Vorstellungsgespräch

So spielen Sie im Jobinterview die erste Geige

Oh, my God. Dieser Headhunterkontakt könnte wirklich Gold wert sein! Alles verlief bisher reibungslos – informative Telefonate, ein initiales persönliches Gespräch. Doch jetzt wartet die erste echte Hürde: das Jobinterview beim Unternehmen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Nur gut zu sein, reicht jetzt nicht mehr. Top-Headhunter verraten ihre besten Tipps, wie Sie sich von einem geeigneten zum besten Kandidaten entwickeln.

Sie lernen das Unternehmen, für das ein Headhunter Sie empfohlen hat, persönlich kennen. Jetzt müssen Sie Stolpersteine weiträumig umschiffen.

Das über einen Headhunter eingefädelte Jobinterview ist das Virtuosenkonzert der Vorstellungsgespräche. Jetzt müssen Sie beweisen, ob Sie wirklich als Konzertmeister ans erste Pult gehören oder ob Ihr Platz eher in den hinteren Reihen ist. Nur selten vereiteln fachliche Unzulänglichkeiten ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. Viel eher wird dem Kandidaten ein unangemessenes Verhalten zur Stolperfalle. Headhunter Thomas Friederichs warnt: „Vergessen Sie nie: Der Berater hat Sie für das persönliche Gespräch bei seinem Mandanten empfohlen. Ohne ihn würden Sie jetzt nicht auf der Kandidatenliste stehen.“ Bis zum ersten Interview hat das Unternehmen Ihnen gegenüber eine positive Erwartungshaltung, denn es vertraut der Empfehlung des Beraters. Es erwartet einen exzellenten Leistungsträger. Für Sie bedeutet das. Nur „gut“ zu sein, reicht hier nicht. Sie müssen „sehr gut“ rüberkommen. Mit genau dieser Einstellung sollten Sie auch in das Interview gehen. Als echter Virtuose.

Seien Sie sich Ihrer Sache nie zu sicher

Es ist ein Fehler zu glauben, mit der Einladung zum Gespräch sei für Sie bereits alles geritzt. Im Gegenteil: Das Unternehmen prüft Sie jetzt auf Herz und Nieren, ob Sie den hohen Erwartungen gerecht werden. Sie müssen auch in der inneren Haltung Professionalität  entwickeln. Natürlich werden Sie „umworben“, das bedeutet aber keineswegs, dass Sie sich über die eigene Motivation keine Gedanken machen müssen.

Thomas Friederichs rät: „Machen Sie sich bewusst, dass das Jobinterview nur die Eintrittskarte für den nächsten Karriereschritt ist. Es ist ein wechselseitiges Beurteilungsgespräch auf Augenhöhe, in dem Sie für Ihre Sache kämpfen müssen.“

Verkaufen Sie sich im Interview niemals unter Wert

Erinnern Sie sich? Das Unternehmen sucht einen absoluten Leistungsträger. Sie sollten also auf den Punkt genau darstellen können, was Sie auszeichnet. Schmälern Sie Ihre eigenen Leistungen, nimmt der Mandant diese genauso wahr.

Der Tipp von Thomas Friederichs: „Der Mandant möchte erfahren, ob Sie Exzellenz besitzen. Wenn Sie diese Frage mit „ja“ beantworten können, erläutern Sie im Jobinterview klar und deutlich, was Sie so außergewönlich gut macht!“

Liefern Sie nur exakte und verlässliche Informationen

Alles was Sie im Bewerbungsgespräch sagen, muss sich zu hundert Prozent mit jenen Informationen decken, die das Unternehmen vorab vom Berater über Sie erhalten hat. Ganz gleich, ob es sich darum dreht, wie viele Mitarbeiter Sie geführt haben, welche Einkommensvorstellung Sie haben und wie viel Großkunden in Ihrem Portfolio waren – Sie müssen konsistente Informationen liefern.

„Stellen Sie die Fakten eindeutig und belegbar dar. Denn Ihre Gesprächspartner sind an der Wahrheit interessiert – und die bekommen Sie im Zweifelsfall auch heraus“, weiß Thomas Friederichs.

Seien Sie aktiv im Interview

Normalerweise liegt die Gesprächsführung und –strukturierung beim Unternehmen und beim Berater. Aber es wäre ein Fehler, wenn Sie aus dieser bequemen, aber zugleich passiven Rolle lediglich deren Fragen beantworten würden. Sie legen zu wenig Aktivität an den Tag.

Thomas Friederichs empfiehlt: „Beantworten Sie folgende Fragen für sich: ‚Warum gehe ich in das Gespräch? Welches Ergebnis will ich erreichen?‘ – dies hilft Ihnen, die eigene Motivation und das Ziel zu definieren. Bereiten Sie sich sorgfältig und schriftlich vor, zu Themen wie

  • Strategie
  • Zielen
  • Aufgabenbereich
  • Unternehmenskultur.

Stellen Sie diese Fragen. Tun Sie dies nicht, erhalten Sie den Stempel ‚Desinteressiert'“.

Exzellente Vorbereitung ist das A und O

Der Mandant erwartet, dass Sie sich über sein Unternehmen detailliert informiert haben. Wenn Sie dann allerdings bereits bei der Frage nach der Unternehmensgröße passen müssen, wird der Bewerbungsprozess sehr rasch beendet sein.

Thomas Friederichs Tipp: „Als exzellenter Kandidat sollten Sie sich nicht nur fachlich über das Unternehmen informieren, sondern sich weiterhin eine Meinung über Ihren potenziellen Arbeitgeber gebildet haben. Diese müssen Sie auf den Punkt bringen können. Gibt es Fragen etwa zu den Werten und zur Kultur können Sie diese im Gespräch wunderbar klären.“



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