Referral Hiring – das neue Schlüsselwort der Recruitment-Branche

Warum ist Referral Hiring das neue Modewort in der Recruitment-Branche?

Referral Hiring ist ein Überbegriff für Programme, in denen Mitarbeiter dazu aufgefordert werden, Kandidaten für Vakanzen zu empfehlen. Es umfasst auch Online-Stellenbörsen und Recherchen in sozialen Netzwerken – das Ziel ist bei allen Maßnahmen dasselbe: Den richtigen Spitzenkandidaten für eine offene Stelle zu finden. Referral Recruiting kann vieles bedeuten: Dass man Kontakte in eigenen Netzwerken bittet, Stellenvakanzen zu teilen, es kann bedeuten, dass Mitarbeiter sich in ihren sozialen Netzwerken positiv über das Unternehmen äußern. Oder es kann heißen, dass man Online-Netzwerke nutzt, um qualifizierte Kandidaten ausfindig zu machen und sich mit ihnen zu vernetzen.

Recruiter und Unternehmen bedienen sich zunehmend sogenannter Employee Referrals, um Spitzenkandidaten für vakante Positionen zu finden. Wer kennt wen, lautet die Devise – vielleicht kann Ihnen einer Ihrer derzeitigen Angestellten den perfekten Kandidaten empfehlen! Wenn man alle Online-Quellen – interne wie externe – in Betracht zieht, dienen die Unternehmensseiten der einzelnen Firmen als beste Fundgrube für Vorstellungsgespräche und Stellenbesetzungen.

Während Karriereportale und Stellenbörsen die meisten Bewerbungen erhalten, kommen durch Mitarbeiterempfehlungen die meisten Stellenbesetzungen zustande. Interne Quellen wie Mitarbeiterempfehlungen, Stellenwechsel innerhalb des Unternehmens und die Karriereseiten von Firmen führen zu fast doppelt so vielen Stellenbesetzungen wie externe, zu denen auch Stellensuchmaschinen, Stellenbörsen, Printwerbung und Jobmessen gehören.

Die wichtigsten Fakten:

  • Beinahe 3 von 10 Angestellten haben sich mit einer falschen Empfehlung auf eine neue Stelle beworben
  • Statistiken zeigen, dass einer von fünf empfohlenen Kandidaten eingestellt wird
  • Methoden wie Gamifizierung steigern den Einsatz der Mitarbeiter im Empfehlungsprozess: 55% sind daran interessiert für eine Firma zu arbeiten, die Gamifizierung dazu nutzt, um die Produktivität der Mitarbeiter zu verbessern
  • Empfohlene Kandidaten sind diejenigen, mit den besten Qualifikationen

Ein Großteil aller Unternehmen unterstützt Mitarbeiter, die sich innerhalb des Unternehmens auf andere Stellen bewerben. Das ist Teil ihrer Strategien zur Mitarbeiterbindung. Also ist es nicht ungewöhnlich, dass Mitarbeiter sich auf Vakanzen bewerben, die noch gar nicht veröffentlicht wurden oder dass sie andere Kandidaten dafür empfehlen.

Programme zur Mitarbeiterempfehlung funktionieren deshalb so gut, weil Mitarbeiter Kandidaten besser selektieren und sicherstellen, dass diese auf die Stelle wie auch in die Unternehmenskultur passen. Außerdem wollen Mitarbeiter ihren guten Ruf schützen und schlagen daher keine unqualifizierten Kandidaten vor. Da Belohnungen an Mitarbeiter nur ausgezahlt werden, wenn ein Kandidat eingestellt wurde, zahlt sich die Investition in das Programm auf jeden Fall aus.

Diese Jobvite-Statistik über den Trend zum Referral Hiring spricht für sich:

  1. Kandidaten, die von Mitarbeitern vorgeschlagen wurden, werden häufiger eingestellt als andere – ihre Bewerbungen machen nur 7% aus, resultieren aber in 40% aller Stellenbesetzungen.
  2. Bewerber, die empfohlen wurden, treten ihre Stelle früher an als diejenigen, die sich über eine Stellenbörse und Karriereseiten beworben hatten (nämlich nach 29 Tagen, verglichen mit 39 Tagen bei der Stellenbörse und 55 Tagen bei der Karriereseite).
  3. Kandidaten, die ihre Stelle durch eine Mitarbeiterempfehlunge bekommen haben, sind mit ihrer Arbeit zufriedener und bleiben länger im Unternehmen – 46% bleiben für mehr als ein Jahr, 45% für mehr als zwei Jahre und 47% bleiben über drei Jahre.
  4. 67% aller Arbeitgeber und Recruiter sagten, der Bewerbungsprozess sei kürzer gewesen, 51% meinten, der Bewerbungsprozess sei durch Mitarbeiterempfehlungen billiger ausgefallen.

Referral Hiring schlägt sich also in kürzeren Bewerbungszyklen, geringeren Kosten beim Bewerbungsprozess und einer höheren Mitarbeiterbindung nieder. Dr. John Sullivan, Professor für Management an der San Francisco State University und bekannter Vordenker im HR-Bereich, empfiehlt Unternehmen, knapp die Hälfte ihrer Stellen mit Kandidaten zu besetzen, die ein Mitarbeiter empfohlen hat. Dr. Sullivan erklärt, dass die Mitarbeiterbindung von Employee Referrals nach einem Jahr 46% beträgt– bei Stellenbesetzungen von Karriereseiten liegt die Zahl bei 33%, während Stellenbörsen mit 22% das Schlusslicht bilden.

Hat ein Employee Referral-Programm auch Nachteile? Solche Programme funktionieren in der Regel dann nicht, wenn die Erwartungshaltungen zwischen den einzelnen Parteien nicht geklärt wurden. Verletzte Gefühle können die Folge sein, wenn ein guter Freund oder Kollege, den man empfohlen hat, letztlich nicht angestellt wurde. Manchmal waren die Regeln in einem Referral-Programm auch so komplex, dass Mitarbeiter deshalb nicht mitgemacht haben, weil sie nicht wussten wie oder warum.

Leute, die mit Bekannten Networking betrieben haben, erhalten mehr Stellenangebote als ihre Freunde – nutzen Sie also Ihre Chance und lassen Sie sich empfehlen!

Viel Erfolg dabei!



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