Miese Mitarbeiterführung

Vorsicht, schlechter Chef! Eine Typologie mieser Führungskräfte

Er ist zynisch, cholerisch oder egozentrisch – ein schlechter Chef besitzt oft eine ganze Reihe dieser berüchtigten Eigenschaften. Kein Wunder, dass drei Viertel aller Deutschen in der Arbeit unmotiviert sind. Der ultimative Ansporn für Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist längst nicht mehr die Bezahlung allein. Gerade Wertschätzung und gutes Führungsverhalten des Vorgesetzten sorgen dafür, dass Mitarbeiter Leistung zeigen. Erfahren Sie heute, wie Sie einen miesen Chef erkennen – und welche Eigenschaften Sie sich als Führungskraft so schnell wie möglich abgewöhnen sollten.

Aber ein schlechter Chef ist nicht nur ein Demotivator am Arbeitsplatz – er ist auch ein Kostentreiber. Wie diese Kosten zustande kommen? Ganz einfach, durch Mitarbeiter, die irgendwann entnervt aufgeben – und ihre Kündigung einreichen. Zudem neigen schlechte Chefs dazu, unpassende Mitarbeiter einzustellen. Auch hier ist eine häufig rasche Fluktuation die Folge. Wir zeigen Ihnen die verschiedenen Typen schlechter Chefs. Sollten Sie eigene Verhaltensweisen in einer davon wiedererkennen, ist es schleunigst Zeit, entgegenzusteuern. Denn nur als gute Führungskraft können Sie Ihr Team erfolgreich und effizient leiten.

 

 Vorsicht, schlechter Chef – eine Typologie

 

Der Choleriker

Hochdramatische Sekunden das Gesicht des Chefs läuft an wie eine überreife Tomate, eine Ader pulsiert an seiner Stirn. Der Grund? Trivial. Der Effekt? Angst einflößend und überaus demotivierend. Häufig sind miese Chefs für den Leistungsabfall ihres Teams verantwortlich. Wer gibt schon gerne hundert Prozent, wenn er sich am Ende des Tages wegen Banalitäten rechtfertigen muss. Der Choleriker-Chef vergreift sich nicht nur häufig im Ton, er neigt auch zu dominantem Verhalten und schroffen Anweisungen. Sensible Gemüter haben es mit ihm nicht leicht.

 

Der Egozentriker

Seine Ideen brillant. Seine Führungsweise – hocheffizient. Er ist nicht nur gut, sondern genial. Das glaubt er zumindest selbst. Der Egozentriker würdigt nur seine eigenen Einfälle. Egozentrische Chefs stehen am liebsten selbst im Mittelpunkt, und eins wollen sie ganz besonders: Recht haben. Am besten immer. Mitarbeiter, die selbst Ideen vorbringen oder womöglich Einwände vorbringen, werden schnell einmal übergangen. Egomanen geben ihren Mitarbeitern oft nur sehr wenig Spielraum zur Verwirklichung ihrer eigenen Einfälle und Projekte. Doch wenn ein Teammitglied es doch einmal schafft, eine gute Idee vorzubringen, kann es passieren, dass diese im nächsten Meeting – hoppla! – plötzlich die des Chefs war. Der hatte schließlich schon vor einer ganzen Weile in dieselbe Richtung gedacht.

 

Der sozial Inkompetente

Der sozial inkompetente Chef kann viel. Sich in seine Mitarbeiter hineinzuversetzen gehört nicht dazu. Besonders mit der Kommunikation hat er daher seine Probleme. Zwar merkt er schnell, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte, und weist ebenso schnell darauf hin. Doch konstruktive Kritik ist hier Fehlanzeige. Was dem sozial inkompetenten Chef fehlt, ist ein Sinn für die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Mitarbeiter und deren individuelle Qualitäten. Aus diesem Grund geht er auch mit Lob nicht gerade verschwenderisch um. Dabei ist Wertschätzung für Arbeitnehmer besonders wichtig: Studien ergaben, dass Arbeitnehmer bis zu 60 Prozent effektiver arbeiten würden, wenn sie das Gefühl hätten, von ihren Chefs unterstützt zu werden.

 

Der Zögerliche

Wer einen zögerlichen Chef hat, muss keine Angst vor etwaigen Brüllattacken haben. In der Regel ist der Vorgesetzte eher ruhig, vielleicht sogar ein bisschen unsicher. Er fährt keinen so strikten Kurs wie beispielsweise der Choleriker und gibt seinen Mitarbeitern mehr Raum für ihre persönliche Entfaltung. Doch gibt  er häufig auch keine klaren Anweisungen, was nicht selten in Missverständnissen endet. Der Zögerliche hat Schwierigkeiten damit, Prioritäten zu setzen – dadurch ist er trotz seines meist umgänglichen Charakters ein schlechter Chef.

 

Der Unerreichbare

Probleme mit dem Zulieferer? Eine neue Idee für die bevorstehende Marketingkampagne? Der Unerreichbare hat Wichtigeres zu tun. Er ist anwesend, doch aufgeschlossen für die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter ist er nicht. Doch heutzutage brauchen Führungskräfte ein offenes Ohr für die Probleme ihrer Teams – sonst machen sich schnell Frustration und das Gefühl mangelnder Wertschätzung breit. Ein schlechter Chef kümmert sich nur um Ergebnisse. Ein Guter dagegen hört zu und vermittelt.

 

Wenn der Blutdruck im Meeting das nächste Mal steigt oder ein Mitarbeiter an Ihre Tür klopft – halten Sie inne. Machen Sie nicht die gleichen Fehler wie ein schlechter Chef. Gehen Sie auf die Bedürfnisse Ihres Teams ein, lassen Sie Ideen zu, kommunizieren Sie transparent – dann steht dem nächsten Karrieresprung nichts im Wege.




Experteer verwendet Cookies. Informationen zum Datenschutz
Zustimmen