Auslandseinsatz für Manager

Beförderungsgarantie: Die besten Länder für Ihren Karriere-Boost

Sie haben Ihre Karriere generalstabsmäßig geplant? Dann ist der Auslandsaufenthalt sicherlich dick unterstrichen. Doch wer mit internationaler Erfahrung seine Karriere boosten will, sollte seine Zieldestination mit Bedacht wählen. Denn manche Länder machen sich besser auf dem Lebenslauf als andere… 

Singapur oder USA? In welchem Land man seinen Auslandseinsatz verbringt, kann Einfluss auf die Karriere haben.

Manager brauchen „Change-Fähigkeit“

Oft sind es größere Konzerne, die ihre High Potentials ganz gezielt auf einen Auslandseinsatz schicken – um sie dort menschlich und persönlich weiter zu entwickeln. Denn wer als Fach- oder Führungskraft mehrere Jahre etwa in den USA oder in China verbringt, erwirbt Fähigkeiten, die in einem anderen, brandaktuellen Kontext relevant sind. Headhunter Rupert Nesselhauf von Civitas International weiß: „Häufig geht es um die Entwicklung einer bestimmten Adaptionsfähigkeit. Diese Fähigkeit, sich rasch auf unterschiedliche Bedingungen einzustellen, wird von immer mehr Fach- und Führungskräften gefordert. Vor allem natürlich in einer Zeit, in der die Konjunktur- und Innovationszyklen immer kürzer werden. Die Fähigkeit, sich in eine andere Kultur hinein zu fühlen und sich in kürzester Zeit zu assimilieren, ist ein extrem wichtiges Kriterium für Karrieren, in denen die sogenannte Change-Fähigkeit eine große Rolle spielt.“

Diese Märkte sind heiß …

In welchen Ländern ist ein Auslandseinsatz besonders förderlich für die Karriere? Personalberater Rupert Nesselhauf von Civitas International klärt auf.

Ein ausgezeichneter Arbeitsmarkt für deutsche Fach- und Führungskräfte ist nach wie vor das angelsächsische Ausland, und hier insbesondere Großbritannien und die USA. Aber Personalberater Nesselhauf ergänzt: „Immer noch sehr starke Märkte sind Singapur und Hongkong. In den letzten fünf Jahren hat China ganz deutlich zugelegt. Wurde dieser Boom-Markt in den letzten Jahrzehnten vor allem von Konzernen erschlossen, so ziehen jetzt die KMUs nach.“

… und diese kühlen ab

Aufgrund der wirtschaftlichen Krise in Brasilien schränken deutsche Unternehmen dort zwar ihre Kapazitäten ein, behalten jedoch die Entsendung von deutschen Mitarbeitern bei. Man wartet auf diesem perspektivisch sehr wichtigen Markt zunächst ab. Auch in Mexiko sieht Headhunter Nesselhauf eine ähnliche Situation. „Weniger stark entwickelt hat sich Osteuropa. Dort haben sich die Erwartungen der Wirtschaft nicht wie geplant erfüllt. Das schlägt sich auch in einem geringeren Personalbedarf nieder.“

Top und Flop: USA & Osteuropa

Auch bei den Kandidaten stehen Großbritannien und die USA im Fokus. Nesselhauf weiß warum. „Hier spielen die Affinität zur angelsächsischen Kultur und natürlich die geringe Sprachbarriere eine wichtige Rolle – die meisten Leute sprechen gut Englisch.“ Wirklich risikobereit seien allerdings nur die Wenigsten. „Die Kandidaten wollen tendenziell in ein Land, in dem sie sich sicher fühlen und wo sie das Gefühl haben, mit der Mentalität zurechtzukommen. Je extremer die kulturellen Unterschiede sind, desto unattraktiver wird der Markt für Kandidaten. So wirkt sich in Frankreich – immerhin einer der traditionell wichtigsten Handelspartner Deutschlands – die hohe Sprachbarriere eher negativ aus.“

Einige eher exotische Ziele stehen trotzdem bei vielen Kandidaten ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Vor allem, weil sie – wie Singapur, Hongkong oder China – auch interessante Wirtschaftszentren sind und so Nesselhauf, eine „kritische Masse an Expatriates aufweisen. Dort gibt es eine gute Infrastruktur. Mit internationalen Schulen, Kindergärten und Country Clubs. Dementsprechend gelten auch Dubai oder Katar als attraktive Standorte, trotz der großen interkulturellen Unterschiede.“

Weniger beliebt bei den Deutschen ist laut Nesselhaufs Erkenntnissen Osteuropa. Zahlreiche deutsche Unternehmen sind dorthin expandiert, haben Produktionsstätten dorthin verlagert und suchen immer wieder Mitarbeiter aus Deutschland. Da die Niederlassungen aber abseits der Zentren liegen, sind viele Kandidaten abgeschreckt.

Übrigens: Für alle, die eine spannende Herausforderung im Ausland suchen – auf Experteer gibt es auch internationale Spitzenpositionen, etwa Positionen in der Schweiz oder den USA.

Im ersten Teil sprechen wir mit Rupert Nesselhauf über den Auslandsaufenthalt als essenziellen Karrierebaustein, die wichtigsten sprachlichen Anforderungen und wie Konzernen und KMUs den Auslandseinsatz planen.

Über den Autor

joergurbachJörg Peter Urbach ist Autor, Redakteur und Blogger aus Sprachleidenschaft. Seit mehr als 25 Jahren schreibt er. Für Print und Online. Konzepte. Geschichten. Fachartikel. Nach seinem Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Literaturwissenschaft arbeitete Jörg Peter als Editorial Manager im klassischen Musikbusiness. Als langjähriger Chefredakteur des Portals wissen.de weiß er, wie man Leser begeistert und Themen findet.

Wenn der gebürtige Kieler nicht schreibt, durchwandert und fotografiert er die Alpen. Oder lauscht der Oper. Mit Achtsamkeit.



Experteer verwendet Cookies. Informationen zum Datenschutz
Zustimmen