Wie Sie Ihr Unternehmen aus der Krise führen

Nach Jamaika-Aus

Krisenmanagement: 4 Lektionen für Ihren Erfolgskurs

Krisenstimmung in der deutschen Hauptstadt: Die Verhandlungen um eine schwarz-grün-gelbe Koalition sind gescheitert. Die Regierung aus der Krise zu führen, wird nicht leicht. Wir werfen einen Blick auf vier CEOs, die ihre Unternehmen nach einem drohenden Ruin wieder auf Erfolgskurs gebracht haben. Diese 4 Lektionen sollten sich Führungskräfte hinter die Ohren schreiben (und Politiker ebenso!). 

Wie Sie Ihr Unternehmen aus der Krise führen

Lange Gesichter bei CDU, FDP und den Grünen. Nach den gescheiterten Koalitionsverhandlungen gilt es, die Regierung aus der Krise zu führen. Erfolgsstorys von Unternehmern zeigen: Ein Turnaround ist möglich!

Mit müden Gesichtern stellten sich die Verhandlungspartner um die Jamaika-Koalition heute Morgen der Presse. Doch während ihnen die Strapazen der gescheiterten Verhandlungen anzumerken sind, bleibt kaum Zeit für eine Verschnaufpause. Zu drängend ist die Frage danach, wie es weitergeht. Es liegt nun an den Beteiligten, die Scherben aufzusammeln und das Vertrauen in die Regierung wieder herzustellen. Auch andere haben das bereits geschafft. Hier sind die Lektionen, von denen auch Sie profitieren können.

Ford – Alan Mullaly

Alan Mulally übernahm die Leitung von Ford Motor im Jahr 2006, inmitten der schlimmsten US-Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren übernahm. Doch in seinen acht Jahren als CEO gelang ihm die Wende und führte Ford durch 19 profitable Quartale.

Lektion 1: Mitarbeitern eine Vision geben

Mulally glaubte an eine Vision. Das erste, was er bei Ford in die Hände nahm, war eine Leitidee zu kreieren, hinter der alle Mitarbeiter standen. Eine Vision, die fesselt, anspornt und verbindet. Das Resultat war ein Zwei-Wörter-Mantra: One Ford. Diese Silben gaben den Anstoß für Ford sich aggressiv zu restrukturieren, schneller neue, begehrenswerte Autos zu entwickeln und effektiv als Team zusammenzuarbeiten. In schwierigen Zeiten ist es essentiell für Sie als Führungskraft, eine inspirierende und dennoch nicht unerreichbare Zukunftsvision zu schaffen, mit der sich die Mitarbeiter identifizieren können. Eine akzeptierte und solide Vision kann die gesamte Mitarbeiterschaft motivieren, um gemeinsam Kurs zu halten.

IBM – Louis Gerstner

Louis Gerstner war nicht erste Wahl für den Chefposten. Er galt zwar als exzellenter Marketingexperte, doch im EDV-Bereich war er branchenfremd. Dennoch schaffte er es, innerhalb von drei Jahren den Tech-Giganten aus der Krise zu holen und wieder profitabel zu machen.

Lektion 2: Kunden zuhören und Bedürfnisse erkennen

Das Erfolgsbeispiel Gernster zeigt, dass es nicht immer notwendig ist, die Industrie in- und auswendig zu kennen. In Gerstners Situation waren seine Führungs- und Marketingqualitäten wichtiger als umfassende Technologiekenntnisse. In den ersten Monaten verbrachte er laut eigener Aussage 80 Prozent seiner Zeit damit, Mitarbeitern und Kunden zuzuhören und zu lernen. Und das formte den Unterschied zu seinen Vorgängern, auch als bekennendem Nicht-Computer-Freak. Hören Sie Kunden zu und identifizieren Sie ihre Bedürfnisse, sodass Sie am Puls des Marktes bleiben. Weichen Sie verkrustete Unternehmensstrukturen und traditionelle Hierarchien auf und vernetzen Sie die einzelnen Abteilungen.

Harley Davidson – Richard Teerlink

Als 1986 Richard Teerlink CEO wurde, stand das Unternehmen im Konkurrenzkampf mit dem Japanischen Markt und bangte mit einem Verlust von 15 Prozent seines Marktanteils ums blanke Überleben. Teerlink krempelte sowohl die Unternehmenskultur als auch die Betriebsabläufe radikal um.

Lektion 3: Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource

Richard Teerlink weiß, dass Veränderung an der Spitze des Unternehmens beginnt, nämlich mit dem Management. Mit der Frage „Wie müssen wir uns als Führungskraft  verhalten, was ist wichtig, für wen arbeiten wir und wie messen wir Erfolg?“ gelang ihm der Tournaround. Schaffen Sie wie Teerlink eine Unternehmenskultur, bei der sowohl Kunden als auch Mitarbeiter als die wichtigsten und wertvollsten Ressourcen eines Unternehmens wertgeschätzt werden und das Management gemeinsam statt gegeneinander arbeitet. Wenn Ihre Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen und den vorgegebenen Zielen identifizieren, können Sie den Wandel nachhaltig vorantreiben und Wettbewerbsvorteile sichern.

Campbell’s Soup – Doug Conant

Als Conant an Bord des Unternehmens kam, stand es schlecht um den Marktwert des Unternehmens. Die Folge: Das Engagement der Mitarbeiter lag bei null. Getreu nach dem Motto „Es genügt nicht, eine Legende zu sein“ beschloss er radikale Sparpakete. Stets im Fokus: die Mitarbeiter.

Lektion 4: Das Engagement der Mitarbeiter stärken

Das Engagement der Mitarbeiter wieder zum Leben zu erwecken war Conants geschickteste Idee sowie Dreh- und Angelpunkt, um das Unternehmen aus der Krise zurück zu holen. Mitarbeiter können keine Gedanken lesen – halten Sie daher die Unternehmenswerte stets vor Augen. Conant ging mit bestem Beispiel voraus: Er trug einen Schrittzähler am Gürtel mit dem Ziel jeden Tag 10.000 Schritte zurückzulegen und währenddessen mit so vielen Mitarbeitern wie möglich zu interagieren. Als Führungskraft können Sie von Conant lernen,  dass das Engagement der Mitarbeiter maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beiträgt. Jedes Gespräch – ob beim Kaffee oder beim Gang zum Kopierer – informiert Sie über die jüngsten Geschehnisse in der Firma. Sie begegnen Mitarbeitern auf Augenhöhe und zeigen, dass Ihnen das Wohl Ihrer Mitarbeiter genauso am Herzen liegt, wie das des Unternehmens.