Ist gutes Aussehen eine Voraussetzung für eine bessere Anstellung? Dies mag sich zunächst sehr diskriminierend (und oberflächlich) anhören. Es scheint jedoch so, dass das Aussehen eine wichtigere Rolle bei der Stellensuche spielt, als angenommen. Eine Studie der New York Academy of Sciences fand heraus, dass die Einstellungskriterien deutlich von einer Vorliebe für attraktive Bewerber bezüglich der Vergabe von hochrangigen Stellenangeboten und -paketen beeinflusst wird.
„Wenn jemand als attraktiv angesehen wird, dann schreibt man ihr/ihm automatisch eine Reihe an positiven sozialen Zügen und ein größeres Ausmaß an Intelligenz zu,“ so Carl Senior und Michael J.R. Butler, die Leiter der Studie. Sie fügten dem hinzu: „Dies ist auch also ‚Halo-Effekt‘ bekannt, der kürzlich mit dem Ausgang von Vorstellungsgesprächen in Verbindung gebracht wurde.“
Eine Studie der Universität von Messina, Italien, mit dem Titel ‘Searching for a Job is a Beauty Contest,’ behauptet, dass attraktive Menschen mit höherer Wahrscheinlichkeit für eine Stelle empfohlen werden, da Ihnen eine höhere Qualifikation und mehr Erfolg bei der Arbeit zugesprochen werden.
Daniel Hamermesh, der Autor von ‘Beauty Pays: Why Attractive People Are More Successful’ spricht davon, dass diese Vorurteile auch nach der erfolgreichen Anstellung nicht aufhören. „Attraktive Menschen haben auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, mehr zu verdienen und werden weniger wahrscheinlich gefeuert.“ Gemäß seiner Studienergebnisse verdienen attraktive Menschen im Durchschnitt 3-4% mehr als Menschen mit einem unterdurchschnittlichen Aussehen.
Eine US-amerikanische Studie fand heraus, dass gut aussehende Rechtsanwälte 10-12% mehr verdienen als Ihre weniger gut aussehenden Kollegen. Zudem ist in einer Studie davon die Rede, dass die CEOs von größeren und erfolgreicheren Unternehmen als körperlich attraktiver eingeschätzt werden als die CEOs von kleineren Firmen.
Wissenschaftler der Rice University und der University of Houston fanden heraus, dass Schönheitsfehler im Gesicht sich negativ auf die Chancen der Bewerber auswirken. Menschen mit Muttermalen, Narben oder Hautflecken werden laut der Studie von den Interviewern schlechter eingeschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Interviewer weniger Informationen über diese Kandidaten erinnern, was sich wiederum negativ auf die Bewertung des Kandidaten auswirkt.
“Je mehr Aufmerksamkeit die Interviewer Auffälligkeiten im Gesicht der Bewerber schenkten, desto weniger erinnerten Sie sich an den Inhalt des Gespräches mit dem Kandidaten. Je weniger Informationen Sie demnach über den Inhalt des Gespräches hatten, desto schlechter fiel die Bewertung des Bewerbers aus,“ so Juan Madera, Professor an der University of Houston und Co-Autor der Studie.
Nehmen wir also an, die neue Realität auf dem Stellenmarkt ist, dass es besser ist mittelmäßig und gut aussehend zu sein, anstatt genial und und unattraktiv: Was können diejenigen machen, die nicht so viel Glück hatten?
Daniel Hamermesh hat einige Vorschläge parat: “Zu allererst, suchen Sie sich keine Branche, in der das Aussehen eine große Rolle spielt.“ Schönheit ist für bestimmte, glamouröse Bereich essenziell, wie beispielsweise die Mode- oder Flugbegleiterbranche. „Versuchen sie nicht, ein TV-Moderator zu werden, sondern ein Radiomoderator. Seien sie kein Film-Schauspieler“, so Herr Hamermesh. „Und suchen Sie sich vor allem einen Bereich, indem Sie gerne arbeiten und wo Sie sich etablieren können. Heben Sie Ihre Stärken hervor und vermeiden Sie die Bereiche, in denen Sie vergleichsweise benachteiligt sind.“
Kommunikationsberater Dilip Cherian fügt dem hinzu: „Der Inhalt ist der Schlüssel. Inhalt verwandelt sich in Selbstvertrauen. Wenn Sie etwas zu bieten haben, wird dies jedes Aussehen in den Schatten stellen.“ Mit anderen Worten ist Selbstvertrauen der Glaube an sich selbst. Dies kann durch harte Arbeit und den Willen, stets das Beste geben zu wollen, aufgebaut werden. „Wenn Sie dies immer und immer wieder tun, werden Sie es irgendwann auch besitzen,“ so Dilip Cherian.
Versuchen sie außerdem eine gewisse Stimmung zu erzeugen. Seien Sie clever und seien sie sich im Klaren darüber, was Sie ausbessern können und was nicht. Nutzen sie Ihre Stärken optimal aus. Verzieren Sie Ihre Persönlichkeit. Seien Sie witzig, intelligent, informiert, geistreich, interessant und empathisch. Dies sind die Qualitäten, die nicht einfach zu bekommen sind und die Sie in Führung bringen werden. Lange Rede, kurzer Sinn: Arbeiten Sie an Ihren inneren Werten, sodass diese nach außen strahlen können.
Anmerkung: Das Zitat im Bild stammt von Bridget Zinn, Poison
