Headhunting goes social

So nutzen erfolgreiche Personalberater soziale Netzwerke

Best Practice: Headhunting goes social

„Ohne Social Media geht heute gar nichts mehr im Recruiting – das gilt insbesondere auch für Headhunter“, sagt Christian Pape, CEO und Gründer der PAPE Consulting Group AG Personalberatung. Wer hier nicht präsent ist, gilt nicht nur als „Old School“, sondern riskiert auch, vom Markt zu verschwinden. Schließlich müssen Headhunter dorthin gehen, wo die erstklassigen Kandidaten „abzuholen“ sind. Mit Stellenanzeigen in überregionalen Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazinen ist die neue Generation längst nicht mehr zu erreichen. Junge High Potentials setzen auch bei der Jobsuche fast ausschließlich auf soziale Netzwerke und Online-Stellenbörsen. Doch um erfolgreich zu sein, müssen Headhunter die Social-Media-Klaviatur auch richtig bespielen.

Headhunting goes social

Heute stehen bei erfolgreichen Personalberatern Transparenz, Offenheit und Innovation im Vordergrund. Dazu zählt auch eine ausgefeilte Social Media Strategie.

Social Media statt „Old Boys Network“

„Die Zeiten sind längst vorbei, als Headhunter noch Dunkelmänner waren, mindestens 70 Jahre alt und wenig über ihre Auftraggeber erzählt haben. Dafür wollten sie aber umso mehr von den Kandidaten wissen, die sie konspirativ und geheimnisvoll angesprochen haben“, erklärt Christian Pape. Von diesem „Old Boys Network“ hat sich die moderne Beraterzunft inzwischen weit entfernt.

Heute stehen bei erfolgreichen Personalberatern Transparenz, Offenheit und Innovation im Vordergrund. Wer den digitalen Wandel verschlafen hat, existiert nicht mehr. „Inzwischen hat sich die Spreu vom Weizen getrennt. Obwohl der Bedarf an Fach- und Führungskräften so groß ist, mussten viele Personalberatungen schließen. Dieser Selektionsprozess zeigt, dass Executive Search kein Brot- und Buttergeschäft ist, bei dem nur bunte Smarties durch die Luft fliegen“, sagt Pape aus eigener Erfahrung. Seine Personalberatung ist bereits seit 25 Jahren am Markt und wurde 2016 als Headhunter of the Year in der Kategorie „Best Brand“ ausgezeichnet. „Hätten wir den Wandel nicht vollzogen – dann gäbe es uns nicht mehr“, so Pape.

Soziale Netzwerke nutzen – aber richtig!

Social Media umfasst nahezu alles in der digitalen Welt, was der gegenseitigen Kommunikation und dem interaktiven Austausch von Informationen dient: Das Spektrum reicht von Foren, Blogs, Foto-Sharing und Produkt-/Service-Reviews über Social Bookmarks, soziale Spiele, soziale Netzwerke bis hin zu Videoportalen und virtuellen Welten. Bei dem überbordenden Angebot gilt es jedoch, sich nicht zu verzetteln. „Es will gut überlegt sein, wann ein Berater was und warum nutzt, um nicht zu ‚überpowern‘ und sich damit zu disqualifizieren. Das ist heute für jede Personalberatung genauso wichtig, wie der persönliche Austausch“, sagt Christian Pape.

Wichtig für das Recruiting – in Bezug auf Kandidatenrecherche und Stellenanzeigen – sind in erster Linie Business Networks wie XING und LinkedIn oder Online-Jobbörsen wie Experteer oder Stepstone. „Dabei ist zu beachten, dass die meisten zwischen Beruf und Privatem trennen und auf Kanälen wie Facebook oder Instagram auch privat bleiben möchten. Daher sollten diese Plattformen eher als Marketinginstrumente für Imagewerbung genutzt werden“, erklärt Pape.

4 Erfolgsfaktoren für eine professionelle Social-Media-Strategie

Folgende Punkte zeichnen eine gute Social-Media-Strategie für Headhunter aus:

  1. Präsenz zeigen mit eigenem Firmenprofil: Professionelle Personalberatungen sollten mit einem eigenen Profil in den wichtigsten Business-Netzwerken und Jobbörsen vertreten sein und dort Flagge zeigen. Das signalisiert nicht nur Professionalität, Transparenz und Offenheit, sondern verbessert auch Image und Bekanntheit.
  1. Online-Stellenanzeigen schalten: Statt in Printmedien wie Tageszeitungen sollten Headhunter Online-Stellenanzeigen in den sozialen Netzwerken schalten, die von der gesuchten Zielgruppe genutzt werden – das verhindert Streuverluste und erhöht die Erfolgschancen. Je nach Medium können die Personalberater auch Interessenten ansprechen, die auf die Anzeige geklickt, sich aber nicht beworben haben. So etwas ist in Printmedien unmöglich.
  1. Aktive Kandidaten-Recherche: Da die Mitglieder in vielen Netzwerken ihren Lebenslauf mit den wichtigsten Karrierestationen hinterlegt haben, können die Headhunter aktiv nach den Kandidaten mit der entsprechenden Erfahrung suchen und diese gezielt ansprechen.
  1. Expertise zeigen durch Fachbeiträge: Um als Experte auf bestimmten Gebieten wahrgenommen zu werden, schreiben erfolgreiche Headhunter regelmäßig interessante Fachbeiträge – sei es auf dem eigenen Blog oder für Fachmedien (Megatrend Content Marketing). Diese Artikel sollten nicht werblich sein, sondern müssen einen hohen Nutzwert für den Leser darstellen und können dann auch über die sozialen Netzwerke weiter verbreitet werden.

Auch bei der Ansprache gilt es, einige wichtige Punkte nicht aus den Augen zu verlieren: „Natürlich muss der Berater bei aller ‚Offenheit des Internets‘ nach wie vor auch diskret bleiben. Das ist ganz essentiell. Zudem erwartet der Kandidat, dass die Ansprache etwas Besonderes und Individuelles ist und keine Massenwurfsendung oder Serienmail. Die Wertschätzung der Person muss auf jeden Fall erhalten bleiben“, rät Christian Pape.

Fazit:

Das richtige Bespielen der relevanten sozialen Netzwerke ist für Headhunting 4.0 ein kritischer Erfolgsfaktor. Gleichzeitig haben auch persönliche Netzwerke und Kontakte nicht an Bedeutung verloren. Der Königsweg für professionelle Personalberater liegt darin, das Beste der beiden Welten – online und offline – intelligent zu kombinieren. Wer sich dagegen dem digitalen Wandel verschließt und nichts dagegen tut, seinem verstaubten Headhunter-Image entgegen zu wirken, der wird früher oder später aus dem Markt ausscheiden.

 


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