Rhetorik für Manager

Rhetorik für Manager: So werden Sie ein begnadeter Redner

Floskeln und ausgiebige Dampfplauderei – gerade in den Management-Etagen, so heißt es, werde viel zu viel um den heißen Brei geredet. Dabei ist Rhetorik gerade für Senior Manager eine wichtige Schlüsselkompetenz. Wer wäre nicht gerne rhetorisch versiert, souverän in jeder Lebenslage, und stets in der Lage, den richtigen Ton zu treffen? Wer würde nicht lieber Visionen in seinen Mitarbeitern erwecken, statt diese mit staubtrockenen Vorträgen zu langweilen – und nebenbei seinen Chef davon überzeugen, dass er der Richtige für den Posten als Senior Manager ist? Keine Sorge, denn Rhetorik, souveränes Auftreten und eine überzeugende Ausdrucksweise können Sie lernen. Wir haben einige Tipps zur Rhetorik für Manager zusammengestellt: Polieren Sie Ihre kommunikativen Fähigkeiten auf, werden Sie zum begnadeten Redner und sichern Sie sich so Ihre nächste Karrierechance.

Rhetorik fuer Manager

1. Vorträge klar strukturieren

Eine gute Struktur ist das A und O. Wer ohne ein Rezept anfängt, einen Kuchen zu backen, muss sich nicht wundern, wenn dabei eine zähe Pampe herauskommt. Genauso verhält es sich mit einer guten Rede. Niemand hört zu, wenn sich ein Vortrag nach einem lieblos gemischten Einheitsbrei anhört. Legen Sie sich also bereits im Vorfeld ein gutes Konzept zurecht. Fragen Sie sich, was Sie im Laufe der Präsentation vermitteln wollen – dieser Leitgedanke bildet den roten Faden in Ihrem Vortrag. Alle Argumente, jede Anekdote und jedes Zitat, das Sie anbringen ist dazu da, um Ihre Kernthese zu unterstützen. Überlegen Sie sich also genau, ob der kleine Exkurs über Ihre Begegnung mit Manuel Neuer letzte Woche für Ihre Zuhörer von Relevanz ist.

Bevor Sie loslegen ist es ratsam, Ihrem Publikum einen kurzen Überblick über sich und das Thema Ihres Vortrags zu geben. So weiß jeder gleich, worum es Ihnen dabei geht. Aber verzetteln Sie sich nicht – ein interessanter Anfang und ein guter Schluss bilden zentrale Bestandteile Ihrer Präsentation. Wenn die Zuhörer mit ihren Gedanken schon in den ersten Minuten zur Einkaufsliste fürs Abendessen abdriften, wird es schwer, sie zurückzuholen. Probieren Sie es also mit einer Prise Originalität – werfen Sie eine Frage auf und lassen Sie das Publikum darauf antworten. Erzählen Sie eine kleine, persönliche Anekdote, die zum Thema passt, und sichern Sie sich so die Sympathie des Publikums. Zeigen Sie einen Filmausschnitt oder beginnen Sie mit einem provokativen Statement, das die Gemüter ein bisschen erhitzt. Originalität ist nie verkehrt, solange Sie dabei nicht über die Stränge schlagen – oder ins Schwafeln geraten. Sorgen Sie für ein kleines Warm-up beim Publikum, danach heißt es aber: Jetzt zu den Fakten.

 

2. Klare Botschaften formulieren

Noch bevor Sie Ihren Vortrag vorbereiten, sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen und über die Kernbotschaften nachdenken, die Sie vermitteln wollen. Wo liegen die zentralen Argumente? Welchen Standpunkt vertreten Sie? Welche Ziele haben Sie definiert – und wie wollen Sie dorthin gelangen? Alle Thesen und Botschaften sollten Sie zudem mit schlagkräftigen Argumenten untermauern.

Die beste Präsentation ist wertlos, wenn Sie nicht auf klaren Fakten basiert. Um Ihre Botschaften zu visualieren und damit aussagekräftiger zu machen, sollten Sie zudem einige Beispiele liefern oder Vergleiche zu Konkurrenten ziehen. So verhindern Sie auch, dass der Vortrag zu trocken wird. In der Kürze liegt die Würze – dieser Spruch passt auch hier. Konzentrieren Sie sich auf wenige gute Beispiele. Mit der nötigen Zielstrebigkeit unterstreichen Sie Ihre Qualifikationen als Senior Manager.

 

3. Mit Sprache überzeugen

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum das Wort Visionär so positiv konnotiert ist? Ganz einfach – ein Visonär vermag es, sein Publikum oder seine Mitarbeiter auf einer emotionalen Ebene anzusprechen, Bilder in ihren Köpfen zu erschaffen und Traumwelten zu erzeugen. Das gleiche machen gute Rhetoriker. Doch sie entwerfen nicht nur Träumgebilde, sondern überzeugen auch mit stichhaltigen Argumenten. Verbinden Sie also die rationale mit der emotionalen Perspektive: Erschaffen Sie eine Vision, durch Originalität und Visualisierung, durch anregende Beispiele und eine ausdrucksvolle Sprache – und untermauern Sie diese mit harten Fakten und Zahlen. Metaphern und Allegorien sind gut und schön, doch eine Marktstudie hat unter Umständen mehr Aussagekraft.

Auch bei der Sprache gilt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten – drücken Sie sich klar und präzise aus. Sie wirken nicht intelligenter, je komplizierter Sie sich ausdrücken – im Gegenteil. Dinge auf den Punkt zu bringen ist eine Kunst für sich. Verzichten Sie auf endlose Schachtelsätze und lassen Sie die Finger von Passiv-Formulierungen. Wer souverän wirken will, sollte zudem auf den exzessiven Gebrauch von Füllwörtern verzichten. Achten Sie einmal darauf, wie oft sich ein „also“, „eben“, „hmm“ und „genau“ einschleicht, wenn Sie etwas präsentieren – und denken Sie darüber nach, wie viel selbstsicherer Redner wirken, die Ihnen Floskeln wie diese ersparen. Versuchen Sie überdies, frei zu sprechen. Nichts ist für das Publikum schlimmer, als von einem Haufen PowerPoint-Folien erschlagen zu werden und einem heruntergeratterten Vortrag folgen zu müssen.

 

4. Interaktion mit dem Publikum

Der Einbezug des Publikums wird häufig unterschätzt und kann dennoch sehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Dabei müssen Sie nicht unbedingt in Dialog mit Ihren Zuhörern treten – doch schadet es nichts, wenn Sie ein gewisses Interesse an ihnen zeigen. Starren Sie nicht einfach ins Leere, während Sie sprechen, sondern richten Sie den Blick bewusst ins Publikum. Geben Sie Ihren Zuhörern das Gefühl, dass Sie jedem einzelnen von ihnen etwas zu sagen haben, dass Sie jede einzelne Meinung schätzen. Fordern Sie diese Meinungen auch an der ein oder anderen Stelle ein. Vielleicht hat ihr Publikum ein paar interessante Anmerkungen und kann Ihnen wertvolles Feedback liefern? Bleiben Sie auch bei kritischen Fragen ruhig und antworten Sie respektvoll. Begreifen Sie Situationen wie diese als Möglichkeit, Ihre Souveränität unter Beweis zu stellen.

 

Sie wissen nun, worauf es in Vorträgen ankommt.Wir hoffen, Sie können Ihre rhetorischen Fähigkeiten bald unter Beweis stellen und sich bei Ihren Kollegen und Ihrem Chef einen Namen als begnadeter Redner machen. Viel Erfolg dabei!


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