Methode oder Masse

Wie sich Executive Search und Personaldienstleister voneinander unterscheiden

 

Der Unterschied ist mehr als nur Wortklauberei. Dahinter stehen jedoch verschiedene Modelle und Methoden der Personalbeschaffung.

Unterschied zwischen Executive Search und Personaldienstleister

Ähnlich und doch völlig verschieden: Was Sie über den Unterschied zwischen Executive Search und Personaldienstleister unbedingt wissen sollten

Bei der Dienstleistung einer Personalberatung geht es im Kern um die reine Personalbeschaffung. Viele Beratungen konzentrieren sich auf die Suche und Auswahl hochkarätiger Führungskräfte und Spezialisten. Es gibt aber auch etablierte und renommierte Personalberater, die ihre Leistungen erweitern um strategische und konzeptionelle Fragestellungen wie Personalentwicklung, Assessment-Themen oder die Konzeption von Vergütungssystemen, Change Management oder Unternehmensnachfolge.

Ans Eingemachte: Executive Search

Executive Search bezeichnet spezialisierte Personalberatungen, die Unternehmen individuell durch alle Phasen des Recruiting-Prozesses und entlang der kompletten Wertschöpfungskette begleiten. In der Regel wird die Methode des Executive Search gewählt, wenn Führungspositionen und unternehmenskritische Schlüsselfunktionen zu besetzen sind, oft ab einem Bruttojahresgehalt von 120.000 Euro. Der Mandant wird exklusiv betreut und steht im Mittelpunkt der Beratung und Unterstützung.

Wo fundierte Kenntnisse der Branche und der zu besetzenden Funktion gefragt sind, hohe Professionalität bei der Identifikation von Kandidaten und ein vertrauliches Vorgehen, kann Executive Search seine Stärken ausspielen. Gemeinsam mit dem Mandanten erarbeitet der Executive Search-Berater das Anforderungsprofil, an dem sich die Suche nach geeigneten Kandidaten orientiert. Die Abrechnung erfolgt üblicherweise als festgelegtes Beratungshonorar, das oft nach der Drittelregelung vereinbart wird. Ein Drittel wird fällig wenn erste Kandidaten gelistet sind, ein weiteres Drittel wenn die finalen Kandidaten präsentiert wurden und das letzte Drittel bei Abschluss des Arbeitsvertrages. Ein Grundpfeiler des Erfolgs von Executive Search sind langfristige, vertrauensvolle und oft exklusive Beziehungen sowohl zu Mandanten als auch zu Kandidaten.

Die ganze Palette: Personaldienstleister

Im engeren Sinne vermitteln Personaldienstleister eine Fülle von Leistungen, die sich rund um die Gewinnung, den Einsatz und die Freisetzung von Personal drehen. Sie bieten „Arbeitszeit“ in einer bestimmten Qualifikation an, die Formen annehmen kann wie Arbeitnehmerüberlassung, Personalvermittlung, Zeitarbeit, Key-Account- oder Projektmanagement, Outsourcing oder Interim Management.

Personalvermittler kommen insbesondere dann zum Zug, wenn für eine Position ein großer Markt besteht: es gibt viele Kandidaten mit der geforderten Qualifikation, und diese ist einfach zu erfassen. Als Makler führen die Vermittler Arbeitgeber und Arbeitssuchende zusammen mit dem Ziel, dass ein Arbeitsvertrag geschlossen wird. Je nach Position suchen sie Kandidaten der passenden Hierarchie- und Qualifikationsstufen, wobei sie sich auf Datenbank- und Anzeigensuche beschränken. Sie agieren auf Erfolgsbasis und erhalten eine Provision von ihrem Auftraggeber, wenn sie die Position besetzt haben.

Zeitarbeit oder Personalüberlassung ist ein dreiseitiges Arbeitsverhältnis: der Arbeitnehmer ist fest angestellt beim Verleiher und wird von diesem zum Entleiher gesendet. Dieses Modell passt, wenn schnell und unkompliziert Funktionen im gewerblichen Bereich oder in unteren Ebenen besetzt werden müssen.

Sogenannte „Lebenslaufmakler“ recherchieren möglichst viele Kandidatenprofile aus Datenbanken. Die weitere Leistung besteht darin, die Verfügbarkeit des Kandidaten zu prüfen und die Lebensläufe an den Kunden zu übergeben. Oft dienen von Unternehmen im Vorfeld veröffentlichte Stellenanzeigen als Signal für Lebenslaufmakler, ungefragt Kandidatenprofile an diese Unternehmen zu schicken.

Andersherum funktioniert das Modell von Arbeitsvermittlern, die von Arbeitsuchenden angesprochen werden. Die sogenannten Personalmarketing-Agenturen bieten Unternehmen die Möglichkeit ihre Stellenanzeigen über Internet-Stellenbörsen oder eigene Websites zu verbreiten. Sie arbeiten ebenfalls oft auf Erfolgsbasis oder ermöglichen günstige Anzeigenpreise, indem sie Anzeigen günstig in größeren Mengen einkaufen und paketieren.

Welchen Weg der Personalbeschaffung ein Unternehmen wählt, hängt also unter anderem davon ab, welche Strategie das Unternehmen einschlägt: je nach Level, Standort, Qualifikation und Verfügbarkeit von Fach- und Führungskräften können Positionen zu möglichst geringen Kosten als Anzeige verbreitet werden. Wer aber Top-Positionen zu besetzen hat und auch Kandidaten erreichen möchte, die sich nicht auf eine Anzeige bewerben, geht über den Personalberater.  Hier spielen auch Faktoren wie Diskretion, Vertraulichkeit und der richtige Kontakt zum bewährten Personalberater eine wichtige Rolle.

Auf einen Blick: Die typischen Merkmale von Personalberatungen und Personaldienstleistern

 Executive Search-Berater, Headhunter und Personalberater

  • besetzen überwiegend Positionen im Top- und mittleren Management
  • arbeiten exklusiv für die jeweilige Position
  • suchen per Direktansprache / Direct Search, wählen gezielt passende Kandidaten aus
  • führen durch den kompletten Prozess – individuell und vertraulich
  • bekommen ein festes Honorar
  • übernehmen kostenfreie Nachbesetzung.

Personaldienstleister – dazu zählen u.a. Personalvermittler, Lebenslauf-Makler und Zeitarbeitsunternehmen –

  • fungieren als Vermittler von Arbeitskräften aller Qualifikations- und Hierarchiestufen
  • arbeiten i.d.R. nicht exklusiv für bestimmte Positionen
  • suchen breit angelegt in Datenbanken und Online-Börsen
  • können deshalb schnell mit einer großen Anzahl an Kandidaten aufwarten
  • werden oft nach Erfolg bezahlt.


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