Von gnadenlos spießig bis extrem extravagant

Schöne Bescherung! Ein Geschenk für jeden Managertyp

Jedes Jahr liegen bei Managern wieder die ewig gleichen Präsente unter dem Christbaum. Da erwartet dann rohseidene Krawatten aus Italien, edle Tropfen aus Bordeaux und überteuerte Wellness-Gutscheine für Ayurveda-Kuren das gleiche, bedauernswerte Schicksal: Nichtbeachtung. Oder, schlimmer noch, geheuchelte Freude:„Oh, eine Krawatte!“

Weil man Manager (und die richtigen Geschenke für sie) eben nicht über einen Kamm scheren kann, haben wir die wichtigsten Managertypen identifiziert. Wir wünschen vorweihnachtliche Freude mit unseren Manager-Geschenke-Tipps.

Geschenke für Manager

Noch keine Idee, womit Sie sich oder Ihre Managerkollegen beschenken sollen? Wir liefern Inspiration (eine Krawatte ist nicht dabei – versprochen!)

Der Korrekte

Manager-Typ: Der korrekte Manager legt Wert auf Akkuratesse. Das gilt für seine Ernährung (Vollkornbrote mit veganem Kokosaufstrich, bei Vollmond geerntete Haselnüsse) ebenso wie für seine Arbeitseinstellung. Fair und fehlerfrei muss es in seinem Büro zugehen. Ansonsten versteht der Korrekte überhaupt keinen Spaß. Weder mit seinen Teammitgliedern noch mit seinem Vorgesetzten. Erstere weist er höflich aber bestimmt auf ihr Fehlverhalten hin, letzteren versucht er mit Argumenten zu überzeugen.

Das perfekte Geschenk: Ein herausforderndes Galaxien-Puzzle, das nie zu Ende gepuzzelt werden kannEs gibt keinen Anfang und kein Ende. Kein Alpha und kein Omega.

Darum freut er sich darüber: Beim Puzzeln geht es primär um das Suchen der passenden Teile und nicht unbedingt um das Vollenden des Werkes. Das Puzzle bietet dem Korrekten die Chance, sich von seiner peniblen Art und ungesundem Perfektionismus zu lösen – Fehler machen geht nicht. Denn das Puzzle kann an jeder Stelle neu begonnen und weitergeführt werden.

Der Gestresste

Managertyp: Der Gestresste jagt von einem Termin zum nächsten, seine To-Do-Liste wird mit jedem Tag länger. Sein digitales Postfach braucht fünf Minuten zum Laden, bis es sich widerwillig öffnet. Der Gestresste möchte gerne aus seiner Haut, doch sein Verantwortungsgefühl für die Firma und für seine Abteilung ist ihm wichtiger als das eigene Wohlergehen.

Das perfekte Geschenk: Ein Relax-Sessel aus Recycling-Holz. Bequem und lässig ist das aus alten Eichenholzfässern bestehende Sitzmöbel für bis zu zwei Personen – ein wahr gewordener Traum zum Entspannen.

Darum freut er sich: Der Gestresste freut sich über die Möglichkeit, abzuschalten. Und falls er irgendwann einmal die Zeit finden sollte: Selber einölen oder anstreichen kann man den Sessel ebenfalls. Körperliche Arbeit soll ja ein guter Ausgleich zur geistigen sein.

Der Sportliche

Managertyp: Seinem Team berichtet der Sportliche in regelmäßigen Intervallen über den Trainingsstand zum Iron Man. Und so wie er sportelt, arbeitet er auch. Immer am Limit, mit vollem Einsatz. Aber er weiß auch, wann er sich die nötigen Pausen holen muss. Und von seiner Sportlichkeit, die mit Fairness Hand in Hand geht, profitieren auch seine Mitarbeiter.

Das perfekte Geschenk: Das Smart Rope – ein  Springseil. Aber eben nicht irgendeines, sondern ein Gimmick, das Sprünge und Kalorien zählt und diese Infos über LED in Echtzeit während des Trainings anzeigt.

Darum freut er sich darüber: Der Sportliche braucht etwas, womit er auch im Büro seinen Kampfgeist wecken kann – dass er die 40 Kilometer ins Büro jeden Morgen auf dem Rennrad abreißt, weiß sowieso jeder in der Firma. Trainierend mit dem Smart Rope im Meeting kann er endlich allen Kollegen zeigen, wo der Hammer hängt.

Der Spießer

Managertyp: Der Spießer trägt seine kleinbürgerliche Seele gerne zur Schau. Vor allem auf dem Laufsteg zwischen Büro und Kantine. Seine Folien präsentiert er im Meeting auf dem Overheadprojektor, von dem er sich nicht verabschieden mag. Und seine penibel geführten Mitarbeitergespräche würde selbst der strenge Protokollchef im Bundespräsidialamt als Musterbeispiel in den Ordner heften.

Das perfekte Geschenk: Kennt vor allem seine Mutter. Sie empfiehlt ihrem Sohnemann den „Teppich im Schuh“. Einen Socken, aus klimaregulierender Merinowolle hergestellt.

Darum freut er sich darüber: Der Spießer hängt an erprobten Ideen, bewährten Strategien und an Traditionen. Auch im Privatleben gilt für ihn: „Tradition ist never out of fashion.“

Der Praktische

Managertyp: Der Praktiker unter den Managern weiß: Um Erfolg zu haben, müssen alle Zahnräder zusammenarbeiten. Seine handwerklichen Fähigkeiten setzt er schon mal ein, um den Teammitgliedern komplexe Abläufe plastisch zu verdeutlichen. Gedankenkonstrukte sind seine Sache nicht. Er setzt auf Nahbarkeit und nimmt seine Mitarbeiter sprichwörtlich an die Hand – seine Walk & Talks sind Legende, seine Mitarbeitergespräche ergebnisoffene Dialoge.

Das perfekte Geschenk: Ein  Schweizer Messer. Aber nicht irgendeines – dieses liefert 87 Werkzeuge mit 141 Funktionen in einem! Die eierlegende Wollmilchsau unter den Werkzeugen.

Darum freut er sich darüber: Der Praktische ist effizient. Deshalb liebt er Dinge, die funktional sind. Und mit denen er überall aushelfen und so die Zahnräder im Team ölen kann: Dosenöffner für Kollege Hans-Peter, Zigarrenschneider für den Chef, Kneifzange für den Hausmeister. Noch Fragen?

Der Geek

Managertyp: Die Technik bestimmt sein Leben. Und seine Arbeitswelt. Seine akkurat gepflegten To-Do-Listen sind selbstverständlich über seine drei Phones, zwei Tablets und vier Smartwatches voll synchronisiert. Bei jeder technischen Geräteinnovation zählt er zu den ersten, die den „Jetzt bestellen“-Button klicken – um wenige Sekunden später bereits nach dem nächsten Technik-Kick zu googeln. Denn in seiner Software-Firma gibt es für ihn keine Ausrede nur Zweiter zu sein!

Das perfekte Geschenk: Ein ferngesteuerter Riesen-RoboterDieser zweieinhalb Meter große Humanoid bringt Essen an den Tisch, mäht den Rasen, macht die Betten – praktisch. Und zukunftsträchtig.

Darum freut er sich darüber: Der Geek weiß: „I am future!“ Was läge näher, als eine handfeste Roboterfreundschaft? Und das Beste: Mit dem humanoiden Roboter und dessen über eintausend feinmotorischen Bewegungsabläufen beeindruckt der Geek die Kollegen – im Jour Fixe oder auch in der weltweiten Video-Konferenz.

Der Gebildete

Managertyp: Wenn der Gebildete nicht gerade einen Conference Calls bestreiten oder ein Meeting leiten muss, beschallt er sich lustvoll mit klassischer Musik. Und steigert so seine Leistungsfähigkeit. Seine Meetings leitet er mit der gleichen Verve wie Marcel Reich-Ranicki das „Literarische Quartett“. Es sind Diskurse auf hohem intellektuellen Niveau. Die problematische Gesamtlage der Firma erörtert der Gebildete auch gerne mit einem Team-Workshop unter dem Titel “Der Nussknacker“.

Das perfekte Geschenk: Eine Aufnahme von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ – die appelliert an sein intellektuelles Lustzentrum. Und kommt auf der heimischen Sourround-Sound-Anlage erst so richtig zur Geltung.

Darum freut er sich darüber: Der Gebildete steht auf Live-Aufnahmen – und diese wird ihn in Hochstimmung versetzen. Geht es doch in Wagners „Ring“ vor allem um zwei Dinge, die auch in seinem Managerleben zentrale Rollen spielen: Geld und Macht. Und wie man beides verlieren kann.

Der Kreative

Managertyp: Die Autofahrt im morgendlichen Stau spart er sich – er fährt lieber mit der Trambahn ins Büro. Dort gewinnt  Zeit für seine liebste Beschäftigung: das Lesen. Der Kreative verschlingt dabei digitalen und analogen Stoff en masse. In Meetings hat er stets sämtliche Informationen dabei – als Ausdruck für die Buchhalter unter seinen Kollegen und natürlich im Kopf. Der ihn nie im Stich lässt. Bei Brainstormings läuft er zur Hochform auf und zitiert aus seinem reichhaltigen Ideenfundus.

Das perfekte Geschenk: Das Buchregal Italic Shelf, dessen senkrechte Regalelemente eben ganz einfach italic, also kursiv eingebaut sind.

Darum freut er sich darüber: Der Kreative braucht Platz, um seine verrückten und innovativen Ideen zu ordnen. Und seinen angesammelten Bürcherfundus unterzubringen. Billy kommt für ihn natürlich nicht in Frage. Vielmehr freut er sich auf Individuelles und Außergewöhnliches. Etwas, das so besonders und kreativ ist wie sein Benutzer.

Der Extravagante

Managertyp: Durchschnitt ist ihm ein Grauen, der Extravagante strebt nach mehr – nicht umsonst wird er regelmäßig vom Vorstand zum „Manager des Jahres“ gewählt. Der Extravagante fühlt sich als (Vor-)Denker der Firma – als echtes Alphatier. Die Vorstellung, dass ein anderer ausgefallenere Ideen hat – oder auch nur eine außergewöhnlichere Krawatte trägt –  kann er nicht ertragen.

Das perfekte Geschenk: DerPerfect Pencil 1761-2011. Die Kappe (mit einem integrierten Radiergummi) und der Verlängerer (mit integriertem Spitzer) sind aus 18 Karat-Weißgold gefertigt. In die Kappe wurden drei Brillanten eingelassen – ganz extravagant eben.

Darum freut er sich darüber: Während seine Bürogetreuen ihre neuesten Pads und gehypte Wearables präsentieren, weiß er: Wahre Extravaganz hat nichts mit Trends zu tun. Der Bleistift bietet zum Glück genug Unterstatement – und stellt gleichzeitig eine besondere Hommage an echte Dichter und (Vor-) Denker dar. Zu denen er sich auch selbst zählt.

Über den Autor

joergurbachJörg Peter Urbach ist Autor, Redakteur und Blogger aus Sprachleidenschaft. Seit mehr als 25 Jahren schreibt er. Für Print und Online. Konzepte. Geschichten. Fachartikel. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Literaturwissenschaft arbeitete Jörg Peter als Editorial Manager im klassischen Musikbusiness. Als langjähriger Chefredakteur des Portals wissen.de weiß er, wie man Leser begeistert und Themen findet.

Heute berät er Unternehmen zu den Themen Content Marketing und Digitale Kommunikation. Wenn der gebürtige Kieler nicht schreibt, durchwandert und fotografiert er die Alpen. Oder lauscht der Oper. Mit Achtsamkeit.



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