Von pflegeleicht bis problematisch: Individuelle Mitarbeitergespräche führen

Nicht jeder Mitarbeiter gilt als pflegeleicht, besonders, wenn nicht nur Lorbeer zu verteilen ist. Während der eine vielleicht einige Forderungen auf den Tisch legen möchte, sind Mitarbeitergespräche dem anderen eher lästig. Hier erfahren Sie, wie Sie mit den verschiedenen Typen von Mitarbeitern richtig umgehen. So bereiten Sie sich als Führungskraft optimal auf die Gespräche vor und lancieren einen erfolgreichen Austausch.

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Mitarbeitergespräche führen – warum?

Mitarbeitergespräche sollten mindestens einmal im Jahr stattfinden. Richtig durchgeführt stellen sie ein effektives Führungsinstrument dar. Neben der Überprüfung und Besprechung der geleisteten Tätigkeiten werden die zukünftigen Leistungsziele erarbeitet und festgelegt. Zudem können die Mitarbeiter in Ihrer Motivation gestärkt und vorhandenes Potenzial gefördert werden. Der Mitarbeiter sollte nach dem Gespräch in der Lage sein, die Wertschätzung des Arbeitgebers einordnen können.

In Mitarbeitergesprächen zählen Fakten, Fakten, Fakten

Vom Grundmuster abgesehen, können die Mitarbeitergespräche durchaus recht unterschiedlich verlaufen, da Sie es mit den verschiedensten Individuen zu tun haben. Damit die Gespräche effizient geführt werden können, ist so einiges an Vorarbeit nötig:

  • Welche Ziele wurden vereinbart?
  • Sind diese Ziele erreicht worden?
  • Wie sollen die nächsten Ziele definiert werden?
  • Welche Kritikpunkte müssen unbedingt angesprochen werden?

Um auf den konkreten Einzelfall eingehen zu können, sind somit eine Fülle an Informationen zu sondieren. Diese Vorarbeit wird sich auszahlen, da Sie mit Ihrer klaren Gesprächsstruktur das Heft jederzeit in der Hand behalten. Zudem sollten Sie natürlich bedenken, dass jeder Mensch seine eigene Persönlichkeit mit in das Gespräch bringt. Hier gilt es, individuell auf den anderen einzugehen.

Mitarbeitergespräch mit dem Pflegeleichten

Er erfüllt regelmäßig und termingerecht seine Vorgaben, ist belastbar und gerne bereit, auch einmal länger zu bleiben. Zudem gefällt Ihnen der unaufdringliche aber doch stets präsente Stil. Mit diesen Eigenschaften gehört er zum engeren Kern der Belegschaft. Nun sind Sie gefordert. Einige Personalchefs handeln frei nach dem Motto „nicht geschimpft ist gelobt“.

Würdigen Sie aktiv und eindringlich seine Arbeitsleistungen. Dadurch verschaffen Sie dem Mitarbeiter ein verdientes Erfolgserlebnis, stärken sein Selbstvertrauen und das bereits zwischen Ihnen bestehende Vertrauensverhältnis. Zudem ist ein ausgesprochenes Lob kostenneutral.

Es handelt sich hier um einen klassischen Kandidaten zur betrieblichen oder außerbetrieblichen Weiterbildung. Bei loyalen und kompetenten Mitarbeitern ist Förderung eine lohnende Investition. Ihr Mitarbeiter wird die kleine Gesprächsrunde höchst zufrieden verlassen und auch zukünftig sehr gute Resultate erzielen.

Mitarbeitergespräch mit dem Schwierigen

Er erfüllt stets seine Zielvorgaben, zeigt sich sehr verliebt in das Detail und steht seinen Kollegen für jede weitschweifige Diskussion gern zur Verfügung. Die Sie erwartende ausgeprägte Disputierfreude berücksichtigen Sie schon vorab bei der Zeitplanung Ihres Mitarbeitergesprächs. Indem Sie sich mit seinen Einwendungen und Vorschlägen konstruktiv auseinandersetzen, vermitteln Sie Ihm ein anerkennendes und wertschätzendes Gefühl.

Achten Sie darauf, dass Sie notwendige Kritikpunkte positiv formulieren, da er für die zu direkte Ansage nicht sehr empfänglich ist. Wenn Sie den Mitarbeiter mit klar definierten Kompetenzen und Arbeitsaufträgen ausstatten, so wird er auch künftig seinen Beitrag zum Betriebserfolg leisten.

Mitarbeitergespräch mit dem „Problembären“

Er ist gelegentlich am Wochenanfang ein oder zwei Tage unpässlich und auf der Betriebsfeier regelmäßig der Letzte, seine Arbeitsergebnisse waren schon besser und lassen zunehmend zu wünschen übrig. Im Interesse aller Beteiligten sollten Sie hier schnell und konsequent handeln und beim Mitarbeitergespräch auf die zu diplomatische Sprache verzichten.

Hier reden Sie Klartext und machen dem Mitarbeiter unmissverständlich klar, dass sein Verhalten das Arbeitsverhältnis gefährdet. Da es sich um einen langjährigen Mitarbeiter handelt, der durchaus das nötige Potenzial besitzt, weisen Sie Ihn auf gangbare Wege hin, um wieder auf Kurs zu kommen. So werden Sie einerseits einer gewissen Fürsorgepflicht gerecht und andererseits spielen Sie den Ball in das Feld des Mitarbeiters. Er ist nun am Zug und muss liefern.

Überraschungsmoment gefällig?

Sie sollten mental darauf vorbereitet sein, mit unerwarteten Wendungen konfrontiert zu werden. Auf plötzliche Fragen, die den Rahmen Ihres Gesprächskonzepts sprengen, reagieren Sie mit Gelassenheit. Ob Gehaltsforderungen oder sonstige Sonderwünsche, Sie machen verständig klar, diese Fragen in einer späteren Gesprächsrunde zu klären. Auf keinen Fall lassen Sie sich bei Mitarbeitergesprächen in ungewollte Diskussionen hineinziehen.

Gelungene Mitarbeitergespräche dienen indirekt den angestrebten Unternehmenszielen, da sie das Arbeitsklima und die Leistungsbereitschaft der Belegschaft fördern. Schließlich sind konstruktive und zufriedene Mitarbeiter unverzichtbar für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.

Über Marieke Arcadi:

marcadiNach ihrem Germanistik-Studium arbeitete Marieke Arcadi aufgrund ihres ausgeprägten technischen Interesses für diverse international tätige Unternehmen und Agenturen im Bereich Online Marketing / SEO. Aktuell ist sie hauptberuflich als Lehrende an einer allgemeinbildenden Schule tätig und gibt Seminare an der Universität Hamburg. Wenn Ihre beruflichen Belange es zulassen, widmet Marieke sich gern ausgiebigen Reisen, um fremde Kulturen und Sprachen kennenzulernen.



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