Arbeitszufriedenheit

So sieht es wirklich mit der Arbeitszufriedenheit Ihrer Mitarbeiter aus

Einerseits sind Unternehmen aufgrund des derzeit vorherrschenden wirtschaftlichen Klimas dazu gezwungen, innovative Produkte zu entwickeln und sich auf einem enorm konkurrenzfähigen und hoch technologisierten Markt durchzusetzen. Dazu müssen sie in ihr Humankapital investieren. Andererseits ist die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter heutzutage stark davon abhängig, wie sehr ein Unternehmen sich für die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter einsetzt. Dabei kommen Fragen auf wie, was ist der Sinn und Zweck der Arbeit dieser Mitarbeiter? Wie werden sie gefördert? Wie versucht das Unternehmen, eine gute Work-Life-Balance zu schaffen?

Mitarbeiter entscheiden sich aktiv dafür, wie viel Commitment sie gegenüber ihrer Arbeit und ihres Unternehmens zeigen. Der Schlüssel könnte hier in der Mitarbeiterzufriedenheit liegen. Nur wenn Mitarbeiter sich im Unternehmen wohl fühlen und Spaß an ihrer Arbeit haben, wird sich das auch positiv auf deren Produktivität und Leistungsbereitschaft auswirken. Und dies wiederum ist ein Garant für den Erfolg eines Unternehmens. In den letzten Jahren wurden diese „soften“ Themen immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, nicht nur bei Unternehmen sondern auch in der Forschung. Ganze Lehrstühle und Studiengänge wurden rund um das Thema Wirtschafts- und Organisationspsychologie aus dem Boden gestampft, da man das Potenzial erkannt hat, das in diesen oft als für die Wirtschaft nicht relevanten Themen steckt. Miterabeiterzufriedenheit, Führungsqualitäten, Soft-Skills: Unternehmenserfolg definiert sich nicht mehr nur über harte Fakten sondern sieht den Menschen hinter dem Erfolg.

Wir wollten uns mit diesem Thema etwas genauer beschäftigen und haben zusammen mit der Technischen Universität München eine Umfrage gestartet. Insgesamt konnten wir Antworten von 3480 bei Experteer registrierte Kandidaten aus 5 verschiedenen Ländern (Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Niederlande) bezüglich ihrer Arbeitszufriedenheit sammeln. Eine der häufigsten Definitionen von Arbeitszufriedenheit ist die von John Locke aus dem Jahre 1976, der Arbeistzufriedenheit als “…the pleasurable emotional state resulting from the appraisal of one’s job as achieving or facilitating one’s job values”. Als Parameter zur Messung von Arbeitszufriedenheit wurden verschiedene innere und äußere Parameter verwendet: Zufriedenheit mit der Arbeit ans sich, mit dem Vorgesetzten, den Mitarbeitern, dem Gehalt oder den Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Die Studie zeigt unter anderem, dass vor allem Mitarbeiter in den Bereichen Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (wholesale and retail trade; repair of motor vehicles and motorcycles),  Gesundheits- und Sozialwesen (human health and social work activites) sowie sonstiger Dienstleistungen (other service activities; Dieser Abschnitt umfasst (als „Restkategorie“) die Tätigkeiten von Interessenvertretungen, die Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern und eine Vielzahl von in dieser Klassifikation anderweitig nicht erfassten persönlichen Dienstleistungen), prozentual gesehen eher unzufrieden mit ihrem Gehalt sind, was sich wiederum negativ auf deren Arbeitszufriedenheit auswirkt. Mitarbeiter im verarbeitenden Gewerbe (manufacturing) oder dem Bereich Information und Kommunikation (information and communication) sind dagegen deutlich zufriedener was das Thema Gehalt angeht.Arbeitszufriedenheit

Geld ist sicherlich nicht alles aber die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass es hier doch deutliche Unterschiede zwischen den Branchen gibt und das Gehalt eine wichtige Rolle spielt wenn es um die Arbeitszufriedenheit geht. Wir haben ein paar Tipps für Sie zusammengefasst, wie Sie die Arbeitszufriedenheit Ihrer Mitarbeiter in dieser Hinsicht erhöhen können:

1. Bieten Sie Flexibilität: Kinderbetreuungen haben feste Zeiten, an die sich die Eltern halten müssen. Die Zeit zwischen dem Ende des Kindergartens und dem eigenen Feierabend zu überbrücken kostet zusätzlich Geld. Außerdem ist in München beispielsweise eine Monatskarte günstiger, wenn man die öffentlichen Verkehrsmittel nach 9 Uhr nutzt. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern doch flexible Arbeitszeiten an statt ihren Lohn zu erhöhen.

2. Schon einmal an eine Kindertagesstätte gedacht? Besonders in den Großstädten kann die Suche nach einem Krippenplatz eine echte Herausforderung sein und ist zudem enorm kostspielig. Da ziehen Mitarbeiter(innen) schon mal vor, zuhause zu bleiben. Wie wäre es stattdessen mit einer firmeneigenen Kindertagesstätte? So ersparen Sie Ihren Mitarbeitern nicht nur die leidige Suche und den Fahrtweg sondern auch einiges an Kosten.

3. Transportkosten: Öffentliche Verkehrsmittel haben Ihren Preis. Überlegen Sie sich ein Konzept, wie Sie hier Ihre Mitarbeiter entlasten können. Setzen Sie beispielsweise auch auf Umweltschutz und stellen Sie Ihren Mitarbeiter Fahrräder zur Verfügung. Das verbessert nicht nur Ihr Firmenimage sondern senkt auch die Ausgaben Ihrer Mitarbeiter.

4. Rund um die Gesundheit der Mitarbeiter: Viele Firmen bieten inzwischen spezifische Versicherungen für ihre Mitarbeiter an. Oder wie wäre es mit einem unternehmenseigenen Fittnessstudio?

5. Rund um versorgt: Für viele ist es eine große Herausforderung, neben der Arbeit auch noch die alltäglichen Dinge zu erledigen. Wieso also nicht ein paar Shops einrichten oder spezielle Services anbieten (Reinigung, Post)? Dies spart Zeit und Zeit ist bekanntlich Geld.

 

Und, ist die ein oder andere Idee für Sie dabei? Achten Sie auf Ihre Mitarbeiter, denn sie sind es Wert.

 

Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Welpe und Dr. Tumasjan für ihre Analysen zu diesem sehr aktuellen Thema.

Prof Welpe TU MünchenProf. Dr. Isabell M. Welpe ist Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der Technischen Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich New Public Management, Führung, Arbeits- und Organisationskonzepte der Zukunft, Auswirkungen der Digitalisierung und sozialer Netzwerke sowie strategische Innovation.

 

Andranik Tumsajan TU MünchenDr. Andranik Tumasjan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strategie und Organisation der Technischen Universität München. Er forscht und lehrt zu strategischem Recruiting, Arbeitgeberattraktivität, Employer Branding und Karriereentwicklung.


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