmern“ basiere – sowohl auf Unternehmens- als auch auf Personalberater-Seite, so Headhunter Reinhard Potzner von Pape Consulting. Eine individuelle, zielgruppengerechte Ansprache einzelner Kandidaten sei ebenfalls essentiell – Standardansprachen würden immer öfter ignoriert.

Insgesamt ist es nicht mehr so einfach, Kandidaten zum Wechseln zu bewegen wie früher. „Die Menschen sind satt und dementsprechend träge“, sagt Michael Eiberger und spielt dabei auf veränderte Ansprüche der Kandidaten und die überproportional häufige Direktansprache im Zuge des Fachkräftemangels an. Es geht also darum, Kandidaten wieder zu überzeugen. Wichtig seien dabei Kompetenz und Fachwissen, meint Unternehmensberaterin Ulrike Winzer – hier besteht ihrer Meinung nach Weiterbildungsbedarf: „Recruiter müssen sich fachlich in den zu besetzenden Positionen noch besser auskennen, ihre Skills ausbauen und überzeugender agieren.“

Für 2017 wünscht sich Dirk Brandhoff, dass die Qualität des Recruiting sich erheblich verbessert – “mit dem Ziel, Positionen nachhaltig zu besetzen und die Fluktuation zu reduzieren“. Und diese Qualität ließe sich auch über die Personen verbessern, die operativ im Recruiting tätig sind. „Es sollten berufs- und lebenserfahrene Menschen sein, die auf Augenhöhe mit Kandidaten sprechen und die richtige Wahl treffen können.“


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