Einflussfaktoren auf Ihr Gehalt

Wer verdient was – und warum?

Diese 5 Faktoren beeinflussen Ihr Gehalt

Verdient man mit Diplom weniger als mit einem MBA? In München mehr als in Hamburg?  In einem Kleinunternehmen weniger als bei einem Konzern? Fakt ist: Das Einkommen wird von vielen Kriterien beeinflusst. Artur Jagiello von Gehalt.de erklärt, welche Faktoren sich auf Ihr Gehalt auswirken.

Einflussfaktoren auf Ihr Gehalt

Standort, Branche und Co. – es gibt viele Faktoren, die sich auf Ihr Gehalt auswirken. Kennen Sie sie?

Faktor 1: Stelle, Position und Personalverantwortung

Ein erstes Indiz für das Gehalt ist die Stelle selbst. Welche Voraussetzungen erfordert die Position? Welche Aufgaben umfasst sie? Kann sich jeder bewerben? Werden Hochschulabsolventen gesucht oder reicht eine Ausbildung? Je höher die Ansprüche und spezifischer die Anforderungen, desto höher das Gehalt. Es ist deshalb besonders wichtig, die ganze Stellenbeschreibung genau durchzulesen. Ein Beispiel: Der PR-Manager kann in einem Unternehmen ein Teil eines Teams sein und fast ausschließlich Texte verfassen, in einem anderen übt er die Funktion des Pressesprechers mit Außeneinsätzen aus – die Gehälter können zum Teil deutlich auseinandergehen.

Eine große Einflussnahme übt vor diesem Hintergrund die Personalverantwortung aus. Erfordert die neue Stelle Personalführung, kommt es außerdem auf die Anzahl der zu leitenden Kollegen an. Auch hier gilt: Je mehr Kollegen im Team arbeiten, desto mehr Verantwortung und desto höher das Gehalt.

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Faktor 2: Bildungshintergrund

Je höher der Bildungsgrad, desto höher auch das Gehalt. Laut einer Analyse von Gehalt.de erhält eine Fachkraft mit akademischen Hintergrund bis zu 70 Prozent mehr Geld als ein Kollege ohne Studienabschluss. Bei Führungskräften liegt der Gehaltsunterschied bei bis zu 30 Prozent.

Arbeitnehmer, die sich beruflich weiterentwickeln möchten und damit auch mehr verdienen wollen, sollten deshalb die Möglichkeit von Weiterbildungen wahrnehmen. In vielen Fällen unterstützt das eigene Unternehmen ein solches Vorhaben, da es vom Mehrwissen und der höheren Bildung langfristig profitiert. An Angeboten mangelt es nicht: Fachkräfte mit Abitur können via Fernstudium ihren Bachelor oder Master nachholen – ein Geisteswissenschaftler kann in Teilzeit ein MBA-Studium absolvieren und sich so die nötigen Grundlagen der Betriebswirtschaft und weitere Expertise aneignen.

Eine Übersicht über den Einflussfaktor der Bildung gibt folgende Grafik:
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Faktor 3: Unternehmensgröße

Die Größe eines Unternehmens hat ebenfalls einen sehr großen Einfluss auf das Gehalt. Als Maßstab gilt dabei die Anzahl der Mitarbeiter und nicht der Umsatz, da er den Brancheneinfluss ausklammert. So können große Handelsketten zwar riesige Umsätze erzielen, die Gehälter der Mitarbeiter jedoch im Verhältnis zu anderen Sektoren (z.B. IT oder Pharmaindustrie) geringer ausfallen. Aus diesem Grund spielt die Branche eine bedeutende Rolle, auf die wir im nächsten Punkt näher eingehen.

Ausgehend von einem Kleinstunternehmen mit einem bis fünf Mitarbeitern (Wert: 100 %) kann sich das Gehalt in einer Firma mit über 20.000 Mitarbeitern um bis zu 85 Prozent steigern. Dabei können die Funktion, die Tätigkeit und die Job-Bezeichnung identisch sein. Demnach wird ein/e Sekretär/in in einem Großkonzern deutlich mehr verdienen als ihr Kollege oder ihre Kollegin in einer kleineren Agentur.
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Faktor 4: Branche

Wie bereits in Punkt 3 erwähnt, übt die Branche einen großen Einfluss auf das Gehalt aus. Zu den schwächeren Bereichen zählen traditionell die Medien oder der Werbe- und Kreativsektor, während im Maschinenbau, der Pharmazie oder der Automobilindustrie die höchsten Löhne gezahlt werden. Einer Branchenuntersuchung zufolge verdienen Arbeitnehmer im Automobilbereich aktuell am meisten. Für Berufseinsteiger mit akademischen Hintergrund winken Einstiegsgehälter von über 54.000 Euro. Im Vergleich: In der ebenfalls attraktiven Unternehmensberatung liegt die Vergütung bei knapp über 50.000 Euro.
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Faktor 5: Region

Nicht zuletzt spielen regionale Gehaltsunterschiede eine essentielle Rolle. In der Bundesrepublik zahlen Unternehmen im Osten meist weniger als Firmen im Westen. Außerdem entwickelten sich in den vergangenen Jahren immer größere Gehaltsunterschiede zwischen dem Süden und dem Norden. Das heißt, dass das Gehaltsniveau in Kiel nicht ganz so hoch ist wie beispielsweise in Karlsruhe. Die attraktivsten Gehälter werden in den Städten Frankfurt am Main und München gezahlt. Allerdings sind in diesen Regionen die Lebenshaltungskosten höher. Zwar liegen die Gehälter in Erfurt, Dresden oder Schwerin deutlich unter der Vergütung in zum Beispiel Hamburg, die Mieten oder Immobilienpreise sind jedoch im Osten in der Regel deutlich günstiger. Arbeitnehmer sollten deshalb vorher gut durchkalkulieren, ob für sie ein Ortswechsel trotz besserer Vergütung unterm Strich lukrativ ist.
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 Über den Experten

artur-jagiello-foto.1024x10Artur Jagiello ist Leiter Kommunikation beim Gehaltsvergleichsportal Gehalt.de. Jeden Monat unterstützt das Portal über drei Millionen ArbeitnehmerInnen mit vielfältigen Services und wertvollen Entscheidungshilfen. Insgesamt umfasst die Datenbank über drei Millionen Vergütungsangaben. 


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